„Die Männer stehen höher im Kurs“

„Die Männer stehen höher im Kurs.“ Diese Aussage der 145-fachen Basketball-Nationalspielerin Christine Ishaque (Gießen) kann als Fazit des 5. Ballspiel-Symposiums dienen.

Noch können Frauen und Mädchen keine führende Rolle bei den Ballsportarten übernehmen, vielleicht kann das Symposium diesen Umstand ändern. Foto: GES
Noch können Frauen und Mädchen keine führende Rolle bei den Ballsportarten übernehmen, vielleicht kann das Symposium diesen Umstand ändern. Foto: GES

Thema dieses Symposiums, das federführend vom Badischen Fußballverband (bfv) gemeinsam mit den elf im Verein Ballspiel-Symposium e.V. zusammengeschlossenen Basketball-, Fußball-, Handball-, Rugby- und Volleyball-Verbände in Baden-Württemberg am 12. und 13. November 2010 in der Europahalle in Karlsruhe durchgeführt wurde und mit über 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Rekordbeteiligung gefunden hat, war sieben Monate vor der FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland: „Die Zukunft der Ballspiele ist weiblich!“

Diese These lässt sich nicht halten. Zwar verdankt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Mitgliedersteigerung nur der Tatsache, dass die 60 Fachverbände im Bereich der Mädchen und Frauen erfreuliche Zuwachsraten verzeichnen, während bei den Jungen und Männern Rückgänge festzustellen sind. Doch können diese Zahlen nur als Momentaufnahme dienen, zumal sie von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Auch die Tatsache, dass beispielsweise der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) 52 Prozent weibliche Mitglieder hat und im als besonders männlich geltenden Rugbyspiel mittlerweile über 15 Prozent Mädchen und Frauen ihren Spaß haben, stützt die These, dass Frauen im Sport künftig eine dominierende Rolle übernehmen könnten, gegenwärtig (noch) nicht.

Tatsache ist vielmehr, dass nur 20 von 500 Absolventen der Deutschen Trainer-Akademie Frauen sind, dass 25 Spitzenfachverbände keine Frau im Präsidium haben und dass auch in den Vereinen und Landesfachverbänden Frauen gerne als Übungsleiterinnen und Schriftführerinnen tätig sein dürfen, Spitzenpositionen aber so gut wie immer von Männern eingenommen werden. Diese Tatsachen unterstrichen Professor Dr. Werner Schmidt von der Universität Duisburg-Essen und der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther (Karlsruhe) in ihren Hauptvorträgen.

In neun Workshops, die sich auch mit koedukativem Unterricht und Training oder mit Homophobie im Sport beschäftigten, wurden Wege aufgezeigt, wie Frauen in den Vereinen und Verbänden eine stärkere Geltung erreichen können. Heinz Janalik (Mosbach), der Präsident des Badischen Sportbundes (BSB Nord), forderte in seinem Fazit, den „Karlsruher Thesen“, dass Vereine und Verbände eine Philosophie mit einem klaren Bekenntnis zu mehr Frauen in sportlichen Führungspositionen erarbeiten sollten und regte an, alle Kinder ab drei Jahren in Bewegungskindergärten zu schicken, wofür vornehmlich die Politik endlich die Voraussetzungen schaffen müsse.

Das 6. Ballspiel-Symposium wird im November 2012 in Karlsruhe unter der Federführung der baden-württembergischen Verbände im Basketball und Rugby stattfinden.


  • Noch können Frauen und Mädchen keine führende Rolle bei den Ballsportarten übernehmen, vielleicht kann das Symposium diesen Umstand ändern. Foto: GES
    Noch können Frauen und Mädchen keine führende Rolle bei den Ballsportarten übernehmen, vielleicht kann das Symposium diesen Umstand ändern. Foto: GES

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