Die ökonomischen Effekte einer vitalen Sportstadt

Eine Studie bestätigt dem Hamburger Sport eine ähnliche ökonomische Bedeutung wie Kultur und Wissenschaft.

 

Segler und Seglerinnen auf der Außenalster in Hamburg; Foto: picture-alliance
Segler und Seglerinnen auf der Außenalster in Hamburg; Foto: picture-alliance

Sport ist ein Faktor für Lebensqualität und damit ein wesentlicher Aspekt von Stadtentwicklung. In Hamburg erzeugt der Wirtschaftsfaktor Sport jährlich eine Wertschöpfung von 1,13 Milliarden Euro. Das entspricht einem Prozent des Hamburger Bruttoinlandsprodukts (2017). Dies ist ein Ergebnis der Studie „Die ökonomischen Effekte einer vitalen Sportstadt“. Weitere Erkenntnisse sind: Das Steueraufkommen in diesem Sektor beträgt 110 Millionen Euro und 12 000 Menschen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Studie hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut im Auftrag der Behörde für Inneres und Sport erstellt. Partner sind die Handelskammer Hamburg, der Tourismusverband Hamburg e. V. und die Hamburg Marketing GmbH / Hamburg Convention Bureau.

Monetär nicht direkt über Marktpreise messbar sind Gesundheits- und Wohlfahrtseffekte, sie fallen in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro an. In diesen Bereich fallen unter anderen Produktivitätseffekte, die sich auf geringere Ausfallzeiten, bessere psychische Gesundheit und höhere Motivation beziehen. 

Die Stadtmarke Hamburg, der Tourismus sowie der Einzelhandel profitieren von den Hamburger Sportevents. Deren jährlicher Nettoeinkommenseffekt beträgt etwa 400 Millionen Euro. Knapp die Hälfte davon entfallen auf touristische Effekte. Davon profitieren Hotellerie, Gastronomie, Dienstleistungen und Einzelhandel.

Hinzu kommt die überregionale und internationale Wahrnehmung durch die mediale Berichterstattung. Der mittlere Medienwert der Hamburger Sportevents liegt bei etwa 100 Millionen Euro.

Schon jetzt ist der Sport von ähnlicher ökonomischer Bedeutung wie Kultur und Wissenschaft. Deshalb sollte der Sport als komplementäre Säule der Attraktivität Hamburgs aktiv genutzt werden. Er könnte Zielgruppen ansprechen, die durch Kultur und Wissenschaft nicht direkt erreicht werden. Oder er interagiert mit den beiden anderen Bereichen, was zu einer höheren Attraktivität der Wissenschaft oder Start-up-Szene führen könne.

Standortentscheidungen werden internationalisiert, die Mobilität von Talenten und Fachkräften wächst, da sind in der heutigen Zeit Attraktivität, Image und Bekanntheit von Städten wichtige Faktoren. Die Sportevents sind eine Möglichkeit, das Interesse von aktiven, multikulturellen und innovationsaffinen Menschen auf Hamburg zu lenken. Das ist umso wichtiger, weil die Hansestadt eine sogenannte Second City ist. Darunter versteht man Städte, die in der Aufmerksamkeit hinter den Hauptstädten und internationalen Metropolen liegen. Bestehende Events müssen nach Meinung der Studienautoren gestärkt werden und neue internationale Großereignisse hinzugewonnen werden.

Auf Grund der Veränderungen in Sport und Stadtleben ergeben sich neue Ansätze für eine gemeinsame Stadt- und Sportentwicklung. Mit Stadtentwicklungskonzepten lässt sich der Sport auch direkter entwickeln, ein Ansatz ist die Active-City-Strategie. Die Stadt Hamburg will mit dem Konzept ganzheitlich für mehr Lebensqualität in urbanen Räumen werben. In diesem Masterplan werden 26 Sport-Projekte und sechs Empfehlungen vorgestellt, in die bis ins Jahr 2024 rund 50 Millionen Euro fließen sollen.

Die gesellschaftlichen und technologischen Trends der Zukunft erhöhen die ökonomische Bedeutung des Sports. Mit Hilfe der Digitalisierung kann der Sport enger in das Alltagsleben der Menschen integriert werden. Datenbasierte Lösungen können zu einer Individualisierung und gleichzeitigen Vernetzung von Sportangeboten beitragen. Das kann die ökonomischen Effekte des Sports signifikant erhöhen.

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(Quelle: DOSB-Presse/Ausgabe Nr. 7/2020)


  • Segler und Seglerinnen auf der Außenalster in Hamburg; Foto: picture-alliance
    Segler und Seglerinnen auf der Außenalster in Hamburg; Foto: picture-alliance

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