Die Zukunft der Freizeitwasserstraßen sichern

Vertreter*innen eines Verbände-Bündnisses trafen sich in Oranienburg, um die Zukunft der so genannten Nebenwasserstraßen zu diskutieren.

Zahlreiche Kanufahrer warten in einer Schleuse der Lahn auf die Weiterfahrt. Foto: picture-alliance
Zahlreiche Kanufahrer warten in einer Schleuse der Lahn auf die Weiterfahrt. Foto: picture-alliance

Bei dem Treffen am 2. März wurden drei Aspekte als zentrale Themen identifiziert.

  • Es gilt, den Wassertourismus als Instrument der Regionalentwicklung, Wirtschaftsentwicklung und der Daseinsfürsorge ins Wasserstraßen-Gesetz aufzunehmen.
  • Es muss eine Bestandsaufnahme über den aktuellen Zustand der Schleusen und Wehre erfolgen und daraus ein detaillierter Sanierungsfahrplan abgeleitet werden. Dabei müssen die Entwicklungspotentiale im Sinne der oben genannten Ziele die Rangfolge der Investitionen bestimmen und nicht veraltete Erhebungen.
  • Im Bundeshaushalt muss ein eigenständiger Haushaltstitel für die Nebenwasserstraßen eingeführt und die dafür notwendigen Personalkapazitäten zur Verfügung gestellt werden.

„Seit Jahren schaut der Bund zu, wie Schleusen und Wehre verfallen. Ist eine Anlage defekt, vergehen Jahre für die Notinstandsetzung oder einen Neubau. Es ist an der Zeit, endlich zu schnellen und sinnvollen Lösungen zu kommen“, sagt Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes.

Kurt Heinen, Tourismuspräsident des ADAC, ergänzt: „Ausfälle von Schleusen wie zuletzt zwischen der Mecklenburger Seenplatte und den Brandenburger Gewässern müssen zukünftig vermieden werden. Dazu ist es notwendig, nach einem abgestimmten Prioritäten- bzw. Maßnahmenplan die in die Jahre gekommenen Schleusen schnellstmöglich in Stand zu setzen.“

 „Deutschlands einzigartiges Freizeitwasserstraßennetz ist die Sportstätte für unsere Wassersportler*innen. Mit einem eigenständigen Haushaltstitel wird sichergestellt, dass diese Infrastruktur auch zukünftig flächendeckend für den Wassersport und -tourismus nutzbar bleibt“, erläutert Lisa Carstensen, Beauftragte für den Wassersport beim Deutschen Olympischen Sportbund.

Im Rahmen der Veranstaltung überreichten die Verbände ihr gemeinsames Papier mit den Anforderungen an eine nationale Tourismusstrategie aus Sicht des Wassersports, der Wassersportwirtschaft und des Tourismus an den anwesenden Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. 

Hintergrund

Rund 7.300 km Binnenwasserstraßen gehören dem Bund als Eigentümer. Davon sind rund 4.500 km Haupt- und rund 2.800 km Nebenwasserstraßen sowie und 23.000 km² Seewasserstraßen. Aus der touristischen Nachfrage werden rund 4 Mrd. Euro Bruttoumsatz generiert. Mindestens 65.000 Personen bestreiten ihren Lebensunterhalt durch den Wassertourismus an den Bundeswasserstraßen. Der Wassertourismus in Deutschland ist eine Boombranche und auch unter dem Gesichtspunkt der Regionalentwicklung und der Nachhaltigkeit des Tourismus vor Ort von zunehmender Bedeutung, die staatliche Unterstützung verdient. 

Bündnispartner

Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC), Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. (BVWW), Deutscher Kanu-Verband e.V. (DKV), Deutscher Motoryachtverband e.V. (DMYV), Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB), Deutscher Ruderverband e.V. (DRV), Deutscher Segler-Verband e.V. (DSV), Deutscher Tourismusverband e.V. (DTV)

(Quelle: DOSB/Verbände-Bündnis)


  • Zahlreiche Kanufahrer warten in einer Schleuse der Lahn auf die Weiterfahrt. Foto: picture-alliance
    Zahlreiche Kanufahrer warten in einer Schleuse der Lahn auf die Weiterfahrt. Foto: picture-alliance

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