DOSB ehrt Markus Weise als Trainer des Jahres 2011

Der Hockey-Bundestrainer Markus Weise wurde am Sonntag in Baden-Baden im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung „Sportler des Jahres“ vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geehrt.

Bundestrainer Markus Weise (3. v.l.) mit DOSB-Präsident Thomas Bach (l.), Laudatorin Marion Rodewald (2.v.l.) und Laudator Max Müller (4. v.l.). Foto: picture-alliance
Bundestrainer Markus Weise (3. v.l.) mit DOSB-Präsident Thomas Bach (l.), Laudatorin Marion Rodewald (2.v.l.) und Laudator Max Müller (4. v.l.). Foto: picture-alliance

Weise ist es als einzigem Trainer weltweit gelungen, Olympiasieger mit einem Frauen- und einem Männer-Hockeyteam zu werden. 2004 in Athen gewann er mit den deutschen Damen, 2008 in Peking mit den deutschen Herren. Seine beiden Mannschaften wurden daraufhin jeweils in Baden-Baden als Mannschaft des Jahres gekürt.

„Den einen Schlüssel für so einen außergewöhnlichen Erfolg gibt es wohl nicht. Doch wissen alle, die einmal mit Markus zusammengearbeitet haben, dass er ein gutes Gefühl für die entstehende Dynamik in seinen Mannschaften hat: So bezeichnete er seine Überraschungsolympiasiegerinnen von 2004 als ‚Wundertüten‘, während die Herren Mannschaft von 2008 aus seiner Sicht aus ‚Patienten, Chaoten und starken Typen‘ bestand“, sagte Max Müller aus der Olympiasieger-Mannschaft von 2008, der zusammen mit Marion Rodewald aus der Olympiasieger-Mannschaft von 2004 die Laudatio auf Weise hielt. 

Rodewald meinte: „Dass die Olympiasiege keine Eintagsfliegen waren, bewies Markus sowohl mit Titeln in seiner Zeit als Jugend-Auswahltrainer als auch bereits wieder in diesem Jahr, als er mit den Herren Europameister in Mönchengladbach wurde. Bei all seinen Erfolgen verstand er es immer, die Mannschaften durch prägnante und fesselnde Ansprachen auf den Punkt zu motivieren. Auch bei der Zusammenstellung der Mannschaften ging Markus seinen eigenen Weg, der immer für eine Überraschung gut – aber dann eben auch meistens erfolgreich – war.“

Die Auszeichnung überreichte Thomas Bach, DOSB-Präsident und Olympiasieger im Fechten 1976. „Der Trainer ist der wichtigste Partner der Athleten. Mit dem Preis wollen wir die Position und den Stellenwert von Trainerinnen und Trainern stärken und aus dem Schattendasein ins Licht der Öffentlichkeit rücken“, sagte Bach. Weise, der am heutigen Montag seinen 49. Geburtstag feiert, ist der sechste „Trainer des Jahres“ des DOSB. Zuvor erhielten Raimund Bethge (2006/Bob), Heiner Brand (2007/Handball), Rolf-Dieter Amend (2008/Kanu), Kim Raisner (2009/Moderner Fünfkampf) und Uwe Müßiggang (2010/Biathlon) den mit der DOSB-Gründung 2006 geschaffenen Preis. 

Am Sonntag wurde die Auszeichnung erstmals im Rahmen der Veranstaltung „Sportler des Jahres“ vergeben, nachdem sie bislang immer bei der Mitgliederversammlung des DOSB Anfang Dezember überreicht worden war.

Die Laudatio von Marion Rodewald, Hockey-Olympiasiegerin 2004, und Max Müller, Hockey-Olympiasieger 2008, im Wortlaut:

MARION RODEWALD: Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste, normalerweise stehen Hockeyspieler immer nur in den olympischen Jahren auf dieser Bühne: so durften meine Teamkolleginnen und ich die Ehrung zur Mannschaft des Jahres 2004 nach dem Gewinn der Goldmedaille in Athen entgegen nehmen und den Herren um Max Müller wurde die gleiche Ehre nach ihrem Sieg bei den Olympischen Spielen in Peking zuteil.

MAX MÜLLER: Die einzige Person, die beide Male auf dieser Bühne stand, war unser Trainer Markus Weise, und damit ist er der einzige Trainer überhaupt, dem es gelang, sowohl mit einem Damen- als auch mit einem Herrenteam olympisches Gold zu holen. Den einen Schlüssel für so einen außergewöhnlichen Erfolg gibt es wohl nicht. Doch wissen alle, die einmal mit Markus zusammengearbeitet haben, dass er ein gutes Gefühl für die entstehende Dynamik in seinen Mannschaften hat: So bezeichnete er seine Überraschungs-Olympiasiegerinnen von 2004 als „Wundertüten“, während die Herren-Mannschaft von 2008 aus seiner Sicht aus „Patienten, Chaoten und starken Typen“ bestand.

MARION RODEWALD: Unterschiedlicher konnten die beiden Aufgaben also nicht sein. Dass dies keine Eintagsfliegen waren, bewies er sowohl mit Titeln in seiner Zeit als Jugend-Auswahltrainer als auch bereits wieder in diesem Jahr, als er mit den Herren Europameister in Mönchengladbach wurde. Bei all seinen Erfolgen verstand er es immer, die Mannschaften durch prägnante und fesselnde Ansprachen auf den Punkt zu motivieren. Auch bei der Zusammenstellung der Mannschaften ging Markus seinen eigenen Weg, der immer für eine Überraschung gut – aber dann eben auch meistens erfolgreich – war.

MAX MÜLLER: Trotzdem ist Markus ein Trainer, der den Spielern Raum lässt, in dem sie sich entwickeln können. Dieses Beharren auf die Eigenverantwortlichkeit der Spieler ist für einen Trainer sicher nicht immer leicht, und doch zeigt es ein großes Vertrauen in seine Schützlinge. Oft genug hat Markus betont, dass er uns den Weg zu einem erfolgreichen Turnier zeigen kann, aber gehen muss diesen Weg dann jeder selbst. Lieber Markus, ich denke, du weißt genauso gut wie ich, dass nächstes Jahr wieder ein olympisches Jahr ist, und ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier nächstes Jahr wieder auf dieser Bühne mit einer Medaille um den Hals stehen würden.

MARION RODEWALD: Dafür wünschen wir euch natürlich viel Glück und Erfolg. Meine Damen und Herren, der „Trainer des Jahres 2011“ des Deutschen Olympischen Sportbundes: Markus Weise

(Quelle: DOSB)


  • Bundestrainer Markus Weise (3. v.l.) mit DOSB-Präsident Thomas Bach (l.), Laudatorin Marion Rodewald (2.v.l.) und Laudator Max Müller (4. v.l.). Foto: picture-alliance
    Bundestrainer Markus Weise (3. v.l.) mit DOSB-Präsident Thomas Bach (l.), Laudatorin Marion Rodewald (2.v.l.) und Laudator Max Müller (4. v.l.). Foto: picture-alliance

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