DOSB schickt Experten nach Asien, Afrika und Mittelamerika

Der deutsche Sport treibt auch im neuen Jahr den Aufbau von Sportstrukturen in Entwicklungsländern voran

Weltfußballern Birgit Prinz und Experte Klaus Stärk bei einer Maßnahme zum Aufbau des Frauenfußballs in Afghanistan
Weltfußballern Birgit Prinz und Experte Klaus Stärk bei einer Maßnahme zum Aufbau des Frauenfußballs in Afghanistan

Nicht weniger als acht Entwicklungs-Experten des Deutschen Olympischen Sportbundes reisen in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres nach China und in Länder der Dritten Welt, um dort mit Mitteln des Auswärtigen Amtes Maßnahmen zum Aufbau und zur Förderung des Sports durchzuführen. Die Internationale Abteilung des DOSB koordiniert die Entsendung in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Fachverbänden in Deutschland und in den Partnerländern sowie den dortigen Nationalen Olympischen Komitees (NOK). „Vier der acht Projekte widmen sich schwerpunktmäßig dem Aufbau von Fußballstrukturen und der Vermittlung von fußballspezifischem Fachwissen an Trainerinnen und Trainer, je eines dem Ruder- und dem Karatesport sowie der Leichtathletik“, erklärt DOSB-Abteilungsleiterin Katrin Merkel.

Insgesamt darf sich der DOSB im Jahr 2007 über einen Anstieg seiner Fördermittel für Sportprojekte in der 3. Welt, China, der Mongolei, mittel- und osteuropäischen Staaten sowie den ehemaligen Staaten der Sowjetunion freuen. Eine Sitzung des Interministeriellen Ausschusses (IMA) aus Vertretern von Auswärtigem Amt, BMI, Bundesverwaltungsamt sowie DOSB, DLV, DFB und Uni Leipzig ergab (wie vermeldet) Mitte Dezember 2006 in Berlin eine Zusage von Projektmitteln in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für die Koordination und Durchführung von Kurz- und Langzeit-Maßnahmen durch den DOSB seitens des Auswärtigen Amtes. Mit weiteren Zuwendungen werden Fortbildungs-Maßnahmen ausländischer Trainer an den Trainerschulen des Deutschen Fußball-Bundes, des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und der Universität Leipzig durchgeführt und Sportgerätespenden finanziert. Der Gesamtbetrag, den das Auswärtige Amt im Rahmen seiner Auswärtigen Kulturpolitik dem Sport zur Verfügung stellt entspricht mit etwa 2,75 Millionen Euro dem Schnitt der Vorjahre.

Aktuell führen der Sportmediziner Prof. Dr. Walter van Laack und der Physiotherapeut Ulrich Becker vom 10. bis zum 19. Januar eine projektbegleitende Maßnahme zu einem DOSB-Langzeitprojekt in China durch. „Das DOSB-Langzeitprojekt ist der Entwicklung des Fußballsports gewidmet und wird von Horst Kriete betreut. Die sportmedizinische Fortbildung im Nationalen Trainings-Center von Hainan zielt dabei auf fußballspezifische orthopädische Probleme. Im Einzelnen werden Verletzungen des Fußes, der Sprung-, Knie- und Schultergelenke sowie ihre Prävention, Erstversorgung und Therapie thematisiert. Ein Schwerpunkt gilt dem physiotherapeutischen Tapen“, erläutert Katrin Merkel. Ulrich Becker besitzt die Sportphysiotherapeuten-Lizenz des DOSB und hat die Hockeynationalmannschaften der Damen und Herren in insgesamt mehr als 500 Länderspielen bei 7 Weltmeisterschaften und 3 Olympischen Spielen betreut. Prof. Dr. med. Walter van Laack ist Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie in Herzogenrath bei Aachen.

Fußball-Experte Klaus Stärk wird vom 10. Januar bis zum 2. Februar in Pakistan Trainer und Übungsleiter für den Fußball-Nachwuchs fortbilden. Der vierwöchige Einsatz sieht Maßnahmen in Lahore, Islamabad/Rawalpindi, Sargodha/Faisalabad und Nowshera vor. Dort richtet sich das Engagement von Klaus Stärk jeweils auf Trainer, die U 18-Spieler trainieren. Die meisten von ihnen sind im Besitz einer C- oder einer B-Trainer-Lizenz. „Das tägliche Programm wird morgen die Trainerausbildung in Gruppen und nachmittags Spielertraining umfassen“, kündigt Klaus Stärk an. Außerdem erhoffe sich der pakistanische Fußball-Verband Unterstützung bei der Ausrichtung eines für Januar geplanten nationalen U13-Fußballfestes. Klaus Stärk war als Entwicklungs- und Fußball-Experte zuletzt im Rahmen mehrerer Projektmaßnahmen am Wiederaufbau des Fußballs in Afghanistan beteiligt. Für Aufmerksamkeit sorgten dabei insbesondere seine Lizenzkurse für Fußballtrainerinnen und der Aufbau der afghanischen Damen-Nationalmannschaft, für die sich im vergangenen Jahr in Kabul Weltfußballerin Birgit Prinz stark gemacht hatte.

Auch Joachim Fickert, der sich vom 17. Januar bis zum 15. Februar in Mali aufhält, ist Fußballexperte und auch er zählt im Bereich der Sportentwicklung zu den bekannten und in vielen Maßnahmen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas bewährten Experten. Der malische Fußball-Verband möchte mit einem weiteren Trainerlehrgang an die letztjährige DOSB-Fortbildung anknüpfen. So richtet sich der aktuelle Kurs folgerichtig auch wieder an den Teilnehmerkreis des Vorjahres.

Nicht Cool-Running, sondern Heavy-Rowing ist angesagt, wenn Ruderexperte Jürgen Düse vom 17. Januar bis zum 6. Februar Rudertrainer in Jamaika coacht. Jürgen Düse wird damit während seines Aufenthaltes im Entsendungsgebiet die Aus- und Fortbildung im neu gegründeten jamaikanischen Ruderverband unterstützen. Er greift wie die anderen DOSB-Experten auf ein umfangreiches sportartspezifisches Fachwissen zurück und war Trainer von Einerlegende Peter Michael Kolbe und vielen weiteren Titelträgern.

Drei weitere Kurzzeitprojekte werden für den Wiederaufbau von Sportstrukturen in Tsunami-Regionen durchgeführt. Hans-Peter Thumm wendet sich mit seiner Maßnahme vom 03. bis zum 21. Januar dem Aufbau des Breitensports mit Schwerpunkt Leichtathletik zu, Günther Mohr legt seinen Schwerpunkt vom 20. Januar bis zum 11. Februar in Jakarta und Banda Aceh auf die Entwicklung des Karatesports und Klaus Schlappner widmet sich vom 23. Januar bis zum 15. Februar in Banda Aceh der Wiederbelebung des Fußballs. Diese Maßnahmen gehen auf die im Rahmen des UN-Jahres des Sports 2005 bereitgestellten Mittel des BMI zurück, die auf der Grundlage einer gemeinsamen Resolution des deutschen Sports für Projekte zugunsten von Menschen in den Weihnachten 2004 verwüsteten Tsunami-Gebieten Sri Lankas und Indonesiens verwandt wurden.


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    Weltfußballern Birgit Prinz und Experte Klaus Stärk bei einer Maßnahme zum Aufbau des Frauenfußballs in Afghanistan

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