DOSB zeichnet Schormann und Digel mit Ehrennadeln aus

Beim Neujahrsempfang des DOSB sind der Sportsoziologe Helmut Digel und der Präsident des Weltverbandes im Modernen Fünfkampf, Klaus Schormann mit der Ehrennadel des DOSB ausgezeichnet worden.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Laudatorin Prof. Gudrun Doll-Tepper, Helmut Digel, Klaus Schormann und Laudator Ingo Weiss (v.l.) im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Torsten Silz
DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Laudatorin Prof. Gudrun Doll-Tepper, Helmut Digel, Klaus Schormann und Laudator Ingo Weiss (v.l.) im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Torsten Silz

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helmut Digel einmal „Vordenker, Nachdenker und Querdenker“ genannt. In der Tat meldet sich der seit 2010 emeritierte Professor am Institut für Sportwissenschaft der Uni Tübingen gerne zu Wort. „Es geht ihm vor allem um unbequeme Wahrheiten“, sagte die DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung Prof. Gudrun Doll-Tepper in ihrer Laudatio für den ehemaligen Handballspieler. Seine Analysen seien dabei nicht nur rein wissenschaftlich, sondern durchaus geprägt von der, wie er selbst es umschreibe, „Vielfalt alltagswissenschaftlicher Beobachtungen“.

 

Die Vielfalt alltagswissenschaftlicher Beobachtungen

Die Soziologie erforscht das Zusammenleben von Menschen - ein weites Feld. „Und der Soziologe Digel hat sich in seinem wissenschaftlichen Wirken auch nicht davon einengen lassen, dass er dieses Feld auf den Sport beschränkt. Die Bandbreite seiner Veröffentlichungen ist enorm. Sie zeigen, dass Sport nicht für sich allein steht, sondern eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielt“, betonte Doll-Tepper.

Dazu gehörten natürlich auch Erfahrungen, die Digel vor allem als Sportfunktionär gemacht habe. Der gebürtige Westfale stand von 1993 bis 2001 an der Spitze des Deutschen Leichtathletikverbandes und gehört noch heute dem Council des Weltverbandes IAAF an. All das führe nicht selten zu pointierten, durchaus auch emotionalen Aussagen, so Doll-Tepper. „Das gibt er selbst gerne zu. Die scharfe Zunge hat schon mancher – auch wir –  zu spüren bekommen.“

Zuweilen hatte es den Anschein, als resignierte Helmut Digel, zum Beispiel, wenn er über den Anti-Doping-Kampf nachdenke, sagte Gudrun Doll-Tepper. „Und doch wird bei ihm immer noch die Überzeugung deutlich, dass es sich lohnt, gegen all die Anfechtungen, denen der Sport ausgesetzt ist, zu kämpfen und Verantwortung zu übernehmen. Und dass es sich vor allem lohnt, für einen fairen, verantwortbaren Hochleistungssport im Sinne der Athleten zu streiten.“

Den Modernen Fünfkampf der Zeit angepasst

Die Laudatio auf Dr. Klaus Schormann hielt der DOSB-Vizepräsident für Jugendsport und Vorsitzende der Deutschen Sportjugend Ingo Weiss, der den Geehrten unter anderem in gemeinsamer Vorstandsarbeit bei der Deutschen Olympischen Akademie schätzen gelernt hat.

Klaus Schormann ist seit 1968 eng mit der olympischen Sportart Moderner Fünfkampf verbunden. Der gebürtige Göttinger begann seine steile und vor allem langjährige Karriere 1976 in Darmstadt beim hessischen Verband und wurde 1984 zum Präsidenten des deutschen Dachverbandes im Modernen Fünfkampf gewählt. Seit dem Jahr 1993 steht er der Union International de Pentathlon Moderne vor.  Bald 20 Jahre arbeitet der ehemalige Lehrer für Geografie, Sport und Politik  in IOC-Kommissionen mit, „um für die Olympische Bewegung und im Sinne des deutschen Sports neue Ideen zu entwickeln“, sagte Ingo Weiss.

Hinter diesen Zahlen verberge sich aber vor allem das erfolgreiche Wirken für seine Sportart, die er zu einem wahrhaft Modernen Fünfkampf gemacht habe. „Dieser Wettkampf musste immer wieder um die olympische Zukunft bangen, ehe Schormann ihn an die Zeit anpasste, ohne ihm seinen Charakter zu nehmen. Ohne diesen Schritt, das scheint klar, wäre der Moderne Fünfkampf nicht mehr im Olympischen Programm“, ist sich Weiss sicher. „Ein gelungenes modernisiertes Turnier mit neuen Abläufen und neuer Technik wie bei den Spielen in London 2012 auf die Beine zu stellen, das war ein großes Wagnis.“

Und es war ein kühner Plan, der gelang. Die gesamten Wettkämpfe im Modernen Fünfkampf werden bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 erstmals zuschauerfreundlich und TV-affin in einem einzigen Stadion stattfinden.

„Wer seine Ideen und Visionen derart kenntnisreich, über so lange Jahre, bestens vernetzt und konsequent zum Wohle seiner Sache und des Sports durchsetzt, selbst gegen viele Widerstände in den eigenen Reihen, der darf sich sicher sein, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben“, betonte Ingo Weiss.

Preisträger der Ehrennadel 2014

Die Verleihung der Ehrennadel regelt die DOSB-Ehrenordnung. Sie „kann an Persönlichkeiten oder Organisationen aus dem organisierten Sport verliehen werden, die sich herausragende Verdienste um die Förderung und Entwicklung des Sports erworben haben“.

Zuletzt erhielten auf der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember 2014 der frühere Eisschnellläufer und ehemalige Vorsitzende der Athletenkommission im DOSB, Christian Breuer, der langjährige Präsident von Special Olympics Gernot Mittler, der Ehrenpräsident der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Dr. Klaus Wilkens sowie Karl Weinmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schulsportstiftung Nadel und Urkunde in Anerkennung ihrer Verdienste um den deutschen Sport.

Auch Prof. Helmut Digel und Dr. Klaus Schormann sollten bereits auf der Mitgliederversammlung ihre Ehrennadeln erhalten. Aus Termingründen wurde die Auszeichnung jedoch erst auf dem DOSB-Neujahrsempfang vorgenommen.

undefinedZu den PreisträgerInnen der letzten Jahre

(Quelle: DOSB)


  • DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Laudatorin Prof. Gudrun Doll-Tepper, Helmut Digel, Klaus Schormann und Laudator Ingo Weiss (v.l.) im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Torsten Silz
    DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Laudatorin Prof. Gudrun Doll-Tepper, Helmut Digel, Klaus Schormann und Laudator Ingo Weiss (v.l.) im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Torsten Silz

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