Drei Fragen an...Jamilon Mülders

„Hockey hat mich von der Straße weggeholt“: Jamilon Mülders im Interview mit Redakteuren der Deutschen Journalistenschule (DJS). Es ist Teil eines multimedialen Projekts in Kooperation zwischen DOSB und DJS.

 

 

Jamilon Mülders, 41, ist Bundestrainer der Hockey-Frauen und wurde 2002 als Spieler in der Nationalmannschaft Weltmeister. Foto: Frank Uijlenbroek
Jamilon Mülders, 41, ist Bundestrainer der Hockey-Frauen und wurde 2002 als Spieler in der Nationalmannschaft Weltmeister. Foto: Frank Uijlenbroek

Wie attraktiv ist Hockey für Menschen mit Migrationshintergrund?

Hockey ist eine Mannschaftssportart, das heißt, man trainiert im Team, bestreitet Wettkämpfe im Team, setzt sich Ziele im Team. Man pflegt ein Miteinander, man entwickelt einen Gemeinschaftssinn. Ähnlich wie im Fußball, Handball und Basketball geht dieser Teamgedanke weit über Nationalitäten hinaus. Hockey ist eine sehr zugängliche Sportart. Wir haben nie Integrationsprogramme oder dergleichen aufgesetzt, und trotzdem haben wir viele Athletinnen und Athleten mit Migrationshintergrund. Da herrscht in den Clubs ein sehr offener Umgang.

Sie haben in einem Interview gesagt, Hockey war Ihnen eine große Hilfe in der Jugend. Warum?

Ich bin bei meinen Großeltern in einem eher konservativen Umfeld aufgewachsen. Sie waren nicht mehr ganz mobil und up-to-date. Hockey hat mich von der Straße weggeholt und in eine Gemeinschaft integriert – das war sehr identitätsstiftend. Der Sport hat für mich einen Kraftakt geleistet, zu dem meine Großeltern nicht mehr in der Lage waren. Zudem war ich in meiner Klasse der einzige Farbige und habe schnell einen Stempel aufgedrückt bekommen. Hockey war also sehr hilfreich, meine Persönlichkeit auszubilden.

Wie kann Sport bei der Integration helfen?

Der Umgang von Sportlern miteinander ist sehr nah, sehr körperlich, sehr wenig mit Vorurteilen behaftet. Sport geht über Grenzen hinweg, Sport verbindet. Er tut nicht nur physisch gut, sondern ist Ablenkung und schöne Nebensache, in einer Welt, in der es täglich viel zu viele bestürzende Nachrichten gibt. Wie sich Sportler auf dem Spielfeld begegnen – unabhängig von Sprache und Denkweise – ist Beispiel dafür, wie es grundsätzlich zugehen sollte. Und wir als Trainer sind in der Pflicht, immer wieder zu propagieren, sich füreinander zu öffnen.

Jamilon Mülders, 41, ist Bundestrainer der Hockey-Frauen und wurde 2002 als Spieler in der Nationalmannschaft Weltmeister.

Der DOSB hat die 55. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) gebeten, sich Gedanken über den Zusammenhang von Sport und Integration zu machen – frei und unabhängig von Vorgaben, gemäß dem journalistischen Kodex. Herausgekommen ist ein multimediales Projekt, das mit einer Webreportage über einen charismatischen Münchener Crickettrainer startet und in den darauffolgenden Tagen mit Interviews, persönlichen Erlebnissen und Statements von prominenten und weniger prominenten Menschen online und in den Sozialen Medien (Twitter: @DOSB_Integra) fortgeführt wird. Zum Abschluss der Kooperation am 8. Juni wechseln die DJS-Schüler in den Printbereich und erzählen ihre Geschichten zu Integration durch Sport in der Beilage einer großen deutschen Tageszeitung weiter. Lassen Sie sich überraschen.

Fragen: Leonie Gubela und Robin Köhler (DJS)


  • Jamilon Mülders, 41, ist Bundestrainer der Hockey-Frauen und wurde 2002 als Spieler in der Nationalmannschaft Weltmeister. Foto: Frank Uijlenbroek
    Jamilon Mülders, 41, ist Bundestrainer der Hockey-Frauen und wurde 2002 als Spieler in der Nationalmannschaft Weltmeister. Foto: Frank Uijlenbroek
  • DOSB-DJS-Aktionsstempel
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