Drei Fragen an...Nia Künzer

„Man darf den Sport nicht überfrachten“: Die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Nia Künzer im Kurzinterview, das im Rahmen einer Kooperation des DOSB mit der Deutschen Journalistenschule zum Thema „Integration durch Sport“ entstand.

Nia Künzer, 37, ist ehemalige Spielerin der Fußball-Nationalmannschaft, hat Pädagogik studiert und arbeitet momentan im Dezernat Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt im Regierungspräsidium Gießen. Foto: privat
Nia Künzer, 37, ist ehemalige Spielerin der Fußball-Nationalmannschaft, hat Pädagogik studiert und arbeitet momentan im Dezernat Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt im Regierungspräsidium Gießen. Foto: privat

Wie steht es um die Integrationsbemühungen im Deutschen Frauenfußball?

Tatsächlich funktioniert der Einstieg am besten über Fußball-AGs in der Schule. Die Eltern vertrauen der Institution, sie lassen ihre Mädchen ohne große Diskussion daran teilnehmen. Da haben wir gute Erfahrungen gemacht, die sich in den Nachwuchsmannschaften der Nationalmannschaft bemerkbar machen. Es hat seine Zeit gedauert, bis der Deutsche Fußball gemerkt hat, welches Potential in vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund schlummert. Dieses Potential schlummert natürlich auch in den Mädchen – nun versucht man es abzurufen.

Sie sind in einer Albert-Schweitzer-Kinderdorffamilie mit sieben Pflegegeschwistern aufgewachsen. Welche Rolle hat Integration in Ihrer Kindheit gespielt?

Wenn man Integration nur auf den Migrationshintergrund bezieht, dann keine besonders große, denn meine Geschwister sind alle deutsche Staatsbürger. Aber natürlich geht es in so einer zusammengewürfelten Familie ebenfalls um Integration, und darum sich durchzusetzen und auch mal zurückzustecken – das gehört zum Familienleben dazu.

Wie kann Sport bei der Integration helfen?

Eins vorweg: Man darf den Sport nicht überfrachten, mit Dingen, die Gesellschaft und Politik gemeinsam schaffen müssen. Aber ich bin überzeugt, dass Sport ein großes Potential hat, zur Integration beizutragen. Er fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl, den Teamgedanken, das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können. Man lernt Disziplin. Menschen, die beispielsweise durch eine Flucht traumatisiert wurden, bringt es eine gewisse Leichtigkeit und Ablenkung. Durch diese vielen tollen Aspekte ermöglicht der Sport es einem, sich schneller in ein neues Umfeld einzuleben. 

Nia Künzer, 37, ist ehemalige Spielerin der Fußball-Nationalmannschaft, hat Pädagogik studiert und arbeitet momentan im Dezernat Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt im Regierungspräsidium Gießen.

Der DOSB hat die 55. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) gebeten, sich Gedanken über den Zusammenhang von Sport und Integration zu machen – frei und unabhängig von Vorgaben, gemäß dem journalistischen Kodex. Herausgekommen ist ein multimediales Projekt, das mit einer Webreportage über einen charismatischen Münchener Crickettrainer startet und in den darauffolgenden Tagen mit Interviews, persönlichen Erlebnissen und Statements von prominenten und weniger prominenten Menschen online und in den Sozialen Medien (Twitter: @DOSB_Integra) fortgeführt wird. Zum Abschluss der Kooperation am 8. Juni wechseln die DJS-Schüler in den Printbereich und erzählen ihre Geschichten zu Integration durch Sport in der Beilage einer großen deutschen Tageszeitung weiter. Lassen Sie sich überraschen.

Fragen: Leonie Gubela und Robin Köhler (DJS)


  • Nia Künzer, 37, ist ehemalige Spielerin der Fußball-Nationalmannschaft, hat Pädagogik studiert und arbeitet momentan im Dezernat Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt im Regierungspräsidium Gießen. Foto: privat
    Nia Künzer, 37, ist ehemalige Spielerin der Fußball-Nationalmannschaft, hat Pädagogik studiert und arbeitet momentan im Dezernat Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt im Regierungspräsidium Gießen. Foto: privat
  • DOSB-DJS-Aktionsstempel
    DOSB-DJS-Aktionsstempel

Diese Webseite nutzt Cookies

Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies, um Inhalte zu personalisieren, die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren und somit unser Angebot zu verbessern. Wir erheben dabei nur pseudonyme Daten, eine Identifikation erfolgt nicht. Ferner geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Webseite an unsere Partner für Werbung und Analyse weiter.