Durch Recycling zum Leichtathletikmaterial

Ausgebildete Multiplikator/innen aus der Türkei treffen auf Teilnehmer/innen des DLV-Jugendlagers in Berlin. Dabei zeigen Berlin und Gaziantep beispielhaft, wie aus Gebrauchtem neue Sportmaterialien werden können.

Teilnehmerinnen stellen Leichtathletikmaterial selbst her. 
Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz
Teilnehmerinnen stellen Leichtathletikmaterial selbst her. Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz

Barış Özalkan ist auf der Suche nach Papier, Kartons, Plastikflaschen und Verpackungsmüll. Die wiederverwertbaren Abfälle kann er in seinen Leichtathletikaktivitäten gut einbauen. Barış ist einer von 360 Multiplikator/innen, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der türkisch-syrischen Grenzregion weitergebildet hat. “In Gaziantep haben wir einen Parcours, der nicht nur ökologische sondern auch interkulturelle Faktoren berücksichtigt“, sagt Barış Özalkan der zur Leichtathletik-Europameisterschaften nach Berlin eingeladen wurde. „Mit dem Kids‘ Athletics Ansatz habe ich gelernt, ressourcenschonend mit der Umwelt umzugehen, Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und den sozialen Zusammenhalt zwischen türkischen und syrischen Kindern zu stärken. Durch Leichtathletik und andere Sportarten packen wir Themen an, die eine Herausforderung für die Gesellschaft darstellen“, resümierte der Trainer aus Gaziantep.   

Von Gaziantep nach Berlin: Im Rahmen des Vorhabens „Sport für Entwicklung im Bildungsprogramm für syrische Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden, Türkei“, das der DOSB in Zusammenarbeit mit der GIZ und im Auftrag des BMZ in Gaziantep umsetzt, wurden Barış Özalkan und Cansu Altingöz vom 5. - 8. August zu einer Weiterbildung eingeladen. Unter dem Motto „Berlin 2018. Athletics for Sustainable Development“ – eine Initiative des BMZ, DOSB, des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) und Engagement Global gGmbH – begleiteten die beiden Multiplikator/innen den Workshop: “Sport im Kontext von Flucht, Migration und Integration“ und berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen aus der Türkei. Darüber hinaus bauten sie gemeinsam mit 20 von den über 100 Teilnehmer/innen des DLV-Jugendlagers einen Parcours aus Rohren, Kartons, Schnüren, Plastikbehältern und Paketbändern. Die Teilnehmer/innen des DLV-Jugendlagers bemerkten schnell, dass sich dieser Ansatz besonders im Flüchtlingskontext gut eignet, weil Sport die Möglichkeit bietet, zu spielen und zu kommunizieren, selbst wenn nicht die gleiche Sprache gesprochen wird. Da das Sportmaterial aus einfachen Gegenständen oder Abfallprodukten mit etwas Kreativität selbst hergestellt werden kann, ist der Ansatz universell und kostengünstig einsetzbar. Der Workshop in Berlin hat dies eindrucksvoll bewiesen. 

Die Maßnahmen in der Türkei stehen im Kontext einer weiter gefassten Zusammenarbeit zwischen BMZ und DOSB. Unter dem Dach von „Sport für Entwicklung“ werden mit gemeinsamen Projekten Kinder und Jugendliche in Schwellen- und Entwicklungsländern in ihrer Entwicklung gefördert. Dabei geht es nicht nur um die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegung: Sport wird hier gezielt genutzt, um Werte wie Respekt, Fair Play und Teamgeist zu fördern und um Bildungsanreize zu setzen. Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte auch von der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie wertet aus, ob die Sportmultiplikatoren mit ihren Aktivitäten später erfolgreich sind und das Projekt seine Ziele erreicht.


  • Teilnehmerinnen stellen Leichtathletikmaterial selbst her. 
Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz
    Teilnehmerinnen stellen Leichtathletikmaterial selbst her. Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz
  • DOSB/GIZ-Multiplikatorin Cansu Altingöz. Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz
    DOSB/GIZ-Multiplikatorin Cansu Altingöz. Foto: © Engagement Global/Janine Schmitz
  • Barış Özalkan im Einsatz in Berlin. Foto: © DOSB
    Barış Özalkan im Einsatz in Berlin. Foto: © DOSB

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