Ehrenamt tut dem Herzen gut

Autor Detlef Kuhlmann, Professor am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover, wünscht sich mehr Selbstversuche im Ehrenamt, denn das hält gesund.

Eine Studie fand jetzt heraus, dass ehrenamtliche Tätigkeiten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Foto: dsj
Eine Studie fand jetzt heraus, dass ehrenamtliche Tätigkeiten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Foto: dsj

Die ewige Sorge um die schwindende Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement in unserer Gesellschaft bringt es mit sich, dass immer mehr und immer originellere Ideen produziert werden, um mehr Menschen für ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen. Ob all diese Ideen alltagstauglich sind und einschlagen, sei einmal dahingestellt – als gut gemeinte Versuche in die richtige Richtung sollten wir sie per se einstufen.

Und es gilt: Je mehr mediale Aufmerksamkeit eine Idee zur Förderung des Ehrenamtes erlangt, umso mehr ist zu erwarten, dass irgendwo irgendetwas davon hängen bleibt. Und was die Art und Anzahl von Initiativen und Ideen zur weiteren Förderung des Ehrenamtes anbelangt, muss man sich im Grunde keine großen Sorgen machen – auch nicht im Sport?! Ein paar neuere, aber dennoch zufällig ausgewählte Beispiele mögen das belegen:

Am 1. März hat der Bundesrat dem Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes zugestimmt. Rückwirkend wird der Ehrenamtsfreibetrag nochmals angehoben, der mit Blick auf die knapp neun Millionen Ehrenamtlichen im Sport (nomen est omen!) auch als „Übungsleiter-Pauschale“ bezeichnet wird. Der Wettbewerb um den Deutschen Bürgerpreis 2013 ist u. a. in den Kategorien „U21, Alltagshelden und Lebenswerk“ ausgeschrieben. Bewerbungen aus dem Sport liegen nahe und sind ausdrücklich willkommen. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) belegte neulich beim Verbandswettbewerb („Mit gutem Beispiel voran – gemeinsam an die Spitze!“) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) den ersten Platz mit seinem Projekt „Pluspunkt Ehrenamt“, mit dem die Rahmenbedingungen zur Ausübung von Freiwilligendiensten in den DTB-Mitgliedsorganisationen verbessert werden sollen. Andere Dachverbände könnten dem DTB-Projekt folgen. Der DOSB hat mit seiner bundesweiten Tagung zur „Aufgabe Ehrenamtsförderung“ in der Führungs-Akademie Köln Ende letzten Jahres ebenfalls ein Beispiel gegeben, von dem im Grunde jeder Sportverein profitieren kann.

Im Zuge des Projektes „Junges Engagement im Sport“ der Deutschen Sportjugend können sich Schülerinnen und Schüler ihre ehrenamtliche Tätigkeit auf einem Beiblatt zum Zeugnis vermerken lassen. In diesem Zusammenhang sei auf das Ergebnis einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern an der University of British Columbia im kanadischen Vancouver verwiesen: Für diese Studie wurden angeblich Body-Mass-Index, Entzündungswerte sowie der Cholesterinspiegel von rund 50 in irgendeinem Ehrenamt engagierten Gymnasiasten und einer nicht ehrenamtlich aktiven Vergleichsgruppe untersucht. Die Werte der engagierten Schüler waren nach zehn Wochen deutlich besser: „Ehrenamt tut dem Herzen gut“ lautet demnach die Headline.

Man könnte forsch fragen: Wie „besser“ müssen dann erst die Werte ausfallen, wenn man sein Ehrenamt mit Bewegung verbindet – der Selbstversuch im Sport liegt nahe und ist durchaus erwünscht.


  • Eine Studie fand jetzt heraus, dass ehrenamtliche Tätigkeiten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Foto: dsj
    Eine Studie fand jetzt heraus, dass ehrenamtliche Tätigkeiten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Foto: dsj

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