Ehrenvorsitzender des DRV wird 90

Henrik Lotz, der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Deutschen Ruderverbandes (DRV), vollendet am Sonntag, 4. August, sein 90. Lebensjahr.

Henrik Lotz kam bereits mit 14 Jahren zum Rudersport. Foto: DRV
Henrik Lotz kam bereits mit 14 Jahren zum Rudersport. Foto: DRV

Der Jurist war im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Hanauer Dunlop AG und gilt als einer der bedeutendsten Funktionäre im Sport der Bundesrepublik Deutschland. Geboren wurde Henrik Lotz im finnischen Tavastehus. Er wuchs in Hanau (Main-Kinzig-Kreis) auf, wo er auch heute noch lebt.

Der bekannte Chronist des Deutschen Sportbundes (DSB), Fritz Mevert (Hannover), hat in seiner Publikation mit den 100 wichtigsten Persönlichkeiten des Sports (2. Auflage 2002) den Jubilar einst als den „Mann für schwierige Fälle“ bezeichnet. Damit sollte auch zum Ausdruck gebracht werden, dass Henrik Lotz selbst festgefahrene Verhandlungen immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu führen und dabei Konflikte zu lösen imstande war. Dafür wurde ihm viel Anerkennung sowohl in den Führungsgremien des DSB als auch im Nationalen Olympischen Komitee (NOK), den beiden Vorgängerorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes, gezollt.

Henrik Lotz fand zum Sport in seiner Heimatstadt über das Handballspiel beim TV Kesselstadt, einem Stadtteil von Hanau, damals noch draußen auf dem großen Spielfeld eines Fußballplatzes; später fungierte er sogar als Bezirks-Schiedsrichterwart. Mit 14 Jahren entdeckte er jedoch seine bis heute währende Liebe und Leidenschaft für den Rudersport: zuerst als Schülerruderer, dann als Jugendleiter, kurz danach als Sportleiter sowie als 2. Vorsitzender und von 1964 bis 1981 fast 30 Jahre als Vorsitzender „seiner“ Hanauer Rudergesellschaft von 1879, die ihn an Pfingsten dieses Jahres für die nunmehr 75-jährige Mitgliedschaft in einer Feierstunde „am Wasser“ mit der Ehrennadel auszeichnete.

Henrik Lotz übernahm als Nachfolger von Dr. Claus Heß (1933-2018) von 1983 bis 1995 das Amt als Präsident des DRV. In seine Amtszeit fielen u.a. die Vereinigung mit dem Deutschen Ruderverband der DDR, die Erstellung und Beschlussfassung eines DRV-Strukturplanes sowie die Durchführung der Weltmeisterschaften 1983 in Duisburg und die Junioren-Weltmeister-schaften 1987 in Köln. Henrik Lotz gehörte in dieser Zeit u.a. auch der Medienkommission des DSB und des NOK an und war Sprecher der im so genannten 32er-Fernsehvertrag zusammen-geschlossenen Verbände. Später war Henrik Lotz Vorsitzender der DOSB-Trägervereine des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportstätten (FES) in Berlin und des Instituts für angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig. Die lange Liste der Ehrenämter des u.a. wegen seines diplomatischen Geschicks so beliebten Henrik Lotz ließe sich fortsetzen.

Für sein vielfältiges bürgerschaftliches Engagement erhielt der Jubilar vom Land Hessen 1980 den Ehrenbrief und 1995 die Plakette. Im Jahre 1989 wurde er für sein großes sportliches, soziales und berufliches Schaffen mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Noch heute ist Henrik Lotz dem Rudersport verbunden und steht seinem Verein und seinem Verband mit Rat und Tat zur Seite: „Henrik Lotz war einer der kompetentesten Präsidenten von Spitzenverbänden in Deutschland und hat nicht nur in dieser Funktion wichtige zukunftsweisende Akzente für den Sport gesetzt. Er ist ein stets verlässlicher Partner, und wir pflegen eine langjährige und bis heute anhaltende persönliche Freundschaft“, gratuliert Prof. Walther Tröger (90), langjähriges IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident aus Frankfurt, seinem gleichaltrigen „Jahrgangskollegen“ im benachbarten Hanau.

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 29-32/Detlef Kuhlmann)


  • Henrik Lotz kam bereits mit 14 Jahren zum Rudersport. Foto: DRV
    Henrik Lotz vor einem Banner seines Heimatvereins, der Hanauer Rudergesellschaft. Foto: DRV

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