Ein wichtiges und notwendiges Kanzlerwort

 

Hat der Bundeskanzler tatsächlich sein Herz für den Sport entdeckt oder war es die Aussicht auf das zu erwartende Einsparpotenzial

durch Sport und Bewegung? Wie dem auch sei, ich kann die Aussagen Gerhard Schröders zum Themenkomplex Sport und Prävention, die er in seiner mit Spannung erwarteten Regierungserklärung am 14. März 2003 formulierte, nur begrüßen.

Die vom Kanzler verkündete Nicht-Ausgliederung von Sportunfällen aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entspricht dem Tenor des Deutschen Sportbundes (DSB) und bedeutet eine Weichenstellung in die richtige Richtung. Eine Umstrukturierung des Versicherungssystems im Sinne einer vom Versicherten zu leistenden Zusatzprämie für Sportunfälle hätte die enormen und bis dato sehr erfolgreichen Bemühungen von Sportvereinen, Sportverbänden sowie Bund und Ländern konterkariert, Bewegung und sportliche Aktivität in Prävention und Rehabilitation stärker zu fördern. Großangelegte Projekte des DSB, z.B. im Rahmen des Qualitätssiegels „Sport pro Gesundheit“, die eine Aufklärung und Aktivierung der mehrheitlich inaktiven Bevölkerung in Richtung bewegungsbezogenem Gesundheitsbewusstsein anstreben, wären ad absurdum geführt worden.

Ich unterstreiche ausdrücklich die Zweifel des Bundeskanzlers, dass „eine trennscharfe Abgrenzung zwischen krankheits- und unfallbedingten Leiden überhaupt möglich ist“. Die Schwierigkeit der Ursachendifferenzierung würde bei einem Streit der Kassen letztlich nur dazu führen, dass die Opfer auch noch die Leidtragenden wären.

Weiterhin muss man die Unverhältnismäßigkeit der Kosten hervorheben, die der Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung tatsächlich durch die Behandlung von Unfallopfern entstehen. Da sich von den rund 1,5 Millionen Sportunfällen jährlich der weitaus größte Teil im Bereich des Freizeit- und Breitensports ereignet, würde eine Versicherungspflicht für Sportunfälle gerade jenen Bereich treffen, „der zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention beiträgt“. Mit dem deutlichen Kanzlerwort sollte nun auch die leidige Diskussion über die „besondere Kostenfalle Risikosportarten“ vom Tisch sein.

Zusammenfassend ist ausdrücklich zu begrüßen, dass der Kanzler in seiner Erklärung den erheblichen gesundheitsfördernden Effekt des Sports hervorhebt, der großen Bedeutung körperlicher Bewegung für Prävention und Rehabilitation Rechnung trägt und das hohe Sparpotenzial des Sports für das Gesundheitswesen anerkennt.



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