Erfolgreiches 3. Hessisches Integrationsfestival

Sport spricht alle Sprachen, so steht es auf den Bussen und Sportmobilen des Programms „Integration durch Sport“ der Sportjugend Hessen und unter diesem Motto luden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Programms, die Vertreter und Vertreterinnen der mitwirkenden Schulen und Vereine beim III. Hessischen Integrationsfestival am Freitag, den 23.09. und am Samstag, dem 24.09.2011 zum Mitmachen ein.

Dreh- und Angelpunkt war an beiden Tagen die Wetzlarer August-Bebel Schule als Veranstaltungsort.

 

Nicht nur das Hessentagspaar gab sich die Ehre. Auch LSB-Vizepräsident verdeutlichte vor der Podiumsdiskussion den Stellenwert von "Integration durch Sport". (Quelle: Sportjugend Hessen - IdS)
Nicht nur das Hessentagspaar gab sich die Ehre. Auch LSB-Vizepräsident verdeutlichte vor der Podiumsdiskussion den Stellenwert von "Integration durch Sport". (Quelle: Sportjugend Hessen - IdS)

Schulsportfest zum Auftakt

„Miteinander und Füreinander“ war das Thema zum Auftakt des Integrationsfestivals am Freitag, den 23.09.2011. Mit dem Ziel, Fairness und Toleranz zu zeigen, Kooperation und Kommunikation zu üben, startete am Freitag um 8:30 Uhr erstmals der Versuch eines gemeinsamen Sportfestes mit ca. 230 Schülerinnen und Schülern der 4. Jahrgänge der Phillipp-Schubert-Schule aus Hermannstein, der Geschwister-Scholl-Schule aus Niedergirmes sowie des 5. Jahrganges der August-Bebel-Schule um gemeinsam Sport zu treiben. Ein Experiment, welches zunächst einer logistischen Meisterleistung des Vorbereitungsteams (Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Schulen sowie Schülerinnen und Schüler der BG-12 Klassen der Werner-von-Siemens Schule, die als Experten – Bewegungsangebote bzw. als Betreuer und Betreuerinnen der einzelnen Mannschaften fungierten) bedurfte.

In Mannschaften, die aus Kindern aller beteiligten Schulen zusammengestellt waren, traten die Mannschaften entweder beim Fußballturnier, beim Völkerballturnier oder beim Ball über die Schnur im Turnier gegeneinander an. Nach Ablauf der Turniere wurde der, mit viel Engagement von  BG 12 Schülerinnen und Schülern zusammengestellte und betreute Bewegungsparcours, durchlaufen. Hierbei mussten u.a. Bürostuhlrennen und Klobürstenhockey absolviert werden.

Die zahlreichen Nationen, die in den, am Sportfest beteiligten Schulen vertreten waren, prägen mit ihrer Vielfalt von Traditionen und Werten, Herkunft, Religion und sozialem Status den Schulalltag. Diese interkulturellen Begegnungen verlaufen nicht immer konfliktfrei, sie erfordern vielmehr jeden Tag aufs Neue gegenseitiges Verständnis, Rücksichtnahme,  Aufeinander zugehen, Respekt und Toleranz.

Durch das gelebte Miteinander bei der Form des Sportfestes sollten diese Prozesse unterstützt, geübt, eingefordert und spielerisch vertieft werden.

„Ich hätte gerne noch weiter Fußball gespielt“, so der zehnjährige Burhan vor der Siegerehrung, „Mir hat besonders das Klobürstenhockey gefallen“, war die Meinung der neunjährigen Louisa zum Verlauf des gemeinsamen Schulsportfestes. Der Bürgermeister der Stadt Wetzlar, Manfred Wagner, lobte bei der abschließenden Siegerehrung: „Eine tolle Sache, dass die Mannschaften jeweils aus Kindern aller Schulen zusammengestellt wurden. So konnten ganz neue Kontakte aufgebaut werden“.

Samstag im Zeichen der Vereine 

Der „Tag der Vereine“  fand am darauffolgenden Samstag unter dem Titel „Ehrenamtliches Engagement auch für Menschen mit Migrationshintergrund“ statt. Nahezu überall können Engagierte dazu beitragen, die Idee eines gelingenden Miteinanders weiter zu entwickeln. Gerade der Sport bietet viele Möglichkeiten der Begegnung und positiver Anstöße. Menschen aller Altersstufen, verschiedener Herkunft, Religion und unterschiedlichem sozialen Status treffen sich beim Sport in Mannschaften, beim Training, in Wettkämpfen und bei geselligen Aktivitäten der Vereine. Die gemeinsamen Erlebnisse von Erfolg und Niederlage schaffen schnell ein Gefühl der Verbundenheit. Gleiche Regeln für alle bilden die Basis für ein vorurteilfreies, von Toleranz und Akzeptanz getragenes, faires Sporttreiben.

Ganz in diesem Sinne war auch die erste Hälfte des Tages geprägt von den zahlreichen Mitmachangeboten der Sportvereine.

In der Halle wurden die Gäste zum Mitmachen beim orientalischen Tanz, beim Hip Hop, Breakdance  und beim Rollstuhlbasketball gelockt.

Buntes Treiben herrschte draußen auf dem Schulhof. Twirling, Teakwon Do, American Football, Baseball, Turnen, Torwandschießen, Hindernisdribbeln, Cheerleading, Parkour, Fußball, Bungee-Run und die Hüpfburg waren Bestandteile des Programms. Wer Lust hatte, kletterte an der Kletterwand des Sportmobils der Sportjugend Hessen hoch hinaus.

Fast ebenso hoch hinaus wurde auch das Wetzlarer Hessentagspaar 2012, Nina Becker und Florian Köhler, das der Veranstaltung einen überraschenden Besuch abstattete, auf den Armen der Cheerleader hinaufgetragen. Jeder konnte sich ganz nach dem Motto „Sport für alle“ an den verschiedenen Stationen ausprobieren, die einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Sportvereinslandschaft von Wetzlar und Umgebung boten.

Fachvortrag und Diskussion zum Abschluss

Ab 15:00 Uhr  luden die Veranstalter in die Mensa der Gesamtschule zum Fachforum ein. Hier standen schließlich die Integrationsleistungen des Sports und die Förderung des ehrenamtlichen Engagements unter Beteiligung von Migranten im Mittelpunkt. 

Tina Nobis von der Humboldt Universität in Berlin hielt den eröffnenden Fachvortrag nach den Grußworten des Wetzlarer Bürgermeisters Manfred Wagner, nach  Ralf Rainer Klatt vom Landessportbund Hessen und nach den begrüßenden Worten des Landeskoordinators des Programms „Integration durch Sport“, Frank Eser.

In der sich anschließenden, von Dr. Daniel Illmer (Führungsakademie des DOSB) moderierten Podiumsdiskussion befassten sich Behzad Borhani (Vorstandsmitglied Sportjugend Hessen), Ernes Erco Kalac (Integrationsbotschafter des DOSB) und die heimischen Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer (CDU) und Mürvet Öztürk (Grüne) unter der Beteiligung des Publikums mit dem Thema: „Wie können vermehrt Menschen mit Migrationshintergrund für ein ehrenamtliches Engagement im Sportverein gewonnen werden.“

Es wurde diskutiert und argumentiert, wie man den breiten Schulterschluss zwischen Politik und Sport in Wetzlar hinbekommen könne, um nicht nur die Jugend für die Ausbildung in und für Vereine zu begeistern.

Übereinstimmend kamen die Beteiligten zum Schluss, dass dies nur dann erfolgreich  gelingen kann, wenn von allen Seiten Brücken aufeinander zu gebaut werden.

Das Fachforum wurde von den Aufführungen verschiedenster Integrationssportgruppen, die im Rahmen des Programms Sport treiben, aufgelockert.

Die Kinder des Tanzsportvereins der WKG zeigten einen Bauchtanz, die Frauengruppe führte einen Bollywood Tanz vor, vom Alternativen Tanzclub Bad Nauheim gab die Hip Hop Formation  Bootylicious  einen kleinen Ausschnitt ihrer Hip Hop Choreographie zum Besten.

Besonders mutig zeigten sich die Teilnehmerinnen der offenen Sportgruppe aus Niedergirmes, die erstmalig auftraten und unter Anleitung von Cigdem Ayaz, der Übungsleiterin der Frauengymnastikgruppe, abschließend einen kleinen Ausschnitt aus ihrem regelmäßigen Trainingsalltag präsentierten.

 


  • Nicht nur das Hessentagspaar gab sich die Ehre. Auch LSB-Vizepräsident verdeutlichte vor der Podiumsdiskussion den Stellenwert von "Integration durch Sport". (Quelle: Sportjugend Hessen - IdS)
    Nicht nur das Hessentagspaar gab sich die Ehre. Auch LSB-Vizepräsident verdeutlichte vor der Podiumsdiskussion den Stellenwert von "Integration durch Sport". (Quelle: Sportjugend Hessen - IdS)

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