Europäische Herausforderungen für den Sport

Autor Folker Hellmund nutzt die Brüsseler Sommerpause, um die wichtigsten Herausforderungen für den organisierten Sport auf europäischer Ebene noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Die Brüsseler Parlamentarier machen Sommerpause. Foto: picture-alliance
Die Brüsseler Parlamentarier machen Sommerpause. Foto: picture-alliance

Wie jedes Jahr beruhigt sich das politische Brüssel im August, und die derzeitige österreichische Präsidentschaft nimmt eine Verschnaufpause ein, um ihr Programm Ende des Monats fortzusetzen. In diesem Sinne ist es ein guter Zeitpunkt, um die wichtigsten Herausforderungen für den organisierten Sport auf europäischer Ebene noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Zunächst einmal ist der Sport direkt von den laufenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union betroffen. Das EOC EU-Büro und andere Akteure des Sports arbeiten gegenwärtig an ihren Positionen zur künftigen Gestaltung und Finanzierung der europäischen Förderprogramme. Dabei muss jeweils der Nachweis erbracht werden, dass sportbezogene Projekte einen entsprechenden Mehrwert schaffen. Ein Blick auf das bisherige Erasmus-Programm zeigt, dass darüber geförderte Projekte wichtige Themenbereiche des Sports aufgegriffen haben. Dazu gehören Bereiche wie Good Governance, Duale Karriere, Kampf gegen Spielmanipulationen und Doping oder die Eingliederung von Migranten und Flüchtlingen. Es spricht einiges dafür, dass die EU in Kooperation mit dem organisierten Sport sich auch in Zukunft mit diesen Themen beschäftigen wird.

Wenn man sich das neue Format der Strukturfonds anschaut, wird deutlich, dass sich der Brexit negativ auf den gesamten Finanzrahmen auswirken wird. Dennoch könnten sportbezogene Projekte, wie die Förderung lokaler Sportinfrastrukturen, das richtige Instrument sein, um Menschen zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren und verschiedene Bevölkerungsgruppen, insbesondere in benachteiligten Gebieten, miteinander zu verbinden. Darüber hinaus hat der Sport das Potenzial, wirtschaftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze zu schaffen. Es ist sehr positiv, dass die österreichische Präsidentschaft sich dieses Themas annehmen und an zusätzlichem belastbarem Zahlenmaterial arbeiten wird, um derartige Investitionen in die Sportinfrastruktur möglich zu machen.

Weitere Herausforderungen für den Sport bestehen in der Anwendung der Wettbewerbspolitik auf den Sport, der Wahrung sportbezogener Urheberrechte im digitalen Binnenmarkt oder das VISA-Regime für Sportler, die einen langfristigen Aufenthalt im Schengen-Raum benötigen.

Eine der EU-Initiativen, die sich sehr gut entwickelt hat, ist die Europäische Woche des Sports. Die Eröffnung findet dieses Jahr am 22. September in Wien statt. Abgesehen davon, dass mittlerweile alle EU-Mitgliedstaaten teilnehmen, ist es sehr positiv, dass dieses Jahr auch Nicht-EU-Mitglieder wie Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Kosovo, Moldawien, Montenegro und Serbien Partner der Europäischen Woche des Sports werden. Die finanzielle Unterstützung der EU für die Durchführung der Aktivitäten wurde von Jahr zu Jahr erhöht. In dieser Hinsicht wäre es das richtige Signal, wenn die EU auch die Nicht-EU-Länder finanziell unterstützen könnte, um die Europäische Woche des Sports zu einer echten gesamteuropäischen Initiative zu machen.

(Autor: Folker Hellmund ist Leiter des Brüsseler EOC EU-Büros)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder. 


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