Experten-Workshop zur familiären Esskultur

Immer mehr Kinder in Deutschland sind übergewichtig. Diabetes schon im jugendlichen Alter ist längst keine Seltenheit mehr. Im Rahmen des Weltgesundheitstages 2005 „Mutter und Kind – Gesundheit von Anfang an!" beschäftigt sich am 10. November ein Experten-Workshop mit dem Einfluss familiärer Esskultur auf das Ernährungsverhalten von Kindern.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass nicht nur was Kinder essen, ausschlaggebend ist, sondern auch wie sie essen. Wie etwa werden Mahlzeiten gestaltet – als soziales Ereignis im Rahmen ihrer Familie oder lediglich als Herunterschlingen von Nahrung? Und wie oft essen sie am Tag?

 

Sicher ist, dass das Ernährungsverhalten wesentlich im Säuglings- und Kleinkindalter geprägt wird. Nur vielen Eltern ist dies nicht bewusst. Auch über die optimale Zusammensetzung der Ernährung sind sich Wissenschaft und Forschung längst einig und haben zum Thema gesunde Ernährung unmissverständliche Empfehlungen ausgesprochen: vermehrt Obst, Gemüse sowie Getreide- und Kartoffelprodukte, regelmäßiger Fischkonsum und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. In Maßen Eier, Milch, Fleisch, Wurst- und Milchprodukte. Fette, fettreiche Lebensmittel, Zucker und Salz hingegen sind weitestgehend zu vermeiden. Bei der Menuzusammenstellung ist auf Vielseitigkeit der Lebensmittel zu achten. Nicht zuletzt sollte man die Mahlzeiten schonend zubereiten und sich fürs Essen Zeit nehmen. In der familiären Ernährungspraxis scheinen diese Empfehlungen jedoch keine Rolle zu spielen.

 

Wie oft sollten Kinder essen? Optimix – das Konzept gesunder Ernährung des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung FKE, empfiehlt: drei Hauptmahlzeiten, unterschieden in zwei Brotmahlzeiten und eine warme Mahlzeit, sowie zusätzlich das Pausenbrot und eine Nachmittagsmahlzeit. Macht zusammen fünf Mahlzeiten. Dabei sollte man auf Fertig- und Diätprodukte verzichten. Sie sind einer gesunden Ernährung nur wenig zuträglich. Einer – wenn auch nicht repräsentativen – Studie zufolge sieht die Realität wohl ganz anders aus: Lediglich 14% der Kinder nahmen die empfohlenen fünf Mahlzeiten ein. 80% hingegen bekamen sechs und mehr Mahlzeiten am Tag vorgesetzt! Wenn es dann noch an entsprechender Bewegung und Sport mangelt, ist die Fettleibigkeit vorprogrammiert.

 

Diese Beispiele zeigen, dass eine nur auf Gesundheit bezogene Betrachtung der Situation zu kurz. Daher strebt der Experten-Workshop eine ganzheitliche Betrachtung des Themas an. Fragen der Ernährungskompetenz, der Ernährungsökologie, des Verbraucherschutzes oder auch der Beeinflussung durch Werbung sollen in die Diskussion einfließen. Neben Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, die sich mit Thema Ernährungskompetenz in der Familie auseinandersetzen wird, werden beispielsweise auch Helmuth Opitz als Vertreter der Werbung und Hella Hansen zum Thema Verantwortung der Nahrungsmittelindustrie zu Wort kommen.


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