Fitness ohne Grenzen

Offensichtlich ist der Frühling die Jahreszeit, für's Sporttreiben, davon zeugen Titelseiten in Magazinen und die neuen Fitnesstrends, die jetzt ausgerufen werden, stellt Autor Detlef Kuhlmann fest.

Der Frühling lockt die Sportler wieder nach draußen. Foto: LSB NRW
Der Frühling lockt die Sportler wieder nach draußen. Foto: LSB NRW

Im medialen Blätterwald duftet es nach frischer Frühlingsfitness. Eine Verheißung darin lautet: „Fit bleiben – Spaß haben – länger leben“. Dafür bietet es sich auch an, dieser Empfehlung zu folgen: „Wie wir unser Kreuz am besten tragen und dabei auch den Geist stärken“.

Titelseiten von Magazinen mit Menschen in Bewegung versprechen „Glück – Souveränität – Zufriedenheit“ und preisen: „Die Kraft des Sozialen“. Woanders können wir „Die neue Trainingsformel, die Ihren Körper frühlingsfit macht“, kennen lernen und passgenau für uns persönlich berechnen. Das gleiche Magazin klärte uns schon vor genau vier Jahren in seiner Titelstory über „Die neue Lust am Laufen“ auf und lieferte eine Prognose dafür: „So werden Sie fit, schlank und gesund“. Der Boulevard listet übersichtlich die größten Fehler beim Jogging auf und erläutert, wie sie vermieden werden können.

Offensichtlich ist der Frühling die Jahreszeit, in der viele Menschen (wieder) verschiedene Formen von fitnessfördernden Bewegungsaktivitäten in ihren Alltag einbinden (möchten). So gesehen kann man das Frühlingsrauschen im Blätterwald auch als eine nett gemeinte pädagogische Absicht deuten, uns mit den diversen Text-Bild-Offerten zu mehr Sport und Bewegung anzuhalten  – „danke für die mediale Unterstützung“ könnte dann die Antwort von derjenigen lauten, die sich tatsächlich davon angesprochen fühlen. Und all diejenigen, die längst auf ihrem (neuen) Weg zu mehr körperlicher Aktivität eine passende App einschließlich Wearables wie Smartwaches und Fitnessarmbänder gefunden haben, müssten wortfolgerichtig dann „danke für die apparative Unterstützung“ simsen.

Der Duft von frischer Frühlingsfitness lässt sich in diesen Tagen aber auch noch ganz anders medial einatmen. Denn wir dürfen (erstmals?) zur Kenntnis nehmen: „Die Fitnesswelt kennt keine Grenzen“. Die Überschrift kommt deswegen zustande, weil angeblich so viele Deutsche wie noch nie zuvor sich in Fitnessstudios oder im Freien trimmen. Ganz im Trend liegen dabei neue Formate wie das „Bootcamp“ und die „Crossfit-Box“ mit einer Mischung aus Gymnastik, Kraft- und Ausdauerbelastungen, sei es einzeln oder im Klein- bzw. Massenkollektiv – und das alles draußen in aller Öffentlichkeit in Parks unter strenger (?), aber hoffentlich fachlicher Anleitung.

Wer es dagegen mehr soft mag, dem seien schnell noch die neuesten Yoga-Trends aus Berlin verraten: Fahrrad-Yoga am Leipziger Platz, Sauna-Yoga in Friedrichshain, Paddel-Yoga in der Rummelsburger Bucht und Bier-Yoga in Neukölln – der „Sonnengruß“ wird zum „Weizengruß“, aus „Ommm“ wird „Prost“. Noch Fragen?

Mindestens diese Frage sei im Sinne eines Fazits erlaubt: Wenn die Fitnesswelt neuerdings keine Grenzen mehr kennt, wie mag es dann wohl in der Vereinswelt um diese Grenzen(losigkeit) bestellt sein?

Mit Sicherheit können die 90.240 Sportvereine im Lande darauf eine „markante“ Antwort geben.

(Autor: Prof. Detlef Kuhlmann)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Der Frühling lockt die Sportler wieder nach draußen. Foto: LSB NRW
    Der Frühling lockt die Sportler wieder nach draußen. Foto: LSB NRW

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