Flagge zeigen

Deutschlands öffentliche Kassen sind leer, und das ersehnte Konjunktur-Wunder zur Sanierung der Haushalte lässt auf sich warten. Ob Kommunal-, Länder-

oder Bundes-Ebene – das kollektive Klagen könnte lauter nicht sein. Und das Sparen nimmt zuweilen skurrile Formen an. Denn ausgerechnet da, wo gesamtgesellschaftliche Wertschöpfungen etwa durch Vereinsaktivitäten über jeden Zweifel erhaben sein sollten, wird der hoheitliche Rotstift angesetzt. Beispielsweise mit dem Effekt, dass große gemeinnützige Leistungen durch das Eintreiben verhältnismäßig kleiner Kleckerbeträge beeinträchtigt oder gar gefährdet werden. Auch im Sport greift mit der Erhebung von Gebühren für Hallen und Plätze, der Schließung von Bädern und der Streichung von existenziell wichtigen ABM-Stellen dieser untaugliche Konsolidierungsversuch der Finanzen immer weiter um sich.

Es sind zweifellos die falschen Signale, die hier die bundesweite Runde ma-chen. Nicht am Sport, sondern mit dem Sport sparen hatte DSB-Präsident Manfred von Richthofen als Losung für das Jahr 2003 ausgegeben. Ein Motto, das die politisch Verantwortlichen wie die sportlich Zuständigen gleichermaßen in die Pflicht nimmt. Auf der einen Seite setzt es nämlich umfassende Kenntnis des sportlichen Potenzials für die Förderung des Gemeinwohls voraus, andererseits sollte auch das Selbstbewusstsein beim Einsatz dieses Potenzials nicht unterentwickelt sein. Drastischer formuliert: Vereine und Verbände sind keine Bittsteller im ständigen Gezerre um öffentliche Zuwendungen; sie sind vielmehr kompetente Partner bei der Überwindung gesellschaftlicher Probleme und nicht zuletzt finanzieller Engpässe der öffentlichen Hand.

Der Essener Sportbund beispielsweise, das Dach der Clubs und Gemein-schaften in der Ruhrgebietsmetropole, stellt seit 1980 mit unzähligen Initiativen der Hilfe zur Selbsthilfe im Bürgersinne erfolgreich unter Beweis, welch politisches Schwergewicht der organisierte Sport tatsächlich ist. Ein Vorläufer sozusagen der Gesellschaftskampagne des Deutschen Sportbundes, die seit einem Jahr durchaus glaubwürdig verkündet: „Sport tut Deutschland gut!“ Da schwingt es mit, das angemahnte Selbstbewusstsein, das ja nachweislich nicht auf einem großmäuligen leeren Versprechen basiert. Ob bürgerschaftliches Engagement, gemeinnütziger Einsatz oder gesamtgesellschaftliche Orientierung – der Partner Sport zeigt Flagge, deutlich und unmissverständlich. Und er verkündet vor allem das: eine hoffnungsvolle Botschaft für schwierige Zeiten, den Politikern auf allen Ebenen ins Stammbuch.



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