Für eine gerechte und partnerschaftliche Kultur des Zusammenlebens

DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung Ilse Ridder-Melchers sieht Gewalt gegen Frauen nicht als Randerscheinung. "Gewalt gegen Frauen - nicht mit uns!" ist eine Aktion des DOSB zum Weltfrauentag.

Schrimfrau der DOSB-Aktion, Regina Halmich, im Gespräch mit Vertreterinnen der Kampfsportverbände. Foto: DOSB/camera4
Schrimfrau der DOSB-Aktion, Regina Halmich, im Gespräch mit Vertreterinnen der Kampfsportverbände. Foto: DOSB/camera4

Seit vielen Jahren ruft der DOSB zum Weltfrauentag mit der Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns!“ mit Unterstützung der Kampfsportverbände alle Kampfsportvereine auf, bundesweit Schnupperkurse in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen anzubieten. Gemeinsam mit weiteren Aktionspartnerinnen wollen wir bundesweit und vor Ort sensibilisieren, Tabus aufbrechen, Öffentlichkeit herstellen und gegen Gewalt angehen.

Der Sport kann mit seinen Angeboten Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft stärken und Frauen und Mädchen motivieren, sich gemeinsam gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen und sie zurückzuweisen.

Die anderen Aktionspartnerinnen haben großes Wissen und lange Erfahrungen über Ursachen und Erkennen von Gewalt gegen Frauen und Kinder, wissen über die notwendigen Schritte der Intervention und bieten Beratung und Hilfe an.

In diesem Jahr trifft sich zum Weltfrauentag auch die UN-Frauenrechtskommission in New York zu dem gleichen Schwerpunktthema: Beseitigung und Prävention von allen Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Ausgehend von den Beschlüssen der 4.Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking sollen alle Regierungen noch einmal aufgefordert werden, verbindliche Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt zu ergreifen, die notwendigen Ressourcen dafür zur Verfügung zu stellen; Ursachen von Gewalt und Diskriminierungen zu beseitigen und Gewalt in bewaffneten Konflikten, nach humanitären Krisen sowie Menschenhandel und Ausbeutung mit aller Macht zu bekämpfen.

Das Europäische Parlament hat begleitend zu dieser Tagung der VN-Kommission mit einer Entschließung die EU-Kommission aufgefordert, eine EU-Strategie gegen Gewalt an Frauen und eine Richtlinie mit Mindestnormen vorzulegen.

Kommission und Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, die Maßnahmen, Programme und Ressourcen, die zur Verfügung stehen, zu überprüfen und ihre Strategie mit verbesserten Instrumenten und ehrgeizigen Zielen zu stärken.

Beschlüsse sind ein erster Schritt. Angesichts tagtäglicher Berichte über schreckliche Misshandlungen und Grenzüberschreitung gegenüber Frauen und Kindern und angesichts des ganzen Ausmaßes ist staatliches Handeln gefragt mit konsequenten Schritten zum Schutz der Opfer und zur Bestrafung der Täter– weltweit, aber auch in Deutschland.

Nach repräsentativen Untersuchungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben mehr als jede dritte Frau zwischen 16 und 85 Jahren körperliche Angriffe erlebt. Über die Hälfte der weiblichen Bevölkerung wurde sexuell belästigt, mehr als jede zehnte Frau sogar sexuell missbraucht. 42 Prozent erfuhren psychische Gewalt. Jährlich fliehen rund 40.000 Frauen in Frauenhäuser, die bis heute um eine gesetzlich gesicherte Finanzierung kämpfen.

Hier geht es nicht um „Randerscheinung“, sondern um Verletzung von Menschenrechten und Menschenwürde mitten in unserer Gesellschaft!

Unsere Kampagne „ Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns“ ist ein Baustein der Präventionsarbeit im DOSB/dsj gegen sexualisierte Gewalt. „Vorbeugen und aufklären, hinsehen und handeln“ unter dieser Überschrift haben wir Ende 2010 im Deutschen Sport ein Handlungskonzept beschlossen und setzen dies jetzt systematisch und engagiert um, mit Wirkungskraft innerhalb des Sports und auch darüber hinaus:

Da geht es um Ausbildung und Qualifizierung, um Informationen über Prävention und Intervention, um den besonderen Schutz von Kindern und Heranwachsenden und um den Aufbau eines starken Netzwerkes auch vor Ort.

Sport steht für Fairness, Toleranz und gegenseitigen Respekt, und das muss gelten in der Sporthalle, auf der Straße und zu Hause.

Um Gewalt gegen Frauen und Kindern nachhaltig zu verhindern, müssen wir in unserer Gesellschaft und auch im Sport tradierte Machtverhältnisse und Verhaltensmuster von Männern und Frauen ändern, stereotype Rollenbilder abbauen und eine neue gleichberechtigte und partnerschaftliche Kultur des Zusammenlebens aufbauen und auch die eigenständigen Rechte der Kinder verankern.

Der Weltfrauentag ist ein Tag, an dem Frauen weltweit für ihre Menschenrechte und Menschenwürde kämpfen. Er wird umso erfolgreicher, je mehr Männer nicht nur an diesem Tag sondern an 364 Tagen gemeinsam mit den Frauen für diese Rechte eintreten!


  • Schrimfrau der DOSB-Aktion, Regina Halmich, im Gespräch mit Vertreterinnen der Kampfsportverbände. Foto: DOSB/camera4
    Schrimfrau der DOSB-Aktion, Regina Halmich, im Gespräch mit Vertreterinnen der Kampfsportverbände. Foto: DOSB/camera4

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