Für Respekt und Wertschätzung – gegen sexualisierte Gewalt im Sport

DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung Ilse Ridder-Melchers mit einem Kommentar zur Aufgabe des Sports beim Thema sexualisierte Gewalt.

In Kampfsportvereinen lernen Mädchen und Frauen Selbstbehauptung. Foto: DOSB
In Kampfsportvereinen lernen Mädchen und Frauen Selbstbehauptung. Foto: DOSB

Emotionalität und Körperlichkeit bei Bewegung, Spiel und Sport sind für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, aber auch für die Lebensgestaltung von erwachsenen Sportlerinnen und Sportlern sehr wichtig und fördern den sozialen Zusammenhalt. Die im Sport entstehende Nähe und Bindung kann jedoch missbraucht werden und birgt dann Gefahren sexualisierter Übergriffe gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die originären Werte des Sports wie sportliche Fairness, gegenseitige Anerkennung sowie Erfolgserlebnisse können dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu stärken und ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung in Sportvereinen und –verbänden zu etablieren.

Immer noch herrscht eine große Unsicherheit im Umgang mit sexualisierter Gewalt: In der Gesellschaft und im Sport fehlt es allzu oft noch an Wissen und Kompetenz. Ein erster Schritt zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sportverein und Sportverband ist, darüber offen und ohne falsche Scheu zu sprechen, es weder zu verharmlosen, noch auf massive Sexualstraftaten zu reduzieren. 

Eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns Verantwortlicher hilft, ein Klima zu schaffen, das Betroffene zum Reden ermutigt, potentielle Täter und Täterinnen abschreckt und Sportlerinnen und Sportler sowie Engagierte im Sport vor Übergriffen schützt. Der Vorstand einer Sportorganisation muss glaubwürdig vermitteln, dass jede Form sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitung sowie herabwürdigender, sexistischer  Äußerungen, Blicke und Handlungen nicht geduldet werden. Ein solches Klima des frühzeitigen, offenen und geregelten Umgangs mit Grenzverletzungen ist im Übrigen auch die beste Prävention vor allen Formen sexualisierter Gewalt.

Insbesondere Frauen und Mädchen mit oder ohne Behinderung sowie chronischer Erkrankung aus allen Gesellschaftsschichten sind von sexualisierter Gewalt betroffen. Laut der aktuellen Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau bereits sexualisiert motivierte Gewalt erfahren. Übergriffe treffen Frauen jedes Alters und unterschiedlichster ethnischer Zugehörigkeiten häufig dort, wo sie sich eigentlich sicher fühlen müssten – in der eigenen Wohnung und im sozialen Umfeld.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit seiner Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns!“ gemeinsam mit Kampfsportverbänden und vielen Aktionspartnerinnen ein Format geschaffen, um mit ganzheitlich konzipierten Selbstbehauptungsangeboten Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl bei Mädchen und Frauen zu stärken. Weil sich Körpersprache und Auftreten verändern und sie andererseits eskalierende Situationen frühzeitiger erkennen, geraten sie nicht so leicht in eine Opferrolle. In Kooperationen aus Kampfsportvereinen und Aktionspartnerinnen sollen mit begleitenden Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zudem die Präventions- und Hilfeangebote zum Schutz vor Gewalt besser bekannt und vernetzt werden.

Der DOSB leistet damit einen Beitrag zum Schutz vor Gewalt an Frauen und fühlt sich damit verbunden mit vielen Hilfeinitiativen und Hilfsorganisationen wie Frauennotrufen und Frauenhäusern, die sich dieser Aufgabe verpflichtet haben und ihr Engagement insbesondere am „Internationalen Tag der Gewalt an Frauen“ zum Thema machen.

Bundesweit und direkt vor Ort will der DOSB gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen für ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung sensibilisieren. Je mehr Erwachsene auch in einem Sportverband und Sportverein dies vorleben, umso leichter fällt es Kindern und Heranwachsenden, sich daran zu orientieren. Die aktuelle DOSB-Broschüre „Für Respekt und Wertschätzung – gegen sexualisierte Gewalt im Erwachsenensport“ informiert über Chancen und Möglichkeiten der wirksamen Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport.

Wir wollen der Gewalt keine Chance mehr geben – am „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ und an jedem anderen Tag!


  • In Kampfsportvereinen lernen Mädchen und Frauen Selbstbehauptung. Foto: DOSB
    In Kampfsportvereinen lernen Mädchen und Frauen Selbstbehauptung. Foto: DOSB

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