Glaubwürdigkeit

Glaubwürdigkeit im Sport lässt sich nicht auf Knopfdruck zurückgewinnen. Erfolg versprechende Instrumente für den Weg zu Transparenz und guter Verbandsführung gibt es aber längst, erklärt Autor Jörg Stratmann.

Betont die Bedeutung von Good Governance für die Glaubwürdigkeit des Sports: IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: picture alliance
Betont die Bedeutung von Good Governance für die Glaubwürdigkeit des Sports: IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: picture alliance

Es klingt wie eine tagesaktuelle Zustandsbeschreibung, dabei ist es ein Bericht über eine Veranstaltung der Deutschen Olympischen Akademie vom März dieses Jahres.

„Der Sport und seine Institutionen haben an Glaubwürdigkeit eingebüßt“, so fasste die Meldung damals die Diskussion zusammen. Und: Diese Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, das sei ein dauerhafter Prozess. Gute Verbandsführung oder Good Governance ließen sich nicht auf Knopfdruck herbeiführen. Es bedürfe vielmehr einer permanenten Anstrengung um mehr Transparenz, zur Bekämpfung von Korruption und zugunsten demokratischer Entscheidungsfindung.

Das gilt nach wie vor, aber seither ist eine weitere Erkenntnis hinzugetreten: Der kontinuierliche Verbesserungsprozess findet unter Zeitdruck statt. Wir müssen Good Governance schon jetzt leben. Das gilt für jeden Einzelnen, der sein eigenes Tun und Handeln kritisch hinterfragen und sich an diesem Maßstab messen muss. Das gilt aber auch für Verbände. Der DOSB hat dazu im Oktober mit seinem Konzept „Good Governance – Gute Verbandsführung“ und seinen Verhaltensrichtlinien zur Integrität in der Verbandsarbeit ein deutliches Signal gegeben.

Anstoß für diese Veröffentlichungen war schon der Ethik-Code, den die Mitglieder des DOSB im Dezember 2013 verabschiedeten. Seitdem wurde dieser Prozess aktiv vorangetrieben. Damit hat der DOSB nicht nur der Verbandsarbeit, sondern auch der Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele klare Regeln für Transparenz, Integrität und Verantwortlichkeit gegeben. Das Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie, Transparency International Deutschland und dem Bundesministerium des Innern entstand, ist beispielhaft.

Auch das EOC EU-Büro in Brüssel verfolgt das Thema kontinuierlich. Sei es als Beobachter in Expertengruppen des Rates, die sich mit der Nachhaltigkeit von Sportgroßveranstaltungen beschäftigen, oder im Rahmen des Projektes SIGGS, das die Verwirklichung von Good Governance im Sport fördern soll, mit Unterstützung des Internationalen Olympischen Komitees. Die erste Testfassung eines Tools zur Selbstbewertung wurde gerade für die Partner des Projekts freigeschaltet. An diesem Mittwoch stellt das Büro SIGGS beim Treffen der Internationalen Sportverbände in Lausanne vor.

Auf der Generalversammlung der Nationalen Olympischen Komitees vorige Woche in Washington hat IOC-Präsident Thomas Bach noch einmal die Bedeutung von Good Governance für alle Sportverbände betont. Ohne Good Governance sei alles, was bisher erreicht worden sei, gefährdet, sagte er. Der Sport könne nur Vertrauen erwarten, wenn er den Standards von Good Governance entspreche. Und: „Wir werden nicht warten, bis andere uns zu Veränderungen zwingen.“

Das gilt in turbulenten sportpolitischen Zeiten mehr denn je. Der organisierte Sport muss dringend, konsequent und klar den Weg der Transparenz und Glaubwürdigkeit gehen. Die richtigen Wegweiser dafür gibt es längst.

(Autor: Jörg Stratmann)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Betont die Bedeutung von Good Governance für die Glaubwürdigkeit des Sports: IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: picture alliance
    Betont die Bedeutung von Good Governance für die Glaubwürdigkeit des Sports: IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: picture alliance

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