GOLDJURY mit Verstärkung

Wer entscheidet eigentlich am Ende, welcher Verein den „Großen Stern des Sports“ in Gold erhält? Diese wichtige Aufgabe wurde am 12.11.2019 von der...

Professor Dr. Sebastian Braun
Professor Dr. Sebastian Braun

...Goldjury „Sterne des Sports“ übernommen. In diesem Jahr bekam die Jury zwei neue Mitglieder hinzu. Die ehemalige Leistungsschwimmerin Dorothea Brandt und Prof. Sebastian Braun von der Universität Humboldt-Universität zu Berlin verstärken seit diesem Jahr die Goldjury. Mit Jurymitglied Prof. Dr. Sebastian Braun haben wir über seine Einschätzung zur Bedeutung des Wettbewerbs gesprochen.  

 

 

 

Über die Juryarbeit

Die Mitglieder der Goldjury erhalten im Vorfeld die Bewerbungen der Landessieger. Im Bewertungsbogen gibt es festgelegte Kriterien, z.B.  gesellschaftliche Wirksamkeit, Übertragbarkeit, Kommunikation, Vernetzung, Innovation. Das quantitative Ranking wird dann nochmals einer qualitativen Bewertung unterzogen und dann steht er fest – der Bundessieger 2019.

Mit in der Goldjury sitzt auch traditionell der Gewinnerverein aus dem vergangenen Jahr, in diesem Jahr der TV Erlangen 1848 e.V., vertreten durch den Vereinsvorsitzenden Jörg Bergner.  

Wer alles in der Goldjury sitzt, seht ihr hier am Ende der Seite.

Einen tollen Einblick in die Arbeit einer Bronzejury bekommt ihr bei diesem Clip der Volksbank Darmstadt.

Interview Prof. Dr. Sebastian Braun 

Wie verlief die Premiere bei der Sitzung der Goldjurys, der Sie seit diesem Jahr angehören?

Aus meiner Sicht hatten wir eine sehr konstruktive Diskussion, die sowohl die gesellschaftlichen Funktionen der Sportvereine thematisiert als auch die organisationsbezogenen Herausforderungen der Vereine in den Blick genommen hat. Die Bewerbungen bildeten dabei eine exzellente Grundlage, um in beiderlei Hinsicht kreative Ideen, Strategien Konzeptionen und Maßnahmen diskutieren zu können. Die Diskussion hat vor allem auch durch die multiprofessionelle Zusammensetzung der Jury und die damit verbundenen vielfältigen Erfahrungen und Sichtweisen enorm gewonnen.

Der Wettbewerb „Sterne des Sports“ besteht bereits seit über 15 Jahren als Gemeinschaftsprojekt von DOSB und den Volksbanken Raiffeisenbanken. Worin liegt die besondere Bedeutung in der Zusammenarbeit der Organisationen?

Dem Sportverein als zivilgesellschaftlicher Infrastruktur vor Ort werden von Staat und Gesellschaft vielfältige gesellschaftliche Funktionen wie z.B. Integrations-, Bildungs-, Partizipations-, Demokratie- oder Gesundheitsfunktionen zugeschrieben. Mit Bezug auf diese Funktionszuschreibungen kann es für Unternehmen interessant sein, mit Sportverbänden und Sportvereinen gemeinsam Maßnahmen und Programme zu profilieren, bei denen Fragen des unternehmerischen Nutzens verbunden werden mit dem gesellschaftlichen Mehrwert entsprechender sportbezogener und auch außersportlicher Aktivitäten von Sportvereinen. 

Ein Schwerpunkt ihrer langjährigen Forschungsarbeit ist das Thema Ehrenamt und Engagement im Sport bzw. die Sportvereine und Verbände als Akteure der Zivilgesellschaft. Welche Bedeutung hat das Thema im gesamtgesellschaftlichen Kontext?

Mit der Vereins-, Verbände- und Engagementforschung arbeitet man an einem Querschnittsthema, das vielfältige Verbindungen zu anderen Themen erlaubt. Beispielsweise ergeben sich interessante Verbindungslinien zu Fragen der sozialen Integration der Gesellschaft, der politischen Partizipation in der Demokratie, dem Wandel der Arbeitsgesellschaft mit unterschiedlichen Tätigkeitsformen oder dem Wohlfahrstaat mit sich verändernden Aufgabenverteilungen zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren wie auch Wirtschaftsunternehmen. Zahlreiche dieser Themen können am Beispiel der Sportlandschaft und deren dynamischem Wandel gewinnbringend untersucht werden.

Könnten Sie einen Blick in die Zukunft wagen, was die Sportvereinsentwicklung anbelangt?

Natürlich kann ich nicht in die Zukunft schauen. Aber ich glaube, dass der lokale Sportverein in einer immer pluraler und konkurrenzieller werdenden Sportlandschaft seine besondere Position als zivilgesellschaftliche Vereinigung vor Ort profilieren sollte. Und in dieser Vereinigung ist die gemeinschaftliche Selbstorganisation von zentraler Bedeutung, insofern als sich Mitglieder ehrenamtlich und freiwillig engagieren und  an der demokratischen Willensbildung und Entscheidungsfindung aktiv mitwirken. Dafür fortwährend und ganz systematisch zeitgemäße Rahmenbedingungen zu schaffen, erscheint mir auch perspektivisch als eine wichtige Aufgabe in der Vereinsarbeit. Die zahlreichen Beispiele aus der Vereinspraxis, die über die Jahre hinweg durch die „Sterne des Sports“ gewürdigt werden, dürften auch darauf aufmerksam machen, wie entsprechende Rahmenbedingungen an gesellschaftliche Veränderungen angepasst und insofern zeitgemäß ausgestaltet werden können. 


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