Ilse Ridder-Melchers vollendet ihr 75. Lebensjahr

Die langjährige Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung im DOSB, Ilse Ridder-Melchers, vollendet am Samstag, dem 28. September, ihr 75. Lebensjahr.

Ilse Ridder-Melchers auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2014 in Dresden. Foto: Ronald Bonss
Ilse Ridder-Melchers auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2014 in Dresden. Foto: Ronald Bonss

Ilse Ridder-Melchers war von 2002 bis 2006 Vorsitzende des Bundesausschusses Frauen im Sport des Deutschen Sportbundes (DSB), eine der Vorgängerorganisationen des DOSB. In dieser ehrenamtlichen Funktion war sie zugleich Mitglied im Präsidium des DSB. Von 2006 bis 2014 war sie dann während der Präsidentschaft von Dr. Thomas Bach DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung. Ihre Nachfolgerin und heutige Amtsinhaberin ist die Leipziger Sportwissenschaftlerin Dr. Petra Tzschoppe.

Ilse Ridder-Melchers wurde in Hindenburg (Oberschlesien, heute Zabrze, Polen) geboren und wuchs im Münsterland auf. Mit 22 Jahren wurde Ilse Ridder-Melchers Mitglied der SPD, gehörte bald dem Stadtrat von Coesfeld an und hatte dort das Amt als Fraktionssprecherin inne. Seit 1997 gehörte sie in vier Legislaturperioden (mit Unterbrechungen) bis 2005 dem nordrhein-westfälischen Landtag an und blickt auf eine Tätigkeit als nordrhein-westfälische Ministerin für Gleichstellung von Mann und Frau von 1990 bis 1998 zurück.

In die DSB-Amtszeit von Ilse Ridders-Melchers fiel auch das von den beiden Berliner Sportwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper und Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister geleitete und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell geförderte Forschungsprojekt „Frauen an die Spitze“, in dem vorrangig der Frage nach den Gründen für die Unterrepräsentanz von Frauen in Sportorganisationen nachgegangen wurde. Dazu wurden u. a. die Führungsaufgaben und die Führungsstrukturen in Sportverbänden differenziert analysiert und amtierende und ehemalige Sportfunktionärinnen und Spitzensportlerinnen als potenzielle Führungskräfte befragt. Der praktische Teil der Projektarbeit fand in enger Kooperation mit Verantwortlichen des NOK für Deutschland und  des DSB statt – hier namentlich mit Ilse Ridder-Melchers an der Spitze. Das Projekt „Frauen an die Spitze" hat im Ergebnis Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen von Sportverbänden entwickelt, die inzwischen weitgehend umgesetzt werden: Hilfe zur Selbsthilfe durch eingehende Beratungen, Vernetzungen von Akteurinnen und Akteuren sowie Umsetzungsangebote durch gezielte Schulungen. Im Januar 2006 wurde das Projekt mit dem Margherita-von-Brentano-Preis, dem mit 11.000 Euro am höchsten dotierten deutschen Frauenförderpreis ausgezeichnet. Den Preis überreichte damals in Berlin in Anwesenheit von Ilse Ridder-Melchers der damalige Präsident der FU Berlin, Prof. Dr. Dieter Lenzen, heute Präsident der Universität Hamburg.

In die DOSB-Amtszeit von Ilse Ridder-Melchers fiel auch das bundesweite Netzwerkprojekt „Bewegung und Gesundheit – mehr Migrantinnen in den Sport“ das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde und wo es u.a. darum ging, Erfolgsfaktoren zu ermitteln, wie Migrantinnen für den Sport in Vereinen gewonnen werden können und wie mit und durch Sport die gesellschaftliche Integration insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund gefördert und über Netzwerkpartnerinnen nachhaltig gesichert werden kann: „Wir konnten viele Migrantinnen für Bewegung und gemeinsamen Sport im Verein gewinnen und begeistern, starke Netzwerke für die integrative Arbeit zu Schulen, Volkshochschulen, Integrationsbeauftragten und Frauenbüros, Wohlfahrtsverbänden und Gesundheitsdiensten aufbauen“, lautete damals das positive Fazit von DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers.

Ilse Ridder-Melchers, die bis heute ihrer Coesfelder Heimat treu geblieben ist, wurde für die hohen Verdienste in ihrem politischen Schaffen mehrfach ausgezeichnet: 2008 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und 2016 das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland: „Ich erinnere mich gern an die gemeinsamen Zeiten mit Ilse Ridder-Melchers im Präsidium des DOSB und schätze sie als eine stets engagierte Frau, der wir es wesentlich zu verdanken haben, dass Frauen im Sport und in den Sportorganisationen heute auf verschiedenen Ebenen stärker repräsentiert sind als noch vor einigen Jahren“, gratuliert die DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, und Dr. Petra Tzschoppe als Nachfolgerin der Jubilarin im höchsten DOSB-Frauen-Ehrenamt fügt hinzu: „Ich nehme den 75. Geburtstag von Ilse Ridder-Melchers gern zum Anlass, um mich persönlich bei ihr für ihr großartiges Engagement zur Frauenförderung im Sport zu bedanken. Von ihren wegweisenden Beiträgen können wir bis heute in unserer täglichen Arbeit profitieren.“

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 39)


  • Ilse Ridder-Melchers auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2014 in Dresden. Foto: Ronald Bonss
    Ilse Ridder-Melchers steht auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2014 in Dresden am Sprecherpult. Foto: Ronald Bonss

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