„Im Sport wird das Grundgesetz täglich umgesetzt“

Höhepunkt des IdS-Auftritts auf der Buchmesse war die Podiumsdiskussion „Viel mehr als Integration – Der Weg zu einem neuen Verständnis des Zusammenlebens im Sport und anderswo.“

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse mit Trimmy Foto: DOSB
Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse mit Trimmy Foto: DOSB

Der vierte Auftritt in Folge des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ auf der Frankfurter Buchmesse. Gezählt hat die Standbesucher keiner, aber der Eindruck war: 2019 dürfte der bisher anziehungsstärkste Auftritt des Sports bei der Buchmesse gewesen sein. Der Sport hat seinen Platz und die Anerkennung auf der weltgrößten Literaturschau offensichtlich gefunden. Und mit zwei Buchpräsentationen am Freitag (Zain-Alabin Al-Khatir, Infos s.u.) und Samstag (Ernes Erko Kalac, Infos s.u.) auch Fachspezifisches beigesteuert. 

Diesmal spiegelte sich der Begriff der Vielfalt an den verschiedenen Tagen in doppelter Weise am Messestand wider: Indem nämlich auch andere Themen als „Integration durch Sport“ präsentiert wurden, die beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beheimatet sind, etwa „Gleichstellung“ oder „Inklusion“.   

Für den „Integrations-Schwerpunkt“ am Freitag erhielt der DOSB kompetente Unterstützung durch Kolleg*innen aus Niedersachsen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 

Ein Höhepunkt des IdS-Auftritts war die Podiumsdiskussion am Freitag, im Kulturstadion der Kooperationspartners LitCam. Teilnehmer*innen: Kaweh Niroomand, Geschäftsführer des Deutschen Meisters der BR Volleys aus Berlin und Vizepräsident des DOSB, die pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, Saba-Nur Cheema, Berrin Nakipoğlu-Schimang, Vorstand der türkischen Gemeinde Hessen sowie Zain-Alabin Al-Khatir, Soccer Refugee Coach des MTV Hildesheim. Gekonnt geleitet und moderiert wurde die Runde von der Journalistin und Buchautorin („Anleitung zum Schwarzsein“) Anne Chebu.   

Die Veranstaltung lief unter dem Titel: „Viel mehr als Integration – Der Weg zu einem neuen Verständnis des Zusammenlebens im Sport und anderswo.“ Und vor dem Hintergrund von 30 Jahren „Integration durch Sport und 70 Jahren Einwanderung nach Deutschland. 

Eine Diskussion, die sich zwischen den Generationen und abseits der klassischen Fronten und Argumente bewegte und schwierigen Fragen nachspürte: ob und wie sich der „Integrationsbegriff“ verändert hat, und wie der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit den Menschen sein sollte, die nichtdeutsche Wurzeln haben? Und vielfach von „hybride Identitäten“ geprägt seien, wie Saba-Nur Cheema erklärte. Bezeichnend war in diesem Zusammenhang auch die Erfahrung von Berrin Nakipoğlu-Schimang, die sich erst nach dem Wechsel von einer IT-Spezialistin bei IBM, zur Lehramtsstudentin als Migrantin in Deutschland zu fühlen begann. Plötzlich stand nicht ihre Kompetenz, sondern ihre Herkunft stärker im Vordergrund.  

Und natürlich drehten sich die Fragen auch um den Part, den der Sport übernehmen kann, um neue gesellschaftliche Umgangsformen in einer Zuwanderungsgesellschaft zu etablieren. „Es geht nicht um eine Leitkultur, sondern um Werte, die übergreifend gelten, ohne die Individualität und Würde eines jeden Einzelnen anzugreifen. Insofern wird im Sport das Grundgesetz täglich umgesetzt“, sagte Kaweh Niroomand. 

Wenig hinzufügen war der Empfehlung von Zain-Alabin Al-Khatir: „Ich empfehle allen, die nach Deutschland kommen und Anschluss finden wollen, in den Sport zu kommen.“ 

Buchtipps: 

  • „Ums Überleben kämpfen“ von Soccer Refugee Coach Zain -Alabidin Al-Khatir des MTV Hildesheim. Das Buch ist im Juli 2019 im Arete Verlag Hildesheim erschienen. Zain-Alabidin Al-Khatir beschreibt darin seine Flucht aus dem Sudan und Libyen nach Deutschland.
  • „Die Faszination und integrative Kraft des Sports von Ernes Erko Kalac und Anja Peschel. Geschichte eines Geflüchteten. Das Buch ist Teil der Reihe ibidem und ebenfalls 2019 erschienen. 

Audio:

 

(Quelle: DOSB)


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