In Hessen hat der Elternwille Vorrang

Bildung bedeutet nicht nur Schulbildung, sondern auch außerschulische soziale Bildung. Die hessische Landesregierung hat dies berücksichtigt, sagt Autor Friedrich Mevert.

Soziale Bildung, wie z.B. im Sportverein sollte  für Kinder und Jugendliche selbstverständlich sein. Foto: LSB NRW
Soziale Bildung, wie z.B. im Sportverein sollte für Kinder und Jugendliche selbstverständlich sein. Foto: LSB NRW

Während in anderen Bundesländern mit grüner Regierungsbeteiligung wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Baden-Württemberg nach wie vor über Probleme zwischen der Schulpolitik und den freien Trägern der Jugendarbeit geklagt wird, gibt es in Hessen in dieser Frage Lob für den am 23. Dezember letzten Jahres abgeschlossenen Koalitionsvertrag von CDU und Grünen. Ausschlaggebend dafür war, dass sowohl bei der gymnasialen Oberstufe für Eltern und Schüler die freie Wahl zwischen den Schulformen G 8 und G 9 beibehalten wurde und dass bei Grundschulen im Ganztagsschulprogramm das Bildungs- und Betreuungsangebot ebenfalls auf freiwilliger Basis erfolgen soll.

In Niedersachsen dagegen, wo sich bereits der Landesmusikrat bei einem Kongress sehr kritisch mit den Auswirkungen vor allem der Ganztagsschule auseinandergesetzt hatte, hießen drei Schlagzeilen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in den letzten Wochen „Schulpolitik ärgert die Bevölkerung“, „Eltern wollen zurück zur längeren Gymnasialzeit“ und „Fachleute rügen massiv das Turbo-Abitur“. Letzteres geschah durch Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft am 16. Januar bei einem Bildungskongress von NiedersachsenMetall, dem größten Arbeitgeberverband Norddeutschlands, an dem auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil teilnahm. In einer kürzlichen Umfrage von Infratest Dimap für den Norddeutschen Rundfunk erklärten 59 Prozent der Niedersachsen ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Schul- und Bildungspolitik in ihrem Land.

In Schleswig Holstein haben die Auswirkungen des massiven Ausbaus der Ganztagsschulen nach den Sportvereinen und Musikschulen nun auch die Gemeinden der evangelischen Landeskirche erreicht. So hätten die Jugendlichen nach einem langen Schultag am späten Nachmittag keine Zeit mehr für den Konfirmandenunterricht, kritisierte der Kieler Propst Lienau-Eecker in den „Kieler Nachrichten“. Aus den Gemeinden höre er „landauf, landab die gleichen Klagen“. Und dass auch die Freiräume für ehrenamtliche Jugendarbeit im Zeichen von Ganztagsschule und Bachelorstudium immer knapper würden, klagte die Landesjugendring-Vorsitzende Alexandra Ehlers beim LJR-Jahresempfang der Jugendverbände. Dabei bedeute Bildung eben nicht nur Schulbildung, sondern insbesondere auch außerschulische soziale Bildung, betonte sie.

Positive Worte kommen dagegen vom Landessportbund in Hessen, der sich mit seiner Hessischen Sportjugend seit Jahren sehr engagiert für die Schaffung der notwendigen Freizeiträume für Schülerinnen und Schüler für die sportliche Jugendarbeit in den Vereinen eingesetzt hatte und nun für die Durchsetzung seiner vom LSB-Hauptausschuss beschlossenen Forderungen an die Landtagsparteien belohnt wurde.


  • Soziale Bildung, wie z.B. im Sportverein sollte  für Kinder und Jugendliche selbstverständlich sein. Foto: LSB NRW
    Soziale Bildung, wie z.B. im Sportverein sollte für Kinder und Jugendliche selbstverständlich sein. Foto: LSB NRW

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