"Inklusion im Sport – gemeinsam stark für Aachen"

Das 3-Jahres-Projekt "Inklusion im Sport - gemeinsam stark für Aachen" ist kürzlich erfolgreich gestartet. Das Projekt ist von der Aktion Mensch gefördert und soll inklusive Sportangebote schaffen und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung maßgeblich verbessern.

Auf einer Bühne sitzen sechs Personen und diskutieren. Drei davon sitzen in einem Rollstuhl.
Foto: Andreas Steindl

Beim gemeinsamen Sporttreiben kann man beobachten, dass der Spaß an der Bewegung im Vordergrund steht, dass Brücken geschlagen werden, weil man ein gemeinsames Ziel verfolgt oder dass Freundschaften entstehen, weil man im selben Team kämpft. Dass jemand „anders“ ist, scheint hingegen zweitrangig zu sein. Der Sport bringt uns zusammen, schafft ein „Wir-Gefühl“ und vor allem Situationen, in denen Inklusion fast unbemerkt stattfindet. Dass Inklusion im und durch Sport gelingen kann, davon ist der Stadtsportbund Aachen e.V. überzeugt. Um das Thema voranzutreiben, wurde bereits im Jahr 2017 eine Sportinklusionsmanagerin eingestellt.

Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre zeigen, dass Menschen mit Behinderung häufig nach inklusiven Sportangeboten suchen und Teil der Sportvereinswelt in Aachen werden möchten. Durch das neue, von der Aktion Mensch geförderte Projekt, welches auf drei Jahre ausgelegt ist, sollen inklusive Sportangeboten geschaffen und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung maßgeblich verbessert werden. Langfristig soll die Gesellschaft für die Thematik Inklusion sensibilisiert und Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden, damit Anderssein normal wird.

Für die Sport-Inklusionsmanagerin Sina Eghbalpour ist es dabei besonders wichtig, dass Menschen mit Einschränkung bei Befragungen einbezogen werden und die Entwicklung von Teilhabemöglichkeiten im Sport selbst mitgestalten können. Auf Grund ihrer eigenen körperlichen Einschränkung ist sie als Rollstuhlfahrerin „Expertin in eigener Sache“. Dass Inklusion möglich ist, hat Sie vor allem im Sport gelernt:

„Wenn es zum Beispiel in der inklusiven Fußballmannschaft nicht darauf ankommt, ob jemand eine geistige Einschränkung hat oder nicht, sondern lediglich das gemeinsame Ziel Tore zu schießen zählt. Oder wenn beim Rollstuhltanz neue Bewegungsformen gelernt werden und letztendlich nur die Choreografie maßgeblich ist, kann Inklusion im Sport beobachtet werden. Unsere Sportlerinnen und Sportler lernen, dass man durch den Sport und die Bewegung Selbstbestimmung und Unabhängigkeit erreicht und dass man über sich hinauswachsen kann. Diese positiven, sportlichen Erfahrungen sollten für alle Interessierten möglich gemacht werden, unabhängig von jeglicher körperlichen oder geistigen Einschränkung.“

Um inklusive Sportangebote zu schaffen, möchte der Stadtsportbund Aachen seine Mitgliedsvereine bei der Vereinsentwicklung im Handlungsfeld Inklusion begleiten. Durch eine wissenschaftliche Erhebung sollen der Bedarf und die Bedürfnisse der Sportvereine ermittelt werden. Der Stadtsportbund Aachen möchte seine Beratung in Form einer Sprechstunde und Unterstützung durch Übungsleiter-Fortbildungen anbieten. Die entstehenden „best practice“ Beispiele können als Vorbild und Mutmacher für andere Sportvereine dienen, die sich auf den Weg zur Inklusion machen wollen.

Auch die städtischen Strukturen sowie sozialen Einrichtungen der Stadt Aachen werden wichtige Partner für den Stadtsportbund Aachen sein. Durch Einbezug dieser Expertise können barrierefreie Strukturen in Aachen geschaffen werden, die maßgeblich entscheidend sind, um Prozesse anzustoßen und Verbesserungen zu erreichen.

Bei der Umsetzung der Befragungen darf sich der SSB Aachen zusätzlich über die kompetente Unterstützung der Katholischen Hochschule NRW (Prof. Dr. Schirra-Weirich) und der Deutschen Sporthochschule Köln (Prof. Dr. Abel) freuen.

Bildlich gesprochen soll in den kommenden drei Jahren das „Haus der Inklusion“ errichtet werden, in dem der Sport Gemeinschaft ermöglicht und verbindet. In diesem Haus sollen drei Parteien wohnen: Menschen mit Einschränkungen, die Sportvereine und die örtlichen Strukturen – alle vereint unter dem Dach der Teilhabe und Inklusion.

Denn nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligter und den Austausch von Expertise kann Inklusion im Sport gelingen. Neben dem Vorhaben mehr inklusive Angebote zu schaffen, soll eine barrierefreie Infobroschüre für Menschen mit Behinderung entstehen, in der nicht nur die inklusiven Sportangebote der Stadt Aachen aufgeführt werden, sondern darüber hinaus auch Hinweise auf Assistenz und Fahrdienste angegeben sind.

Der Stadtsportbund Aachen möchte gemeinsam mit seinen Mitgliedsvereinen zeigen, dass „Inklusion im und durch Sport“ möglich ist und der organisierte Sport Aachener Bürgerinnen und Bürger verbindet und Gemeinschaft ermöglicht, unabhängig von Aussehen, Herkunft oder Einschränkung. WIR sind gemeinsam stark für Aachen.

Quelle: Stadtsportbund Aachen


  • Auf einer Bühne sitzen sechs Personen und diskutieren. Drei davon sitzen in einem Rollstuhl.
    Auf einer Bühne sitzen sechs Personen und diskutieren. Drei davon sitzen in einem Rollstuhl.

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