Integration braucht Vorbilder!

Aktionstag „Schule, Sport, Integration“ mit Staatsministerin Aydan Özoğuz an der Großenbruchschule in Essen.

Fotos: Barbara Konarska (LSB NRW)
Fotos: Barbara Konarska (LSB NRW)

Hoher Besuch an der Essener Großenbruchschule: Nach Stationen in Hamburg und Berlin machte die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung, Staatministerin Aydan Özoğuz, am 2. September beim Aktionstag „Schule, Sport, Integration“ Halt in der Ruhrmetropole. 

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Ganztagsraum der Grundschule konnte Schulleiterin Helga Wiesenhöfer zahlreiche Gäste, unter denen sich einige Prominenz befand, begrüßen. Diese konnten sich in einem bunten Mix aus Gesangs- und Tanzeinlagen sowie Spiel- und Bewegungsangeboten einen lebhaften Eindruck der Integrationsarbeit im Sport vor Ort verschaffen.

Daneben stand jedoch auch der ernsthafte Austausch und Dialog zum Themenfeld Integration und Sport im Mittelpunkt dieses Aktionstages. Hierzu brachte Moderatorin Damla Hekimoglu eine illustre Talkrunde, bestehend aus Staatsministerin Aydan Özoğuz, dem Vizepräsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie Präsidenten des Landessportbund Nordrhein-Westfalen Walter Schneeloch, der Prorektorin der Universität Duisburg-Essen Prof. Dr. Ute Klammer sowie der ehemaligen Volleyballnationalspielerin und Integrationsbotschafterin des Deutschen Olympischen Sportbundes Atika Bouagaa, miteinander ins Gespräch. Alle waren sich einig, dass der Sport für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine ganz wichtige Rolle spielt. „Integration im und durch Sport gelingt jedoch nicht per se“ gibt Walter Schneeloch zu bedenken. Vielmehr bedürfe es auch im Sport entsprechender Rahmenbedingungen sowie einer zielgerichteten Integrationsarbeit, wie sie beispielsweise im Programm Integration durch Sport seit nunmehr 25 Jahren bundesweit geleistet wird.

Arbeit, die Früchte trägt. Immerhin haben knapp zehn Prozent aller Sportvereinsmitglieder einen Migrationshintergrund. Gemessen am Bevölkerungsanteil sind Menschen mit Migrationshintergrund im organisierten Sport jedoch nach wie vor unterrepräsentiert. Es gibt also noch Luft nach oben, um die erfolgreiche Integrationsarbeit im Sport weiter zu intensivieren, wobei insbesondere auch an Mädchen und Frauen sowie ältere Menschen mit Migrationshintergrund zu denken sei. Dabei kann auf bereits bestehende Erfahrungen und Erkenntnisse aus Projekten für diese Zielgruppen, wie beispielsweise „spin – sport interkulturell“ oder „Zugewandert und geblieben (ZuG)“ aufgebaut werden.

Um Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen und für den Sport zu begeistern sind zudem entsprechende Vorbilder von großer Bedeutung, auch hier war sich die Talkrunde einig. Einerseits erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler mit eigenem Migrationshintergrund, wie Atika Bouagga, zu denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aufschauen und denen sie nacheifern können. Andererseits aber auch – oder gerade auch – Vorbilder auf allen Ebenen des Sports, wie Übungsleiterinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen, die im sportlichen Alltag an der Basis eine ungeheuer wichtige Funktion als Türöffner – insbesondere für Mädchen mit Migrationshintergrund – für den Sport einnehmen. Diese Vorbilder zu qualifizieren und  sichtbar zu machen, sei ein wichtiger Schritt auf dem weiteren Weg der Integrationsarbeit im Sport. Einem Weg, auf dem die Staatsministerin den Sport auch weiterhin begleiten wird.

(Text: Sebastian Finke, Projekt "spin - sport interkulturell")


  • Fotos: Barbara Konarska (LSB NRW)
    Fotos: Barbara Konarska (LSB NRW)

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