Internationale Schülerspiele nach einer Durststrecke zum vierten Mal im Winter

Vom 19. bis zum 23. Februar 2009 richten die Schweizer Städte Montreux und Vevey am Genfer See unweit von Lausanne die 4. Internationalen Winter-Schülerspiele aus.

Am Genfer See treffen sich die Schülerinnen und Schüler zum Wettkampf. Copyright: picture-alliance
Am Genfer See treffen sich die Schülerinnen und Schüler zum Wettkampf. Copyright: picture-alliance

Damit endet eine Durststrecke über zehn Jahren ohne diese Veranstaltung. Viereinhalb Monate später veranstaltet Athen, Olympiastadt 2004, die Sommerspiele. In der griechischen Hauptstadt wird zugleich das Komitee der Schülerspiele mit Präsident Torsten Rasch an der Spitze und Schatzmeister Wolfgang Glenz (beide aus Darmstadt) neu gewählt. 40 Teilnehmer-Städte in der Schweiz, das liegt über den Erwartungen des Komitees. 600 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren tummeln sich in den Sportarten Eiskunstlauf, Curling, Slalom, Langlauf, Ski-Orientierungslauf und Snowboard. Die Aktiven wohnen am Ufer des Genfer Sees in Drei- und Vier-Sterne-Hotels. Kurze Wege zu den Sportstätten zeichnen das Konzept aus. Durch die Nähe zu Lausanne, Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, hofft Rasch, dass IOC-Präsident Jacques Rogge die Eröffnungsfeier besucht. Das IOC, Unterstützer und Förderer der Schülerspiele, kann sich praktisch vor der Haustür ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Schülerspiele und dem internationalen Echo machen. Überrascht sind die Organisatoren über die erste Anmeldung der Hauptstadt Accra aus Ghana in Afrika. Sie hat Schüler für die Curling-Wettbewerbe gemeldet. Auch Kenias Hauptstadt Nairobi schickt Wettkämpfer in die Schweiz.

In Montreux und Vevey sind obendrein Mannschaften aus drei Städten in Australien am Start. Bislang noch nicht teil nahmen auch Haanja (Estland), Zlin (Tschechien), Podolsk (Russland), Lesno (Polen), Harbin (China) und Mukachevo (Ukraine). Die durch die Finanzkrise besonders gebeutelte isländische Hauptstadt Reykjavik, 2007 Ausrichter der Sommerspiele, zog dagegen ihre Meldung zurück. Aus Deutschland wird Darmstadt wird mit sechs Schülern vertreten sein – darunter zwei Eiskunstläuferinnen. Aufgrund des lebhaften Echos nach der Durststrecke in den letzten Jahren hofft das Komitee der Internationalen Schülerspiele, dass Winterspiele in Zukunft wieder kontinuierlich veranstaltet werden können. Präsident Rasch denkt an einen Rhythmus von zwei Jahren, wenn sich genügend Bewerberstädte finden.

Die Regie der Internationalen Schülerspiele sitzt in Darmstadt. 2003 wurde Rasch zum Nachfolger von Jose Sater gekürt. Der Slowene kam damals bei einem Autounfall ums Leben. Tragischer-weise war er mit einer Delegation auf dem Weg nach Ushgorod, um Winter-Schülerspiele dort vorzubereiten. Rasch, Leiter des Amtes für Familie, Kinderbetreuung und Sport in Darmstadt, wirkte seit 1993 zunächst als Generalsekretär, dann vier Jahre als Vizepräsident. Der erste Präsident des Lenkungskomitees, Fritz Glenz (Darmstadt), förderte ihn. Schatzmeister ist heute dessen Sohn Wolfgang Glenz, Bürgermeister, Kämmerer und Sportdezernent. Auch die Geschäftsstelle wurde 2003 nach Südhessen verlegt. Darmstadt ist bisher die einzige Stadt, die schon dreimal Schülerspiele im Sommer ausgerichtet hat: 1974 (9 Städte), 1982 (13) und 1993 (23).

Metod Klemenc gilt als Erfinder der Internationalen Schülerspiele. Der Slowene, dessen Familie im Zweiten Weltkrieg getötet wurde, veranstaltete 1968 in Celje die ersten internationalen Wettkämpfe mit neun Städte-Mannschaften. Der Sportlehrer verstand sie als Beitrag zur Völker-verständigung über Sprachen und Kulturen hinweg. Seit Anfang der achtziger Jahre werden Schülerspiele im Sommer jährlich veranstaltet. Über 25.000 Kinder im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren aus allen Erdteilen haben die Sportfeste inzwischen zusammengeführt.


  • Am Genfer See treffen sich die Schülerinnen und Schüler zum Wettkampf. Copyright: picture-alliance
    Am Genfer See treffen sich die Schülerinnen und Schüler zum Wettkampf. Copyright: picture-alliance

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