Jeden Tag neue Chancen nutzen

Austausch der Verantwortlichen der Projekte „Orientierung durch Sport“ (OdS) und „Willkommen im Sport“ (WiS).

Iyas Ahmad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie, bei seinem Impulsvortrag „Was hat mir der Sport gegeben?“ (Foto: dsj)
Iyas Ahmad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie, bei seinem Impulsvortrag „Was hat mir der Sport gegeben?“ (Foto: dsj)

Über 50 Verantwortliche der beiden Projekte für Geflüchtete waren der Einladung der Deutschen Sportjugend (dsj) und des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) zum Vernetzungstreffen am 15. Juni in Frankfurt am Main gefolgt.

Martin Schönwandt, DOSB Vorstand Jugendsport und dsj Geschäftsführer, hob in seiner Begrüßung das große Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen in den Verbänden und Vereinen hervor, die mit ihren Sport- und Bewegungsangeboten Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland erleichtern, eine Abwechslung im Alltag bieten und an die Sportvereine heranführen. Er bedankte sich bei der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, und dem IOC für die Förderung der beiden Projekte in diesem Jahr.

Marius Dietrich vom Arbeitsstab der Bundesbeauftragten gab anschließend einen Einblick in die Perspektiven der Bundesregierung, stellte aktuelle Entwicklungen der Einwanderung sowie zum Entwurf des Integrationsgesetzes vor und ging auf Maßnahmen der Integrationsbeauftragten ein.

Im Projekt „OdS“, das von der dsj umgesetzt wird, engagieren sich aktuell 36 Verbände und Vereine insbesondere für junge (unbegleitete) Geflüchtete, wie Peter Lautenbach, dsj- Ressortleiter Jugendarbeit im Sport, berichtete. Innerhalb des Projektes sollen Bewegungs- und Sportangeboten für diese Zielgruppe entwickelt sowie ein Netzwerk der Engagierten zur Verbesserung des Erfahrungsaustauschs aufgebaut werden.

Das DOSB-Projekt „WiS“, vorgestellt von Jan Gerspach, Referent beim DOSB im Fachbereich Sport und Integration, zielt neben kurzfristigen Angeboten in den Erstaufnahmeeinrichtungen vor Ort auch auf die Entwicklung langfristiger Konzepte, die Erkenntnisse für das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) liefern und Vereinsverantwortlichen zukünftig als Hilfestellung dienen.

Einen Eindruck der Situation von Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in Deutschland gab Iyas Ahmad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie, in seinem Impulsvortrag unter dem Titel „Was hat mir der Sport gegeben?“. Iyas Ahmad, in Syrien geboren, betonte, dass der Sport ein wichtiges Instrument zu einer schnelleren Integration sei und er ihn als „Bestandteil der deutschen Kultur“ wertzuschätzen gelernt habe. Katja Klemm und Sina Hartmann, ebenfalls vom KIT, hatten im Vorfeld des Vernetzungstreffens Videos mit Verantwortlichen von beteiligten Vereinen gedreht, die die Herausforderungen und Chancen der Arbeit mit Flüchtlingen aufzeigen: Jeden Tag erlebt man etwas Neues und muss sich gleichzeitig spontan auf ungewohnte Situationen einstellen.

In verschiedenen Workshops gaben Referentinnen und Referenten einen ersten Einblick in die Themen „Arbeit mit traumatisierten Menschen“, „Umgang mit fremdenfeindlichen Einstellungen“ sowie der Qualifizierungsmaßnahme „Fit für die Vielfalt“ aus dem „IdS“-Programm. Im Erfahrungsaustausch der Teilnehmer/innen wurde deutlich, dass Übungsleiter/innen und freiwillig Engagierte in diesen Bereichen professionelle Unterstützung einholen sollten und in vielen Vereinen weiterer Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen mit Blick auf die Zielgruppe Geflüchtete bestehe. Sportvereine und –verbände bieten Flüchtlingen einen wichtigen Baustein in der Integration. Sie sollten in Fragen, die nicht primär dem Sport zuzurechnen sind, jedoch Vernetzungen mit Traumazentren oder Fachstellen für Demokratie eingehen.

Das Vernetzungstreffen, moderiert von Dr. Daniel Illmer (DOSB Führungsakademie), brachte wichtige Erkenntnisse in diesem für viele Verantwortliche eher neuen Aufgabenfeld des Sports. Ingo Weiss, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, sagte: „Der Austausch der Projektverantwortlichen ist enorm wichtig, um die Herausforderungen und Chancen, die vermutlich in den kommenden Jahren noch zunehmen werden, auch zukünftig anzugehen und zu nutzen.“

Ein weiteres Vernetzungstreffen der Projekte „WiS“ und „OdS“ ist für Ende 2016 geplant.

(Quelle: DOSB/dsj)


  • Iyas Ahmad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie, bei seinem Impulsvortrag „Was hat mir der Sport gegeben?“ (Foto: dsj)
    Iyas Ahmad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie, bei seinem Impulsvortrag „Was hat mir der Sport gegeben?“ (Foto: dsj)
  • Martin Schönwandt, Marius Dietrich, Iyas Ahmad, Heike Kübler, Peter Lautenbach, Jan Gerspach beim Vernetzungstreffen von OdS und WiS (Foto: dsj)
    Martin Schönwandt, Marius Dietrich, Iyas Ahmad, Heike Kübler, Peter Lautenbach, Jan Gerspach beim Vernetzungstreffen von OdS und WiS (Foto: dsj)

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