Jenapharm soll in Dopingopfer-Hilfefonds einzahlen

 

Der Thüringer Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Jürgen Haschke, hat den in Jena ansässigen und zum Schering-Konzern gehörenden Pharmabetrieb "Jenapharm" aufgefordert,

"einen Betrag von mindestens einer Million Euro in den Dopingopfer-Hilfefonds für geschädigte DDR-Sportler einzuzahlen". "Das Unternehmen soll sich zur Geschichte des einstigen ‚Volkseigenen Betriebes (VEB) Jenapharm‘ bekennen", sagte Haschke in Erfurt. Bislang hat lediglich der Bund zwei Millionen Euro für Sportlerinnen und Sportler bereitgestellt, die in der DDR durch unwissentliches Doping geschädigt worden sind. Angesichts der zu erwartenden Anträge von mindestens 500 Dopingopfern und der erheblichen Kosten für medizinische Folge-Behandlungen, die nicht alle von den Krankenkassen übernommen werden, reichen die Bundesmittel kaum aus.

Der Stasi-Akten- Experte Haschke verwies in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Dokumente, die in der Birthler-Behörde in den vergangenen Jahren aufgefunden wurden und die Beteiligung des "VEB Jenapharm" an der streng geheimen Dopingforschung für den DDR-Sport belegen. Der "VEB Jenapharm" war Hauptproduzent der im DDR-Hochleistungssport eingesetzten Hormonsubstanzen, die - zum Teil sogar ohne klinische Prüfung - vielen Athleten verabreicht wurden. Die in Jena erscheinende Zeitschrift "Gerbergasse 18" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (Nummer 25) über Details der Dopingforschung und deren Absicherung durch den DDR-Geheimdienst im "VEB Jenapharm".



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