Jenseits von Kienbaum

Es ist ein gutes Zeichen, wenn Sport und Entwicklungszusammenarbeit zusammengehen. Michael Schirp, stellvertretender DOSB-Ressortleiter Medien und Öffentlichkeitsarbeit, über das Youth Leadership Camp in Kienbaum.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Youth Leadership Camps mit UN-Sonderberater Willi Lemke. Foto: DOSB/GIZ/Foto-Sicht
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Youth Leadership Camps mit UN-Sonderberater Willi Lemke. Foto: DOSB/GIZ/Foto-Sicht

„Eine Oase der Ruhe mit qualitativ hochwertiger Ausstattung, wo sich die Spitzenathleten in waldreicher Luft und fernab von jeglichem Trubel auf die Höhepunkte der Saison vorbereiten können.“ So sieht sich Kienbaum selbst, folgt man der Website des Bundesleistungszentrums. Awa, Ngeso und ihre Kolleginnen und Kollegen vom UN-Youth Leadership Camp sind auch hier, um sich vorzubereiten, aber anders irgendwie. Ihre Saisonhöhepunkte bestehen darin, in Kenia junge Mütter über den Sport selbstbewusster zu machen. Oder im ghanaischen Busch Behinderte aufzuspüren und sie zu überreden, mit in die Stadt zu kommen. Um dort Rollstuhlfahren und dazugehörige Sportarten zu erlernen und anschließend die Botschaft zu Hause weiterzutragen.

Der unermüdliche UN-Sportberater Willi Lemke hat 30 engagierte Nachwuchsleute aus Afrika und dem arabischen Raum nach Brandenburg geladen. Sie arbeiten in ihren Heimatländern an Strukturen ihrer Kommunen, Regionen oder Verbände – und immer nutzen sie Sport, um an ihre Zielgruppe zu kommen oder um zu motivieren. Mit 23 sportpraktischen und theoretischen Kursen werden ihnen in Kienbaum zwei Wochen lang Führungs- und Sozialkompetenzen vermittelt. Das BMZ, die Entwicklungshelfer der GIZ, DOSB und dsj, ALBA Berlin, das IPC, Boxgirls International und Right To Play unterstützen, stellen Fachleute, Inhalte und Know-How zur Verfügung.

Der DOSB fördert gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt seit Anfang der 60er Jahre die Entwicklung des Sports mit insgesamt 1400 Projekten in über 100 Ländern der Dritten Welt, bildet Trainer aus und hilft, die Strukturen zu verbessern. Wenige Tage, nachdem die 30 Camp-Teilnehmer abgereist sind, begehen die Vereinten Nationen am 6. April den „Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“. Er steht für Forderungen, die in Deutschland ganz oder in Ansätzen erfüllt sein mögen, deren Umsetzung anderswo jedoch noch ganz am Anfang stehen: Sport für alle, Sport für die Verbesserung des physischen und psychischen Wohlbefindens, Sport für ein respektvolles und kompromissbereites Miteinander, Sport für die Gleichstellung von Mann und Frau,  Sport für die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Der DOSB wird zum 6. April mit eigenen Fußball- und Leichtathletik-Veranstaltungen in sieben seiner laufenden Projekte in Äthiopien, Burundi, Guatemala, Honduras, Namibia, Sambia und auf den Philippinen beitragen. „Der Sport kann helfen, Grenzen zu überwinden, er kann Menschen ein friedliches Miteinander und neue Perspektiven eröffnen“, kommentiert DOSB-Präsident Alfons Hörmann den Internationalen Tag des Sports, und es ist ein gutes Zeichen, wenn Sport und Entwicklungszusammenarbeit anlässlich des Kienbaumer Camps zusammengehen.

Da will die Nachricht, dass das Budget für die  Förderung von Sportbeziehungen mit Entwick-lungsländern von 4,5 Millionen auf 3,6 Millionen Euro gekürzt werden soll, nicht ins Bild passen. So gut der Job ist, den Kienbaum macht - der deutsche Sport und die deutsche Politik tragen Verantwortung für Beides: für Spitzenathleten wie für Partner in Entwicklungsländern, für Kienbaum und für Afrika.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Youth Leadership Camps mit UN-Sonderberater Willi Lemke. Foto: DOSB/GIZ/Foto-Sicht
    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Youth Leadership Camps mit UN-Sonderberater Willi Lemke. Foto: DOSB/GIZ/Foto-Sicht

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