Kuratorium Sport und Natur strebt eine europaweite Vernetzung an

Das Kuratorium Sport und Natur will eine europaweite Vernetzung anstreben. Das erklärte der Vorsitzende des Vereins, Winfried Hermann, beim Parlamentarischen Abend in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.

„Naturschonende Sportausübung ist und bleibt ein eminent wichtiges Ziel“, sagte Hermann, auch sportpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. „Der DOSB sollte die Aspekte Umwelt und Natur besser verankern, als es bisher vorgesehen ist. Wir sind guten Mutes, dass diese Mangelsituation in der neuen Sportdachorganisation schon bald aufgehoben wird. Das Argument, Umwelt und Natur sei eine Querschnittsaufgabe, sticht nicht. Ohne klare strukturelle Verantwortlichkeit fallen dann diese Tätigkeitsfelder sehr leicht unter den Tisch.“

 

Mit Faltblättern nicht organisierte Sportler informieren

Hermann kündigte an, dass das 1992 gegründete Kuratorium, dessen langjähriger Vorsitzender Heiner Geißler war, verstärkt Faltblätter erstellen werde, um die nicht organisierten Sportler besser ansprechen zu können. Der gemeinnützige Verein hat 15 Mitgliedsorganisationen und sechs Fördermitglieder in seinen Reihen; der Dachverband vertritt dabei insgesamt drei Millionen Mitglieder. Für den ehemaligen Vorsitzenden des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Friedhelm Julius Beucher, wurde der amtierende Ausschussvorsitzende Dr. Peter Danckert (SPD) in den Vorstand gewählt. Zweiter Vorsitzender bleibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle, als Schatzmeister amtiert nach wie vor Thomas Urban, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins (DAV).

 

Gesetzeskompetenz für Naturschutz soll beim Bund bleiben

Die Interessenvertretung des Natursports wehrt sich mit Entschiedenheit gegen eine geplante Neuregelung im Zuge der so genannten Föderalismusreform, nach der lediglich die „Grundsätze des Naturschutzes“ der alleinigen Gesetzgebungskompetenz unterworfen sein sollen. Denn daneben soll das Aufgabenfeld der neu geplanten Abweichungsgesetzgebung zugeordnet werden. Was bedeutet: Der Bund könne dann zwar alle Details gesetzlich regeln, die Länder könnten jedoch abweichende Gesetze mit Vorrang-Charakter beschließen. „Das wäre ein Fundamentalismus früherer Zeiten“, erklärte das Kuratoriums-Vorstandsmitglied Peter Janssen vom Deutschen Hängegleiterverband, auch Bürgermeister von Tegernsee. „Wir fordern, dass der heutige Status für den Natursport bundesweit erhalten bleiben muss.“

 

DAV als Naturschutzverband anerkannt

Thomas Urban berichtete, der DAV sei nach zweijährigem Genehmigungsverfahren seit dem 5. September 2005 als Naturschutzverband anerkannt. „Wir hoffen, dass uns dieser Status erhalten bleibt“, erklärte Urban. „Dies ist die Anerkennung unseres Bemühens, die Naturnutzung und die Belange des Schutzes der natürlichen Lebensbedingungen in Einklang zu bringen.“

 

Umweltpreis für Mountainbike-Park Pfälzerwald

Den mit 7.500 Euro dotierten Umweltpreis des Kuratoriums und der Fachgruppe Outdoor der deutschen Sportartikelhersteller erhielt das Projekt Mountainbike-Park Pfälzerwald. Hermann erklärte bei der Ehrung, die Aktivitäten der Pfälzer seien ein Beispiel, wie man die Versöhnung zwischen Mensch und Natur herstellen könne. Auf 300 km Waldwegen können seit April 2005 Mountainbiker ihrem Sport nachgehen, ohne dass Luchs, Wildkatze und andere Tiere bedrängt werden. Ranger achten dabei auf Einhaltung der Regeln.


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