LSB Hessen lehnt Begriff E-Sport ab

Eine klare Positionierung zum Thema „Virtuelle Sportarten und E-Gaming“ hat der Landessportbund Hessen am Samstag im Rahmen seines Hauptausschusses in Frankfurt vorgelegt.

Wettkämpfer an der Konsole zeigen auf der Sportartikelmesse ISPO ihr Können. Foto: picture-alliance
Wettkämpfer an der Konsole zeigen auf der Sportartikelmesse ISPO ihr Können. Foto: picture-alliance

Analog zum DOSB unterscheidet der Landessportbund (lsb h) dabei zwischen virtuellen Sportarten, also der Überführung von Sportarten in die virtuelle Welt und E-Gaming. Unter diesem Begriff sind alle sonstigen virtuellen Spiel- und Wettkampfformen zusammengefasst. Den Begriff E-Sport verwendet der lsb h nicht.

„Die Bezeichnung E-Sport ist für uns ein künstlicher Sammelbegriff, der ein zu breites Spektrum umfasst – von Egoshooter-, Strategie- und virtuellen Kartenspielen bis hin zu elektronischen Sportartensimulationen“, sagt der Vizepräsident Sportentwicklung des lsb h, Ralf-Rainer Klatt. Entsprechend heißt es im Positionspapier auch: „Diese Breite an Erscheinungsformen geht aus unserer Sicht weit über ein Spielsportverständnis hinaus und ist daher mit dem zurzeit angewendeten Sportbegriff nicht vereinbar.“ Denn viele Computerspiele aus dem Bereich E-Gaming liefen den Werten des Sports entgegen. Das Positionspapier nimmt außerdem Stellung zu Suchtgefahren und problematisiert ungelöste gemeinnützigkeitsrechtliche Fragen sowie die Abhängigkeit von Spieleentwicklern.

Virtuellen Sportarten attestiert der Dachverband des hessischen Sports hingegen „Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Vereinsaktivitäten außerhalb des eigentlichen Sportbetriebs bis hin zur Verbindung von digitalen Trainingsansätzen mit Aktivitäten auf dem Sportplatz“. Außerdem spricht der lsb h virtuellen Sportsimulationen eine hohe inklusive Kraft zu: „Spieler und Spielerinnen mit und ohne Behinderung können sich so im gemeinsamen Spiel messen. Barrieren können abgebaut, gemeinsame positive Erlebnisse geteilt und insgesamt kann Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefördert werden“, heißt es im Positionspapier. Die Gründung eigener Abteilungen ist aus Sicht des lsb h aber nicht nötig, ebenso wenig die Gründung eines Landesverbandes. Generell fordert der Landessportbund seine Mitgliedsorganisationen auf, sich dafür einzusetzen, dass mehr Menschen sportlich aktiv werden bzw. bleiben und so Bewegungsarmut entgegenzuwirken.

Die vollständige Positionierung des Landessportbundes ist online verfügbar >>> 

(Quelle: lsb h)


  • Wettkämpfer an der Konsole zeigen auf der Sportartikelmesse ISPO ihr Können. Foto: picture-alliance
    Wettkämpfer an der Konsole zeigen auf der Sportartikelmesse ISPO ihr Können. Foto: picture-alliance

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