Massive Verunreinigungen von Nahrungsergänzungsmitteln: Anti-Doping-Pressekonferenz des BISp und der ADK von DSB und NOK

Nahrungsergänzungsmittel können massive Verunreinigungen mit hormonellen Wirkstoffen aufweisen. Wer das heute noch ignoriere, gehe ein Risiko ein, für das er bei einer positiven Dopingprobe gerade stehen müsse. Diese Einschätzung vertrat der Vorsitzende der gemeinsamen Anti-Doping-Kommission von DSB und NOK, Prof. Dr. Haas, bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Anti-Doping-Bekämpfer am Dienstag, dem 06.02., in Köln.

 

 

 

Manfred Edelhäuser vom Ministerium für ländlichen Raum Baden-Württemberg hatte zuvor empirische Belege seiner Behörde für Verunreinigungen der seit längerer Zeit im Verdacht stehenden Nahrungsergänzungsmittel vorgetragen. Im Rahmen eines breit angelegten Untersuchungsprogrammes hatten die Stuttgarter Lebensmittel-Überwacher handelsübliche Kautabletten, Pulver, Drinks und Riegel untersucht, auf die sie im Sportfachhandel, in Apotheken, Drogerien und über Internet-Bestellungen gestoßen waren. Die Zwischenbilanz: Bei 139 genommenen Proben waren die Lebensmittel-Chemiker auf 16 verunreinigte Produkte gestoßen. Alle Verunreinigungen betrafen das Hormon Nandrolon bzw. entsprechende Prohormone, die im Körper zu Nandrolon umgewandelt werden. Betroffen sind neben drei ausländischen auch zwei deutsche Hersteller, deren Namen die Überwachungsstelle aus juristischen Gründen nicht nennen wollte. Die Verunreinigungen sind in der Regel von Charge zu Charge erheblichen Schwankungen unterworfen. Warnungen jedoch darf das Ministerium nur aussprechen, wenn von einer noch im Handel befindlichen Charge eine konkrete Gefahr ausgeht.

 

 

 

Der Substanz Nandrolon, zuletzt verantwortlich für prominente Dopingfälle im deutschen wie im internationalen Sport, galt auch das Hauptinteresse der zahlreichen Medienvertreter, die der Einladung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und der Gemeinsamen Anti-Doping-Kommission von DSB und NOK gefolgt waren. Gegenwärtig bestehe kein Anlass, an den festgelegten Grenzwerten von 2,0 Nanogramm für Männer und 5,0 Nanogramm für Frauen zu zweifeln, stellten die Leiter der beiden deutschen IOC-Labors für Dopinganalytik, Müller und Schänzer, unisono fest. Bei weltweit mehreren 100.000 Untersuchungsbefunde sei - abgesehen von Frauen in der Schwangerschaft - kein Fall einer endogenen Produktion bekannt geworden, der diese Grenzwerte überschritten habe. Es sei daher falsch, wenn in der Öffentlichkeit in dieser Hinsicht von erheblichem Forschungsbedarf gesprochen werde.

 

 

 

Auch der in der Öffentlichkeit entstehende Eindruck eines überproportionalen Anstieges von Nandrolon-Fällen sei, so die Wissenschaftler, statistisch nicht zu belegen.

 

 

 

Der in Köln vorgestellten Doping-Statistik des Jahres 2000 ist eine Steigerung der Kontrollen wie der positiven Befunde zu entnehmen. Die Steigerung der positiven Befunde wird auf die Aufnahme der sog. Cannabinoide auf die Doping-Liste zurückgeführt. "Deshalb ist der Anstieg nicht ungewöhnlich", erklärte Prof. Haas. Haas erläuterte auch den gegenwärtigen Stand der Bemühungen um die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA): "Für die Stiftung werden etwa 25-30 Millionen Mark benötigt. Die Hälfte der Miete haben wir", berichtete Haas, der im übrigen darauf verwies, dass die Bemühungen von BMI und DSB bei der Akquisition des Stiftungskapitals, das einen jährlichen Haushaltsetat von 5 Millionen Mark ermöglichen soll, erst am Anfang stehen.

 

 

 

Über die Jahresstatistik der vorgenommenen Kontrolluntersuchungen hinaus wurde auf der Pressekonferenz eine neue Informationsbroschüre des BISp für Aktive, Betreuer und Ärzte vorgestellt, der sowohl die aktuellen Listen der verbotenen Substanzen, das Prozedere der Dopingkontrollen, Ausführungen zur bedarfsangepassten Zusatzernährung sowie ergänzende Schriften von DSB und NOK zu entnehmen sind.


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