Moderates Training hilft bei Arthrose

„Arthrose ist mit Sport kompatibel“, haben Wissenschaftler und Ärzte der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) festgestellt.

Radfahren ist für Arthrose-Patienten die effektivste Sportart. Foto: LSB NRW
Radfahren ist für Arthrose-Patienten die effektivste Sportart. Foto: LSB NRW

Für die degenerierten Gelenke sind aber nicht alle Sportarten zu empfehlen.

„Belastungen im Spitzensport bei gelenkbelastenden Sportarten gehen häufiger mit Arthrose-Entstehung einher. Moderate Trainingsformen mit mittlerer Intensität können dagegen günstige Auswirkungen auf die Knorpeladaptation haben. Sporttherapeutische Ansätze zeigen, dass Sport und Bewegung auch ein wichtiges Mittel gegen Arthrose bzw. in der Arthrose-Prävention sind“, sagt Professor  Stefan Nehrer, GOTS-Vorstand und Universitätsprofessor an der Donau-Universität Krems in Österreich.

Eine Arthrose (darunter versteht man die Degeneration von Gelenken) kann alle Gelenke betreffen. Für den Sport relevant jedoch ist die Arthrose im Kniegelenk, oberen Sprunggelenk, der Hüfte und dem Schulterbereich. Verletzungen forcieren die Entstehung. Im Knie sind dies meist Meniskus-, Kreuzband- und Knorpelverletzungen, im oberen Sprunggelenk Bandinstabilitäten und Knorpelkontusionen sowie Kapselverletzungen an der Hüfte. 

Markus Neubauer, Arzt für Orthopädie am Universitätsklinikum Krems, erläutert das Vorgehen bei einer Erkrankung: „ Zuerst müssen muskuläre Kraft und Koordination wieder hergestellt werden. Die Verbesserung der Gelenkfunktion führt zur Linderung des Reizzustandes und damit zu einer Schmerzreduktion. Die Sporttherapie sollte zuerst physiotherapeutisch gelernt werden. Dringend zu empfehlen dabei ist die Erhebung des Ausgangszustandes, um eine individuelle Abstimmung auf Bewegungsumfang und Intensität zu gewährleisten und Überbelastung zu vermeiden.“ Voraussetzung dafür sei eine sportmedizinische Untersuchung. Im nächsten Schritt müssten die Bewegungsprogramme auch im Heimtraining durchgeführt werden.

Die Funktionalität von Knorpel und Gelenk kann mit zyklischer Belastung und Bewegung erhalten werden. Bei möglichst minimierter Belastung und Krafteinwirkung der Bewegungen wird ein optimaler Effekt erzielt, bestes Beispiel dafür ist das Radfahren. So werden Reizzustände verhindert, die über Entzündungen den Knorpel schädigen. Weitere geeignete Sportarten sind neben Radfahren, Wandern mit Stöcken oder Nordic Walking der klassische Skilanglauf oder Wassergymnastik.

Für das Radfahren spricht die zyklische Bewegung in entlastender Sitzposition für die untere Extremität. Ist die Beweglichkeit schon eingeschränkt, empfiehlt sich der Fahrradergometer. Das erleichtert die Koordination beim Auf- und Absteigen. Um das Absteigen im Gelände einfacher zu machen, wird ein Damenrad oder ein Rad mit niedrigem Holm empfohlen. Die Gelenkbelastung wird auch mit einer entsprechenden Gangschaltung und die Wahl von Touren und Ausrüstung positiv beeinflusst.

Nordic Walking kann nur empfohlen werden, wenn man die Sportart vor der Erkrankung schon gut beherrscht. Denn die verminderte Belastung der Gelenke der unteren Extremität ist doch etwas geringer als zunächst angenommen. Auch Sportarten mit höherem technischem Anspruch müssen schon vor der Arthrose-Entstehung beherrscht worden sein. Ein Erlernen mit Arthrose ist schwierig oder gar unmöglich. Dazu zählen vor allem Tennis, Golf, Skifahren, Tischtennis, Segeln und Reiten. Bei entsprechender Erfahrung und Akzeptanz für das etwas eingeschränkte Leistungsniveau können diese Sportarten durchaus weiter betrieben werden. Aber auch nur mit Hilfsmitteln wie gedämpften Schuhen, Gehhilfen oder beim Golfen das Verwenden des Carts.

Zusätzlich muss die Technik angepasst werden. Beim Tennis muss auf die ausgeprägte Rumpfrotation verzichtet werden, beim Golfen wird der Golfschwung ohne entsprechende Körperverdrehungen und Knieausgleichsbewegung durchgeführt. Dann sind diese Sportarten durchaus sinnvoll.

Mannschaftssportarten, Sportarten mit hohem Tempo, nicht vorhersehbarem Richtungswechseln oder Fremdeinwirkung sind bei Arthrose ungeeignet. Basketball, Handball, Fußball, Volleyball oder Squash und Trampolinspringen gehören ebenso dazu wie Gewichtheben und Leichtathletik.

(Quelle: DOSB-Presse Ausgabe 13, Heinz Peter Kreuzer)


  • Radfahren ist für Arthrose-Patienten die effektivste Sportart. Foto: LSB NRW
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