Mountainbike-Symposium: Den Nerv der Zeit getroffen

Auf Einladung des Deutschen Alpenvereins diskutierten am vergangenen Wochenende über 200 Sportlerinnen und Sportler, Expertinnen, Touristiker und Politiker zum Thema Mountainbike.

Das DAV Fachsymposium Mountainbike fand im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern statt. Foto: DAV/Marco Kost
Das DAV Fachsymposium Mountainbike fand im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern statt. Foto: DAV/Marco Kost

Wie ausgeprägt ist der Konflikt zwischen Mountainbikern und Wanderern tatsächlich? Welche Probleme gibt es zwischen den Aktiven und den Grundstücksbesitzern und Wegehaltern? Und wie ist ein natur- und sozialverträglicher MTB-Sport in Zukunft möglich? "Diesen Fragen haben wir uns in Benediktbeuern gestellt", sagte Hanspeter Mair, der für das Thema beim DAV verantwortlich ist, im Anschluss an die Tagung. "Und wir haben von allen Beteiligten sehr positive Signale bekommen, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind. Wir haben offenbar den Nerv der Zeit getroffen." 

Die Tagung war ein erster Meilenstein im vom bayerischen Umweltministerium geförderten DAV-Projekt "Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft". Unter diesem Motto stand auch Benediktbeuern. Wie groß die Herausforderung ist, brachte der Landrat des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen, Josef Niedermaier, in seinem Grußwort zum Ausdruck. Die Aufgabe, die Interessen von Mountainbikern, Wanderern sowie Alm- und Forstwirtschaft unter einen Hut zu bringen, verglich er mit einem "echten Spagat". Hanspeter Mair griff diesen Hinweis gerne auf. Seiner Meinung nach sei der DAV gerade deshalb als Vermittler bestens geeignet, denn er vertrete sowohl den Bergsport als auch den Naturschutz.

Im Anschluss an Josef Niedermaier und Hanspeter Mair waren sich alle Anwesenden einig: Eine nachhaltige Entwicklung des Mountainbikesports ist tatsächlich eine große Herausforderung. Und: Der DAV bringt die Voraussetzung mit, um diese Herausforderung zu stemmen. Ein erster Schritt wurde in Benediktbeuern auch gemacht, indem die drei wichtigsten Aufgabenstellungen für das Projekt benannt wurden. Ganz vorne, so wurde es in der Abschlussdiskussion deutlich, stehe die Entwicklung und Umsetzung von Lenkungskonzepten (zum Beispiel durch die Ausweisung und Beschilderung von Wegen). Außerdem müssten rechtliche Fragen geklärt werden (zum Beispiel Haftungsfragen bei Unfällen für Wegehalter). Und schließlich sei die Öffentlichkeitsarbeit entscheidend: Der Erfolg des Projekts stehe und falle mit der Frage, ob die Aktiven auch tatsächlich erreicht würden. Trotz der kritischen Beobachtung der Zunahme von E-Bikes in den Bergen müssten diese bei den Lenkungskonzepten und der Ansprache bedacht werden. Gerade die E-Biker seien wichtige Adressaten, weil sie im Durchschnitt weniger alpine Vorbildung hätten als motorlose Mountainbiker – und weil sie schlicht und einfach viele sind. In einem weiteren wichtigen Bereich steht der DAV bereits sehr gut da: er bildet bereits seit 16 Jahren erfolgreich Fachübungsleiterinnen und Fachübungsleiter Mountainbike aus. 

Hintergrund: Das Projekt "Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft"

Die Tagung fand statt im Rahmen des Projekts "Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft", das der DAV seit diesem Sommer durchführt. Der Hintergrund: Mountainbiken wird alpenweit zu einem immer größeren Trend. Dabei kommt es zunehmend zu Spannungen zwischen Grundbesitzerinnen, Mountainbikern und Wanderinnen. Der Deutsche Alpenverein will dieses Problem nachhaltig lösen. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie hat auch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erkannt und fördert den DAV für das Projekt in den nächsten drei Jahren. In zwei Pilotregionen werden nun modellhaft Mountainbike-Konzeptionen erarbeitet, umgesetzt und evaluiert. Die feierliche Übergabe des Förderbescheids fand am 19. September 2018 in der DAV Jugendbildungsstätte in Bad Hindelang statt. Anlässlich des Projektstarts sagte der damalige Umweltminister Dr. Marcel Huber: „Immer mehr Mountainbiker und E-Bikes erobern die Alpen. Gemeinsam gilt es, Wege für ein harmonisches Nebeneinander in der Natur zu finden. Zusammen mit dem Deutschen Alpenverein wollen wir konkrete Lösungen für ein naturverträgliches und konfliktfreies Mountainbiken im Alpenraum ermöglichen. Daher investieren wir 250.000 Euro in dieses zukunftsweisende Projekt mit Modellcharakter.“

(Quelle: DAV)


  • Das DAV Fachsymposium Mountainbike fand im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern statt. Foto: DAV/Marco Kost
    Das DAV Fachsymposium Mountainbike fand im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern statt. Foto: DAV/Marco Kost

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