„Mr. Skisport mit großem Herz“

Christian Neureuther, in den 1970er Jahren Weltklasse-Skirennläufer des Deutschen Skiverbandes (DSV), vollendet am Sonntag, 28. April, sein 70. Lebensjahr.

Christian Neureuther mit Ehefrau Rosi hat allen Grund zum Feiern. Foto: picture-alliance
Christian Neureuther mit Ehefrau Rosi hat allen Grund zum Feiern. Foto: picture-alliance

Neureuthers Spezialdisziplin war der Slalom, wo er zwischen 1973 und 1979 sechs Weltcuprennen gewinnen konnte. Insgesamt 20-mal kam er unter die ersten drei. Auch nach seiner Karriere blieb er dem Sport in unterschiedlichen Funktionen verbunden und in der medialen Öffentlichkeit u.a. als Ski-Experte für die ARD sowie als Jurymitglied in der Fernsehsendung Dalli Dalli präsent.

Christian Neureuther wurde in Garmisch-Partenkirchen als Sohn eines Arztes geboren. Er wollte selbst später einmal als Mediziner tätig werden und nahm nach dem Abitur das Studium in diesem Fach auf. Aufgrund der vielen Unterbrechungen durch das Skifahren, das ihn mit Training und Wettkämpfen zeitlich immer mehr beanspruchte, gab er das Studium jedoch bald wieder auf.

Bereits im Jahre 1968 hatte er als 18-Jähriger erstmals durch sportliche Erfolge Schlagzeilen geschrieben, und zwar mit dem vierten Platz im Abfahrtslauf bei den Deutschen Meisterschaften. Neureuther galt als „die“ große Nachwuchshoffnung im DSV. Ein Jahr später errang er im Riesenslalom seinen ersten von insgesamt zwölf nationalen Meistertiteln. Im Slalom gewann er sogar zwischen 1974 und 1978 fünfmal in Serie.

Mit seinem ersten Weltcupsieg am 14. Januar 1973 in einem der schwersten Slaloms im gesamten alpinen Weltcup-Programm – nämlich dem Lauberhornslalom in Wengen im Allgäu – war Christian Neureuther endgültig in der Weltspitze angekommen.

Dennoch war seine Karriere immer wieder von Rückschlägen durch Erkrankung und Verletzung geprägt. Die großen Erwartungen für eine Medaille bei der alpinen Skiweltmeisterschaft 1974 in St. Moritz (Schweiz) platzten beispielsweise, nachdem er unmittelbar vor dem Ereignis wegen einer Grippe eine Woche pausieren musste und sich noch drei Tage vor dem Rennen am Unterarm verletzte.

Bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck fuhr Neureuther auf den fünften Platz. Den gleichen Rang erreichte er noch einmal 1980 in Lake Placid; bei den Winterspielen in Sapporo 1972 war er bereits Elfter geworden. Am Ende der Saison 1980 erklärte er seinen Rücktritt, startete aber im Januar 1981 in seiner Heimatstadt ein neuntägiges Comeback, das mit Rang sechs im Slalom endete.

Christian Neureuther ist seit rund 50 Jahren mit „seiner Jugendliebe“, der Skirennläuferin und Olympiasiegerin Rosi Mittermaier (geb. 1950), zusammen und seit fast 40 Jahren mit ihr verheiratet. Sie haben zwei erwachsene Kinder: die Modedesignerin Ameli (geb. 1981) und Felix (geb. 1984), der seine große Karriere im Skirennsport vor gut einem Monat beendete.

Mitglied in der Hall of Fame des deutschen Sports

Christian Neureuther wurde 2007 mit dem Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“ ausgezeichnet. Die Deutsche Sporthilfe verlieh ihm im gleichen Jahr die Goldene Sportpyramide für sein Lebenswerk. Das „Vorzeigepaar“ Christian und Rosi hat auch mehrere Bücher (nicht nur) über ihren Lieblingssport publiziert:  von „Unser Skibuch“ (1983) bis „Mit Rosi und Christian in Südtirol: kulinarische Begegnungen“ (2016) reichen dabei die Themen.

Bei den Olympischen Winterspielen in Albertville 1992 war Christian Neureuther als Presse-Attaché der deutschen Olympiamannschaft im Einsatz. Auch darüber hinaus nutzte er seinen Bekanntheitsgrad immer wieder für den Sport: Er gehörte bei der Heim-WM 2001 in Garmisch-Partenkirchen zum Organisationskomitee, ferner war er einer der ersten Initiatoren der (leider nicht erfolgreichen) Münchner Olympiabewerbung für die Spiele 2018.

Im Jahre 2017 wurde Christian Neureuther unter der Überschrift „Mr. Skisport mit großem Herz“ in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen, in der auch noch einmal sein großes Engagement zusammen mit Ehefrau Rosi u.a. für den Sport in gesundheitlicher Perspektive hervorgehoben und auf seine Tätigkeit für Deutsche Sporthilfe als Spendensammler und als Mitglied im Beirat des Sporthilfe Elite-Forums verwiesen wird.

„Ich bewundere die Lebensgestaltung von Christian Neureuther mit seiner Rosi“, gratuliert Prof. Walther Tröger, langjähriges IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident, der dem Jubilar und seiner Ehefrau seit 1971 bei den vorolympischen Spielen in Sapporo verbunden ist und seitdem eine enge Freundschaft pflegt.

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 16-17)


  • Christian Neureuther mit Ehefrau Rosi hat allen Grund zum Feiern. Foto: picture-alliance
    Christian Neureuther mit Ehefrau Rosi hat allen Grund zum Feiern. Foto: picture-alliance

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