Nach der Wahl ist vor derselben – oder: Der Weg ist das Ziel!

 

Nun ist sie geschlagen, doch von einer Schlacht zu sprechen, verbietet sich wohl. Zumal in diesen Zeiten! Es war kein

Kampf auf Biegen und Brechen, und die Verluste halten sich glücklicherweise in Grenzen. Vielleicht hat es Blessuren gegeben, doch ein bleibender Schaden ist nicht zu beklagen. Dies allerdings lässt sich als ein Gewinn verbuchen, selbst wenn die Unterlegenen noch ein wenig nachkarten sollten. Ob sich diese freilich nun als zweite, dritte, vierte, fünfte Sieger fühlen, steht auf einem anderen Blatt. Eben dies aber würde der Intention des NOK entsprechen und der Bewerbung der auserwählten Stadt beziehungsweise – um das Segeln nicht zu vergessen – Städte gleichsam einen nationalen Schub zu verleihen vermögen. Ein solcher wiederum, dies lehrt die Erfahrung vergangener Siege und Niederlagen, ist mindestens hilfreich, wenn es darum geht, auf internationalem Parkett eine gute Figur abzugeben, um sich für die finale Entscheidung zu empfehlen. Denn soviel steht fest: Nach der Wahl ist vor derselben.

Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Votum von München zu bewerten. Schließlich haben die Herren des Verfahrens die Verantwortlichen für dessen Ergebnis, also die stimmberechtigten NOK-Mitglieder, entsprechend in die Pflicht zu nehmen versucht: Man sollte sich weniger von persönlichen Vorlieben als von objektiven Erwägungen – etwa von den Ergebnissen der offiziellen Evaluierung - leiten lassen, wobei nicht zuletzt die – vermeintliche – Konkurrenzfähigkeit der Kandidaten im globalen Wettbewerb den Ausschlag geben müsste.

In diesem Sinne hat es mit Leipzig und Rostock sicher nicht die Falschen getroffen, doch ob es auch die Richtigen sind, muss sich noch erweisen. Ganz genau werden wir es erst wissen, wenn im Juli 2005, das Ritual ist bekannt, jener ominöse Umschlag geöffnet ist und der IOC-Präsident das magische Wort gesprochen hat. Bis dahin bleibt vieles Spekulation, und es bleibt das Prinzip Hoffnung sowie natürlich – eine ganze Menge Arbeit. Dies hat IOC-Vizepräsident Thomas Bach schon angemahnt. Ob es dann aber reicht für den ganz großen Coup, hängt auch von vielen Unwägbarkeiten ab. Auch das Glück des Tüchtigen ist vonnöten. Bis auf weiteres aber kann gelten: Der Weg ist das Ziel. Immer wieder wurde eine positive Wirkung der olympischen Großoffensive auf den Sport in Schule und Verein sowie außerhalb derselben in Aussicht gestellt, nun ist die viel beschworene Nachhaltigkeit zur Geltung zu bringen. Und zwar nicht nur im Osten der Republik. „Bild“ hat unnachahmlich getitelt: „Wir sind jetzt alle Leipziger.“ Umgekehrt könnte gelten: „Leipzig ist überall!“ Schlachten jedenfalls sind vorerst nicht mehr zu schlagen.



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