Namibia: Basketball Artists gehen in Verlängerung

Das DOSB Projekt "Free Throw" in Namibia endet, die geschaffenen Strukturen bleiben. Ein Best-Practise-Szenario nachhaltiger, sportbezogener Entwicklungszusammenarbeit.

Foto: DOSB/Frank Albin
Foto: DOSB/Frank Albin

In Windhoek wurde der erfolgreiche Abschluss des DOSB-Projektes “Free Throw – Basketball Artists against HIV & AIDS” gefeiert. Die in der Projektlaufzeit aufgebauten Kompetenzen gehen in die BAS Foundation über, sodass die Aktivitäten fortgeführt werden.

Der Abschluss des Projektes wurde am 7. November mit einem abwechslungsreichen Programm auf dem Gelände der Basketball Artists School (BAS) in Windhoeks Stadtviertel Katutura gefeiert. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen waren bei der Ausgestaltung des Programms eingebunden. So wurden selbstgeschriebene Gedichte vorgetragen, trickreiche Kunststücke vorgeführt und stimmungsvolle Lieder im Chor gesungen. Darüber hinaus demonstrierten die Junior Coaches eine praktische Life Skills-Session und Besucher/innen konnten sich in verschiedenen kleinen Wettbewerben ausprobieren. An der gut besuchten und atmosphärischen Abschlussfeier nahmen die Projektpartner, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das namibische Ministerium für Jugend und Sport (MSYNS), der Deutsche Basketball Bund (DBB) sowie der namibische Basketball Verband (NBF) teil.

In den verschiedenen Redebeiträgen betonten die Projektpartner unisono die Erfolge des im Jahr 2015 gestarteten „Free Throw“-Projektes. In den zurückliegenden vier Jahren erwarben zahlreiche Kinder und Jugendliche durch den Basketball-Sport wichtige Lebensbewältigungskompetenzen, profitierten von sinnvollen und sicheren Freizeitbeschäftigungen und wurden über die Gefahren von HIV/AIDS aufgeklärt. Durch „Free Throw“ warfen sich die Jugendlichen „frei“ von dem ansteckenden HIV/AIDS Virus und steigerten ihr Bewusstsein für Gesundheit und Bildung. Dadurch schafften die Teilnehmer/innen des Projektes überdurchschnittlich oft ihren Schulabschluss und befinden sich teilweise nun in Ausbildungsplätzen z.B. als Rettungssanitäter oder Journalistin sowie an der Universität. Sport beeinflusste den Werdegang von hunderten Teilnehmer/innen positiv.    

Die Stimmen zum Projektabschluss

Ramah Mumba, Direktor der Basketball Artists School resümierte diese tollen Erfolge: „Hier bei uns an der BAS stehen die Kinder im Fokus. Bei uns sehen die Schüler/innen eine Zukunft für ihr Leben. […] Unter uns im Publikum sind vier BAS-Absolventen, die seit 2010 bei uns sind und jetzt an der Universität studieren. Sie zeigen uns allen, dass jeder Einzelne ein erfolgreiches Leben führen kann, egal woher man kommt. Unsere Meisterschaft ist die für ein gutes Leben.“ 

Ellen Gölz, die ständige Vertreterin der Deutschen Botschaft betonte: „Für uns ist es phantastisch, die Frucht der Samen zu sehen, die wir vor vielen Jahren gesät haben. Wir unterstützen den Sport, da wir glauben, dass der Sport die Kraft hat, Menschen zusammenzubringen, unabhängig ihres Alters, ihres Hintergrund, oder des Geschlechtes.“

Friederike Kroner von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ): „Von dem Best Practise-Beispiel BAS profitieren auch andere Sportprojekte der GIZ, da sie von der BAS lernen und Inhalte adaptieren können.“   

Werner Lechner, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes: „Der Deutsche Basketball Bund hat das Projekt von Anfang an unterstützt – gerade weil es zuerst auf Bildung setzt und dann auf Basketball.“ 

Andrew Masongo, Präsident des Namibischen Basketball Verbandes inspirierte: “Wenn Du denkst, du bist zu klein, um einen Unterschied zu machen, dann schau auf die BAS. Zuerst war sie eine kleine Einrichtung und nun hat sie eine so große Wirkung. […] Ich bin oft mit den BAS Kindern gereist - sie sind wie eine Familie, sie stehen zusammen. Das ist es, was wir brauchen, um dieses Land aufzubauen.“

Der namibische Minister für Sport und Jugend, Erastus Uutoni, sprach im Namen der namibischen Regierung: „Wir sind den deutschen Partnern sehr dankbar für das Commitment gegenüber Namibia. Nun liegt es an uns die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten.“

Die große Bedeutung der Gründung einer Stiftung namibischen Rechtes stellte Katrin Grafarend, Ressortleiterin Internationales des DOSB, in den übergeordneten Kontext: „Heute feiern wird die Übergabe der BAS. Die BAS ist nun eine vollständig namibische Organisation und wird von einem kompetenten Team unter Leitung von Ramah Mumba geführt. Meiner Meinung nach ist das eine große Erfolgsgeschichte, die nur durch die großartige Zusammenarbeit aller Partner möglich wurde. Das zeugt von guter Arbeit und einem nachhaltigen Ansatz.“  

Über das Projekt “Free Throw - Basketball Artists against HIV & AIDS"

Das Projekt "Free Throw - Basketball Artists against HIV & AIDS" wurde vom DOSB gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt. Es lief von 2015 bis 2018 und zielte darauf ab, durch Basketball Bildung, gesundheitliche Aufklärung und Life Skills von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Dabei ermöglichte das Projekt den Teilnehmer/innen unter anderem den Zugang zu einer multimedialen Bibliothek, organisierte Career-Weeks und bildete Junior-Coaches aus, die als Vorbilder für ihre Gemeinden und für die Werte des Sports agieren. Darüber hinaus wurden die Projektaktivitäten in den Norden Namibias nach Eenhana ausgeweitet, um auch dort Sport für Entwicklung Angebote anzubieten.    

Das „Free Throw“ Projekt war physisch an der BAS in Windhoek angesiedelt, die bereits 2010 gegründet und seitdem vom DOSB unterstützt wurde. Die Folgezeit demonstrierte eindrucksvoll, wie eine kleine Idee ganz groß werden kann. Von der Grundsteinlegung des Basketballzentrums, über die Gründung der Basketball Artists School und der Einbindung von weltwärts-Freiwilligen aus Deutschland, bis hin zur Entstehung der BAS-Foundation begleitete DOSB-Auslandsexperte Frank Albin den Entwicklungsprozess. Heute bietet die BAS durch Nachhilfe, Verpflegung, Basketballtraining und Life Skills-Einheiten tagtäglich mehr als 60 Kindern und Jugendlichen einen „sicheren Hafen“ in der unsicheren Township Katutura. Über offene Programme werden zwei Mal pro Woche sogar mehr als hundert Jugendliche im Umkreis der BAS erreicht. Im Rahmen von "Free Throw" wurden mehr als 400 Junior Coaches ausgebildet und über 3.000 Kinder und Jugendliche nahmen an den verschiedenen Aktivitäten des Projekts teil.  

In Anlehnung an die BAS etablierte der ehemalige weltwärts-Freiwillige der NBF, Paul Isernhinke, im Jahr 2017 gar ein eigenes Projekt im Norden Namibias. Seitdem bietet die Oshana Basketball School unter Schirmherrschaft des namibischen Basketballverbandes Kindern und Jugendlichen Raum zur ganzheitlichen und gesunden Entwicklung. Die Anstrengungen des DOSB gemeinsam mit seinen Partnern BMZ und GIZ sowie den lokalen Verbänden vor Ort tragen also Früchte und setzen wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in Namibia.

(Quelle: DOSB)


  • Foto: DOSB/Frank Albin
    Foto: DOSB/Frank Albin
  • Foto: DOSB/Frank Albin
    Foto: DOSB/Frank Albin
  • Katrin Grafarend, Sportminister Erastus Uutoni und Projektleiter Frank Albin. Foto: Stefan Oosthuizen
    Katrin Grafarend, Sportminister Erastus Uutoni und Projektleiter Frank Albin. Foto: Stefan Oosthuizen
  • Rede von Ramah Mumba. Foto: Stefan Oosthuizen
    Rede von Ramah Mumba. Foto: Stefan Oosthuizen
  • Gruppe bei der Videopräsentation. Foto: Stefan Oosthuizen
    Gruppe bei der Videopräsentation. Foto: Stefan Oosthuizen
  • Showtime. Foto: Stefan Oosthuizen
    Showtime. Foto: Stefan Oosthuizen
  • Schüler/innen in Aktion. Foto: Stefan Oosthuizen
    Schüler/innen in Aktion. Foto: Stefan Oosthuizen
  •  Sportminister Erastus Uutoni beim Freiwurf. Foto: Stefan Oosthuizen
    Sportminister Erastus Uutoni beim Freiwurf. Foto: Stefan Oosthuizen
  • Gruppenbild. Foto: Stefan Oosthuizen
    Gruppenbild. Foto: Stefan Oosthuizen

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