Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose

Der Weltrekordler Paul Biedermann ist das Gesicht der Initiative „Sport baut Brücken“ in Sachsen-Anhalt. Es geht darum, Langzeitarbeitslosen eine Aufgabe im Breitensport zu geben.

Paul Biedermann ist das Gesicht der Initiative "Sport baut Brücken". Foto: picture-alliance
Paul Biedermann ist das Gesicht der Initiative "Sport baut Brücken". Foto: picture-alliance

Eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit und dem Landessportbund Sachsen-Anhalt wurde heute unterzeichnet. Das Projekt zielt darauf, dass Langzeitarbeitslose sich in Sportvereinen ehrenamtlich engagieren und damit einen Zugang zu gesellschaftlichen Netzwerken erhalten. Aber auch die Sportvereine in Sachsen-Anhalt profitieren von dieser Idee, in dem sie bislang personell nicht umzusetzende Sportangebote unterbreiten können.

Paul Biedermann macht sich aus gutem Grund für das Projekt stark: „Ohne derartige personelle Unterstützung können viele Vereine ihren Mitgliedern nicht mehr die gewohnten Angebote machen  – vor allem Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig werden viele, die lange ohne Job sind, dadurch zum wichtigen Partner.“

Der Präsident des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, Andreas Silbersack: „ Wir brauchen diese Mitbürger, um sich als Trainer, Platzwart oder Organisator für unsere Vereine zu engagieren, denen Personal fehlt oder die sich dieses schlichtweg nicht leisten können.“

Der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius nannte die Initiative „immens wichtig“ besonders für die beteiligten Arbeitslosen. „Sie sind meist auch aus finanziellen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen – die Folgen sind oft Verlust des Selbstwertgefühls, Resignation. So wird ein Weg zurück in ein geregeltes Arbeitsleben von Tag zu Tag schwerer. `Sport baut Brücken` baut diese Brücken zunächst durch wichtige Aufgaben für die Gesellschaft und zum Schluss häufig auch als Brücke zu einem neuen Job.“ Im Sport fänden sich Manager, Personalchefs und Beschäftigte – jeder von ihnen könne eine wichtige Hilfe bei der Suche nach einem Job sein.“ 

Senius wies jedoch auch auf die Bedeutung der Initiative bei der bevorstehenden sogenannten „Reform von Hartz IV“ hin. „Ziel ist es, den Kindern in der Grundsicherung die Teilhabe am ganz normalen Leben zu ermöglichen. Vielleicht über Gutscheine, die bei Sportvereinen eingelöst werden können. Dafür werden die Vereine sicher personell verstärken müssen – auch über „Sport baut Brücken“ wird dies möglich sein.“

In jedem Jobcenter wird es einen Ansprechpartner für die rund 3.200 Sportvereine Sachsen-Anhalts geben und dort wird der Bedarf an ehrenamtlichen Helfern gemeldet. Engagiert sich z. B. ein Arbeitsloser in der Jugendarbeit des Vereins, so kann das Jobcenter auch die Finanzierung eines Übungsleiterscheines übernehmen. Ebenso gibt es bei Sport-Großveranstaltungen, wie Sportfesten, eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für viele der derzeit 36.000 langzeitarbeitslosen Menschen.


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