Nicht nur drüber reden – Fair Play leben!

Leicht ist es, über Fair Play zu reden. Unterschiedlich schwer kann es werden, Fair Play zu leben. Deshalb sind Fair Play Preise immer zeitgemäß, sagt Autorin Ulrike Spitz.

Fair Play sollte im Sport selbstverständlich sein. Foto: pictrue-alliance
Fair Play sollte im Sport selbstverständlich sein. Foto: pictrue-alliance

Fair Play bedeutet ein bestimmtes sportliches Verhalten, das über die bloße Einhaltung von Regeln hinausgeht. Fair Play ist eine Haltung, die bei allem Streben nach Erfolg vor allem von Respekt vor dem sportlichen Gegner, aber auch vor allen anderen Beteiligten geprägt ist. Fair Play ist die Leitidee des Sports. Leicht ist es, über Fair Play zu reden. Unterschiedlich schwer kann es werden, Fair Play zu leben.

Wenn die eigene Mannschaft 5:0 führt, kann dem Schiedsrichter leicht mal signalisiert werden, dass die Hand noch am Ball war und das Tor deshalb nicht gelten kann. Liegt man aber 1:2 in einem entscheidenden Spiel zurück, sieht das ganz anders aus. Dann greift das, was der Fechter Max Hartung in der Podiumsdiskussion anlässlich der Vergabe des Fair-Play-Preises des DOSB und des VDS an Nico Kovac im Rahmen der Biebricher Schlossgespräche sagte: Das System muss den Sportler schützen. Sprich: Der Sportler sollte sicher sein, dass er Fairness leben kann, ohne dass hinterher eine Ladung Kritik von Trainer, Vereinsfunktionär, Medien oder wem auch immer auf ihn herunterprasselt, wenn die Mannschaft durch sein faires Verhalten zum Beispiel den Aufstieg verpasst.

Zugegeben, es ist ein extremes Beispiel, dass eine einzige Situation über Abstieg oder Verbleib in der Liga entscheiden soll. Aber es zeigt eben sehr deutlich, was Max Hartung meint: Je größer die Interessen von Dritten, je mehr steht der Sportler unter Druck,  vielleicht sogar tricksen zu müssen, um diese Interessen zufrieden zu stellen. Es ist also nicht fair, wenn in Sonntagsreden vom Sportler Fairness verlangt wird, aber seinem Umfeld im Ernstfall der Verbleib in der Liga dann doch viel wichtiger als sein faires Verhalten ist.

Ob Fairness auf dem Platz schon früh gelernt und zur Selbstverständlichkeit wird, hängt untrennbar damit zusammen, ob sie auch neben dem Platz ganz selbstverständlich (vor-)gelebt wird. Ob sie glaubhaft vermittelt wird. Ob der Sportler für faires Verhalten Rückendeckung bekommt. Das fängt bei der F-Jugend und ihrer Vereinsführung an und gilt bis zum internationalen Spitzensport mit seinem vielfältigen Umfeld.

Fair heißt unbedingt auch doping- und manipulationsfrei. Es ist also kein Wunder, dass bei vielen fair spielenden Athletinnen und Athleten angesichts der weltweit doch nach wie vor sehr unterschiedlichen Umsetzung des Anti-Doping-Kampfs die Wut wächst und ihnen in dieser Gemengelage Fair Play eher schwerer fällt. Umso mehr müssen Systeme wie im Anti-Doping-Kampf, die Sportler schützen und ihnen Fair Play ermöglichen, greifen. Genauso gilt das Gebot des Fair Play für alle, die um den Sportler herum agieren. Es geht schlicht um den fairen Umgang im Sport miteinander.

Daran sollen Fair Play Preise immer wieder erinnern. Sie sind so zeitgemäß wie eh und je.

(Autorin: Ulrike Spitz)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder. 


  • Fair Play sollte im Sport selbstverständlich sein. Foto: pictrue-alliance
    Fair Play sollte im Sport selbstverständlich sein. Foto: pictrue-alliance

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