Noten im Wahlkampf und politischer Stellenwert des Sports

DSB-Präsidium bewertet Verdienste von Regierung und Parlamentariern

 

Nach dem "Politischen Forderungskatalog des deutschen Sports", der schon vor einigen Wochen den Regierungsinstanzen,

Parteizentralen und Fraktionsbereichen übermittelt wurde, lässt der Deutsche Sportbund (DSB) jetzt ein sportpolitisches Personal-Ranking zur Bundestagswahl folgen. Das DSB-Präsidium hat in einer Umfrage die Parlamentarier und Regierungsvertreter ermittelt, die sich in der vergangenen Legislaturperiode durch persönlichen Einsatz und politische Weichenstellungen oder Entscheidungen um die Entwicklung des Sports auf den unterschiedlichsten Ebenen verdient gemacht haben.

DSB-Präsident Manfred von Richthofen sieht in dieser Positiv-Liste am Ende der 14. Wahlperiode des Deutschen Bundestages auch ein deutliches Zeichen dafür, dass der Gesellschaftsfaktor Sport im Parteienspektrum weiter an Stellenwert gewonnen habe und in der Alltagsarbeit auf vielen Politikfeldern präsent sei. Zu den Bewertungsgrundlagen sagt der DSB-Präsident: "Wir verzichten bewusst auf die Erwähnung von Negativbeispielen. Es mag jeder erkennen, wer den Sport nicht nur durch Präsenz bei Großveranstaltungen, sondern vor allem durch wirkungsvolle Hilfen und konsequentes Handeln begleitet hat."

Bundeskanzler Gerhard Schröder sammelte Pluspunkte in erster Linie durch seine sportfreundliche Grundhaltung mit Ausstrahlung auf das Kabinett im Allgemeinen und seinen persönlichen Einsatz bei der erfolgreichen Bewerbung Deutschlands um die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Besonderen. Bundesinnenminister Otto Schily hat als zuständiger "Sportminister" des Kabinetts besondere Verdienste bei der Sicherung der Leistungssportförderung und im nationalen wie internationalen Anti-Doping-Kampf erworben. Darüber hinaus schlagen bei ihm die Zusammenarbeit des Sports mit dem Bundesgrenzschutz sowie die Förderung des Programms "Integration durch Sport" positiv zu Buche. Beachtliche Hilfe im Senioren-, Familien- und Jugendsport bringen der zuständigen Bundesministerin Dr. Christine Bergmann (SPD) das Lob der Dachorganisation ein.

Die Riege der amtierenden oder ehemaligen Kabinettsmitglieder mit guten sportpolitischen Noten wird durch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und ihre Vorgängerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) für die Unterstützung der Gesundheitsprogramme des Sports sowie der Gesellschaftskampagne "Sport tut Deutschland gut" erweitert.

Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel hat dank steuerlicher Erleichterungen in der Vereinslandschaft und der beruflichen Absicherung für Spitzensportler beim Zoll einen Achtungserfolg errungen. Schließlich darf der frühere Bundesminister der Verteidigung, Rudolf Scharping, späte sportliche Lorbeeren deshalb für sich verbuchen, weil er die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Spitzensport nachdrücklich gefördert und auch eine Lanze für das Deutsche Sportabzeichen gebrochen hat.

In der Riege der Bundestags-Abgeordneten mit sportpolitischen Ambitionen und Verdiensten findet sich die CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel mit einem besonderen Gespür für die sozialen Aufgaben des Sports ebenso wie ihr Parteikollege Dr. Wolfgang Schäuble, der viele Gelegenheiten nutzte, um die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports ins politische Rampenlicht zu rücken. Ein Grundanliegen, dem auch Wolfgang Bosbach aus der Fraktionsspitze der CDU häufig Rechnung trug. Carl-Detlev Freiherr von Hammerstein (CDU) war nach Meinung des DSB-Präsidiums als Haushaltexperte der Opposition immer ein Garant für die angemessene Förderung des Spitzensports. Eine Benotung, die gleichermaßen für Lothar Mark (SPD) gilt.

Sozusagen parteiübergreifend wurden im Sportausschuss des Deutschen Bundestages sportpolitische Kräfte gebündelt, die gleichzeitig aber auch parteipolitische Signale setzten. Friedhelm Julius Beucher (SPD) und Dr. Klaus Rose (CSU) haben beispielsweise ganz wesentlich dazu beigetragen, die Positionierung des Bundestags-Sportausschusses im Rahmen der gesamten parlamentarischen Arbeit zu verbessern. Ausschuss-Vorsitzender Beucher hat sich darüber hinaus stark für die sportliche Entwicklungshilfe, den Behindertensport, die Gesundheitsförderung und im Anti-Doping-Kampf engagiert. Eine Verdienstpalette, die auch – zumindest die drei letzten Positionen betreffend - Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) verbuchen kann.

Klaus Riegert (CDU) erhält gute Noten des DSB-Präsidiums für seinen Einsatz im Spitzen- und Gesundheitssport und für eine bessere Positionierung der Ehrenamtlichkeit auf allen Ebenen. Genau dieses letztere Anliegen hat auch Dr. Michael Bürsch (SPD) die Gunst der Sportführung eingetragen.

Im Krisenbereich des Schulsports hat sich Dr. Klaus Kinkel (FDP) wie kaum jemand sonst ins Zeug gelegt, um bessere Gesamtbedingungen zu schaffen. Ein beachtliches Engagement, das er in gleichem Maße den Europa-Anliegen des Sports widmete. Wieland Sorge (SPD) wird vom DSB-Präsidium für seinen Einsatz um den "Goldenen Plan Ost" gelobt, ein Prädikat, das auch Wilhelm Schmidt (SPD) neben Verdiensten ums Ehrenamt für sich verbuchen kann.

Bei Dagmar Freitag (SPD) registrierten die Notengeber des DSB-Präsidiums den Einsatz für die Entschädigung der DDR-Doping-Opfer auf der Positivseite der sportpolitischen Bilanz. Gustav Adolf "Täve" Schur (PDS) schließlich hat Pluspunkte vor allem in der Nachwuchsförderung gesammelt, wo die Radsportlegende vor allem in Ostdeutschland immer noch große Resonanz findet.



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