Ohne Ältere – ein Risiko in Coronazeiten

Es gilt, Risikogruppen besonders zu schützen. Es ist aber diskriminierend und schädlich, dies am kalendarischen Alter oder einer Behinderung festzumachen.

Die Gruppe der Älteren leistet in Vereinen eine wichtigen Beitrag als Sporttreibende, Übungsleiter*innen oder als Ehrenamtliche. Foto: LSB NRW
Die Gruppe der Älteren leistet in Vereinen eine wichtigen Beitrag als Sporttreibende, Übungsleiter*innen oder als Ehrenamtliche. Foto: LSB NRW

Ältere sind eine wichtige Personengruppe für Sportvereine, ob als Sporttreibende, Übungsleiter*innen oder als Ehrenamtliche. Viele fitte Rentner*innen laufen den Jüngeren beim Lauftreff davon, die Über-60-Jährigen sind die treuesten Gesundheitssportler*innen und auch 90-Jährige zeigen ihre Ausdauer beim Sportabzeichentreff. Ohne die Älteren liefe im Vorstand und in der Organisation des Vereinslebens nichts.

Doch jetzt in Coronazeiten wird plötzlich diskutiert, ob die Älteren nicht freiwillig oder verpflichtend in Quarantäne bleiben sollten, damit die Jüngeren wieder schneller an die Arbeitsplätze zurückkehren können. Das Bild der schutzbedürftigen Älteren, denen nur wenig zugemutet werden kann, wird wieder hervorgeholt, obwohl wir es doch längst überwunden glaubten. Was sagt denn das kalendarische Alter über den Zustand und die Schutzbedürftigkeit eines Menschen aus? Höchste Zeit, den antiquierten Altersbildern gegenzusteuern und die Generationen nicht gegeneinander auszuspielen.

17 Millionen Menschen in unserem Land sind über 65 Jahre alt und eine bunte, sehr heterogene Zielgruppe mit und ohne Vorerkrankungen, sportlich oder unbeweglich, engagiert oder voll und ganz im Ruhestand. Und auch in dem ebenfalls als Risikogruppe dargestellten Kreis der Menschen mit Behinderungen gibt es Paralympics-Sieger*innen ebenso wie Freizeitsportler*innen mit Diabetes oder einer Krebserkrankung, mit und ohne Lungenschädigungen. Sie alle wissen selbst sehr genau, wie groß ihr Risiko ist, was sie sich zutrauen können oder was sie nun besser lassen sollten. Mit Beeinträchtigungen und Einschränkungen leben und umgehen? Da haben den meisten von uns die lebenserfahrenen Älteren wie auch die Menschen mit Behinderungen in Zeiten von Corona einiges voraus.

Der DOSB hat in seinem Positionspapier an die Bundeskanzlerin dargestellt, was der Sport dazu beitragen kann, ins gesellschaftliche Leben zurückzukehren. Es gilt, Risikogruppen besonders zu schützen. Es ist aber diskriminierend und schädlich, dies am kalendarischen Alter oder einer Behinderung festzumachen. Lassen wir uns unseren wundervollen, gleichberechtigten Zusammenhalt im Sportverein nicht schädigen.

(Autorin: Ute Blessing ist Leiterin Bereich Sport der Generationen im DOSB)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Die Gruppe der Älteren leistet in Vereinen eine wichtigen Beitrag als Sporttreibende, Übungsleiter*innen oder als Ehrenamtliche. Foto: LSB NRW
    Eine Gruppe Älterer beim Tauziehen Foto: LSB NRW

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