Ohne Frauen ist kein Staat und kein Sport zu machen!

Ein Appell zum Internationalen Frauentag von Ilse Ridder-Melchers, Vorsitzende des Bundesausschusses Frauen im Sport des Deutschen Sportbundes

 

(DSB PRESSE) Noch nie

gab es so viele Mädchen und Frauen in unseren Sportvereinen wie heute. Jahr für Jahr können wir stolz steigende weibliche Mitgliederzahlen präsentieren. Über 10,7 Millionen Mädchen und Frauen, das entspricht einem Mitgliederanteil von 39,3%. Wir können ohne Übertreibung sagen, dass der Deutsche Sportbund (DSB) der bundesweit größte Dachverband für Mädchen und Frauen ist. Mehr als jede vierte Frau, jedes zweite Mädchen ist im organisierten Sport zu Hause. Sechs Spitzenverbände haben heute mehr Frauen als Männer. Unangefochten an der Spitze steht der Deutsche Turner-Bund mit über 3,5 Millionen weiblichen Mitgliedern (rd. 70% ), gefolgt von der Reiterlichen Vereinigung, dem Schwimmverband, dem Volleyball-Verband, dem Tanzsport und der Sportakrobatik.

Frauen sind im Sport heute überall präsent: im Breiten - und Gesundheitssport, im Fitness- wie im Spitzensport. Sie sind als Übungsleiterinnen und Trainerinnen, als Vorstandsfrauen und in vielen anderen ehrenamtlichen Funktionen in unseren Vereinen und Verbänden aktiv. Frauen im Sport zählen heute auch mit 60 Jahren noch lange nicht zum „alten Eisen“. Ein Blick in die Statistik beweist das: die höchsten Steigerungsraten von 8,82% gibt es bei den Frauen über 60. Selbstbestimmte, aktive Arbeit mit und für Seniorinnen ist im Deutschen Sportbund kein Schlagwort, sondern Realität.

Im Spitzensport sind die Athletinnen längst erfolgreiche Botschafterinnen nach innen und nach außen. Sie haben bislang gültige weibliche Schönheitsideale wie „zart und zerbrechlich gleich schön“ verdrängt und neue Frauenbilder kreiert, die von Bewegung und Kraft, Sportlichkeit und Schönheit geprägt sind. Und es gibt noch ein besonderes High-light: Heute wächst die sportlichste Mädchengeneration aller Zeiten heran. Fast jedes zweite Mädchen im Alter von 7 – 14 Jahren (52,3 %) ist Mitglied in einem Sportverein, bei den 15 – 18 Jährigen immerhin noch 2 von 5 (41,69 %).

Sport ist heute ein Aktivposten in fast jedem Mädchenleben, ähnlich bedeutend wie bei den Jungen. Zwei Drittel der Mädchen sind sportlich aktiv, wenigstens einmal die Woche, häufig öfter. Sie haben mit alten Zugangsbarrieren und Vorurteilen aufgeräumt und viele neue Sportarten für sich entdeckt. Sie sind mutig und selbstbewusst, fit und sportlich. Ein hervorragendes Ergebnis, und viele Mütter und Großmütter, die in der zweiten Frauenbewegung für dieses neue Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen mitgekämpft haben, können sich freuen.

Wir im Sport können und müssen dafür sorgen, dass dieser Trend eine Bewegung mit Zukunft wird. Wir können und müssen Bedingungen in unseren Vereinen und Verbänden schaffen, dass diese starken, selbstbewussten Mädchen bei uns bleiben und auch als junge Frauen ihren Platz in unseren Sportvereinen finden. Wir müssen offen sein für ihre Wünsche und sie einladen zum Mitwirken und Mitentscheiden – auch bei Führungsaufgaben. Nutzen wir diese Chance, diese junge Frauengeneration auf Dauer an uns zu binden und sie zu fördern. So können wir im Sport Zukunft sicher und gestalten.

Das Präsidium des Deutschen Sportbundes wird sich am Vortag des Internationalen Frauentages mit einem Antrag der Frauenvollversammlung beschäftigen, wie wir im DSB die Strategie des Gender Meanstreaming umsetzen können. Eine paritätisch besetzte Steuerungsgruppe soll ein Konzept erarbeiten und dem Präsidium umgehend zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen.

Gender Meanstreaming bedeutet ganz einfach, dass jedes Planungsvorhaben, jede Maßnahme und Aktion einer sorgfältigen Prüfung unterzogen wird, wie sie jeweils Frauen und Männer betreffen und ob sie die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Dafür sind geschlechtsspezifische Daten und Analysen erforderlich, die dann auch passgenauere Entscheidungen ermöglichen. Bestehende Strukturen, Verteilungskriterien und traditionelle Vorgaben werden kritisch hinterfragt. Fragen der Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit werden zur gemeinsamen Aufgabe von Frauen und Männern. Gender Meanstreaming kann so - richtig angewandt - zu mehr Aufgeschlossenheit für die Interessen und Wünsche aller Mitglieder führen und damit eine bessere Qualität, neue Motivation, neue Mitglieder und ein modernes Image schaffen.

Eine positive Leitentscheidung des DSB-Präsidiums im Namen des Dachverbandes mit fast 27 Millionen Mitgliedschaften kann einen gewaltigen Impuls in andere gesellschaftliche Gruppen auslösen. Nicht zuletzt können der DSB und seine Mitgliedsverbände mit einer zielgerichteten Kampagne zur Umsetzung von Geschlechter-Partnerschaft das große Potenzial an qualifizierten Frauen besser ausschöpfen. In den Führungsetagen des Sportes gibt es zwar immer mehr Frauen – auch als Präsidentinnen – aber die Schritte nach vorne sind eher „unsportliche Trippelschritte“ und alles andere als große Sprünge. Hier muss endlich der berühmte „Ruck“ durch den gesamten organisierten Sport gehen. Es muss allen klar sein: Ohne Frauen ist kein Staat und kein Sport zu machen!

Viele Mädchen und Frauen aus dem Sport beteiligen sich seit vielen Jahren an örtlichen, regionalen und überregionalen Veranstaltungen und Aktivitäten zum Internationalen Frauentag. Das ist auch kein Wunder, denn es gibt viele Gemeinsamkeiten: Der Internationale Frauentag ist seit seinen Anfängen 1910/1911 bis heute ein Tag, an dem sich Frauen für ihre Rechte, für Solidarität und Gerechtigkeit, für Frieden und weltweite Achtung von Menschen und Nationen einsetzen. Für Frauen (und auch Männer) im Sport eine Selbstverständlichkeit. Die sportlichen Tugenden von Fairness und Toleranz, von Solidarität und Integration und dem friedlichen Messen der Kräfte sind ganz eng verknüpft mit den Zielen des Internationalen Frauentages. Angesichts eines drohenden Krieges im Irak wird die Forderung nach Frieden an diesem 8. März im Mittelpunkt stehen, und viele Mädchen und Frauen aus dem Sport werden diesen Ruf nach Frieden unterstützen!
(DSB PRESSE) Noch nie gab es so viele Mädchen und Frauen in unseren Sportvereinen wie heute. Jahr für Jahr können wir stolz steigende weibliche Mitgliederzahlen präsentieren. Über 10,7 Millionen Mädchen und Frauen, das entspricht einem Mitgliederanteil von 39,3%. Wir können ohne Übertreibung sagen, dass der Deutsche Sportbund (DSB) der bundesweit größte Dachverband für Mädchen und Frauen ist. Mehr als jede vierte Frau, jedes zweite Mädchen ist im organisierten Sport zu Hause. Sechs Spitzenverbände haben heute mehr Frauen als Männer. Unangefochten an der Spitze steht der Deutsche Turner-Bund mit über 3,5 Millionen weiblichen Mitgliedern (rd. 70% ), gefolgt von der Reiterlichen Vereinigung, dem Schwimmverband, dem Volleyball-Verband, dem Tanzsport und der Sportakrobatik.

Frauen sind im Sport heute überall präsent: im Breiten - und Gesundheitssport, im Fitness- wie im Spitzensport. Sie sind als Übungsleiterinnen und Trainerinnen, als Vorstandsfrauen und in vielen anderen ehrenamtlichen Funktionen in unseren Vereinen und Verbänden aktiv. Frauen im Sport zählen heute auch mit 60 Jahren noch lange nicht zum „alten Eisen“. Ein Blick in die Statistik beweist das: die höchsten Steigerungsraten von 8,82% gibt es bei den Frauen über 60. Selbstbestimmte, aktive Arbeit mit und für Seniorinnen ist im Deutschen Sportbund kein Schlagwort, sondern Realität.

Im Spitzensport sind die Athletinnen längst erfolgreiche Botschafterinnen nach innen und nach außen. Sie haben bislang gültige weibliche Schönheitsideale wie „zart und zerbrechlich gleich schön“ verdrängt und neue Frauenbilder kreiert, die von Bewegung und Kraft, Sportlichkeit und Schönheit geprägt sind. Und es gibt noch ein besonderes High-light: Heute wächst die sportlichste Mädchengeneration aller Zeiten heran. Fast jedes zweite Mädchen im Alter von 7 – 14 Jahren (52,3 %) ist Mitglied in einem Sportverein, bei den 15 – 18 Jährigen immerhin noch 2 von 5 (41,69 %).

Sport ist heute ein Aktivposten in fast jedem Mädchenleben, ähnlich bedeutend wie bei den Jungen. Zwei Drittel der Mädchen sind sportlich aktiv, wenigstens einmal die Woche, häufig öfter. Sie haben mit alten Zugangsbarrieren und Vorurteilen aufgeräumt und viele neue Sportarten für sich entdeckt. Sie sind mutig und selbstbewusst, fit und sportlich. Ein hervorragendes Ergebnis, und viele Mütter und Großmütter, die in der zweiten Frauenbewegung für dieses neue Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen mitgekämpft haben, können sich freuen.

Wir im Sport können und müssen dafür sorgen, dass dieser Trend eine Bewegung mit Zukunft wird. Wir können und müssen Bedingungen in unseren Vereinen und Verbänden schaffen, dass diese starken, selbstbewussten Mädchen bei uns bleiben und auch als junge Frauen ihren Platz in unseren Sportvereinen finden. Wir müssen offen sein für ihre Wünsche und sie einladen zum Mitwirken und Mitentscheiden – auch bei Führungsaufgaben. Nutzen wir diese Chance, diese junge Frauengeneration auf Dauer an uns zu binden und sie zu fördern. So können wir im Sport Zukunft sicher und gestalten.

Das Präsidium des Deutschen Sportbundes wird sich am Vortag des Internationalen Frauentages mit einem Antrag der Frauenvollversammlung beschäftigen, wie wir im DSB die Strategie des Gender Meanstreaming umsetzen können. Eine paritätisch besetzte Steuerungsgruppe soll ein Konzept erarbeiten und dem Präsidium umgehend zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen.

Gender Meanstreaming bedeutet ganz einfach, dass jedes Planungsvorhaben, jede Maßnahme und Aktion einer sorgfältigen Prüfung unterzogen wird, wie sie jeweils Frauen und Männer betreffen und ob sie die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Dafür sind geschlechtsspezifische Daten und Analysen erforderlich, die dann auch passgenauere Entscheidungen ermöglichen. Bestehende Strukturen, Verteilungskriterien und traditionelle Vorgaben werden kritisch hinterfragt. Fragen der Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit werden zur gemeinsamen Aufgabe von Frauen und Männern. Gender Meanstreaming kann so - richtig angewandt - zu mehr Aufgeschlossenheit für die Interessen und Wünsche aller Mitglieder führen und damit eine bessere Qualität, neue Motivation, neue Mitglieder und ein modernes Image schaffen.

Eine positive Leitentscheidung des DSB-Präsidiums im Namen des Dachverbandes mit fast 27 Millionen Mitgliedschaften kann einen gewaltigen Impuls in andere gesellschaftliche Gruppen auslösen. Nicht zuletzt können der DSB und seine Mitgliedsverbände mit einer zielgerichteten Kampagne zur Umsetzung von Geschlechter-Partnerschaft das große Potenzial an qualifizierten Frauen besser ausschöpfen. In den Führungsetagen des Sportes gibt es zwar immer mehr Frauen – auch als Präsidentinnen – aber die Schritte nach vorne sind eher „unsportliche Trippelschritte“ und alles andere als große Sprünge. Hier muss endlich der berühmte „Ruck“ durch den gesamten organisierten Sport gehen. Es muss allen klar sein: Ohne Frauen ist kein Staat und kein Sport zu machen!

Viele Mädchen und Frauen aus dem Sport beteiligen sich seit vielen Jahren an örtlichen, regionalen und überregionalen Veranstaltungen und Aktivitäten zum Internationalen Frauentag. Das ist auch kein Wunder, denn es gibt viele Gemeinsamkeiten: Der Internationale Frauentag ist seit seinen Anfängen 1910/1911 bis heute ein Tag, an dem sich Frauen für ihre Rechte, für Solidarität und Gerechtigkeit, für Frieden und weltweite Achtung von Menschen und Nationen einsetzen. Für Frauen (und auch Männer) im Sport eine Selbstverständlichkeit. Die sportlichen Tugenden von Fairness und Toleranz, von Solidarität und Integration und dem friedlichen Messen der Kräfte sind ganz eng verknüpft mit den Zielen des Internationalen Frauentages. Angesichts eines drohenden Krieges im Irak wird die Forderung nach Frieden an diesem 8. März im Mittelpunkt stehen, und viele Mädchen und Frauen aus dem Sport werden diesen Ruf nach Frieden unterstützen!



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