Orchideen und heiße Hände

Die Wissenschaft inspiriert und trägt den Sport mit, wie umgekehrt der Sport die Wissenschaft inspiriert, stellt der Chefredakteur der DOSB-Publikationen Jörg Stratmann fest.

Der DOSB-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Foto: Nils Eden
Der DOSB-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Foto: Nils Eden

Es ist noch gar so lange her, da waren sich Wissenschaftler und Funktionäre nicht immer einig über Sinn und Zweck der Forschung auf dem Gebiet des Sports.

Die einen beharrten selbstverständlich auf ihrer wissenschaftlichen Freiheit, in der es auch möglich sein müsse, kreative Umwege zu gehen oder hier und da in Sackgassen zu landen. Die anderen dagegen schimpften über Orchideenforschung und forderten strengen Praxisbezug. Insbesondere dann, wenn es um Projekte des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und damit auch um öffentliche Mittel ging.

Der gemeinsame Weg, den Sport und Wissenschaft gegangen sind, war kurvenreich und anstrengend. Was aus Sicht der Wissenschaftler freilich auch daran lag, dass die Beschäftigung mit den Leibesübungen und deren Umfeld lange nicht als ernsthaftes Forschungsgebiet galt. Das hat sich geändert. Darauf hat gerade noch einmal Prof. Dietrich Kurz hingewiesen, der Vorsitzende des Kuratoriums des DOSB-Wissenschaftspreises, als er die aktuellen Preisträger vorstellte. Was Kurz nicht sagte: Auch die eingeschränkte Perspektive manches Altvorderen im Sport hat sich auf diesem Weg geweitet.

Die Themen der jetzt ausgezeichneten Wissenschaftler waren in ihrer verblüffend bunten Vielfalt wieder ein Spiegelbild der sportlichen Landschaft hierzulande. Das zeigt sich auch in der jüngs-ten Übersicht über Dissertationen und Habilitationsschriften, die das Bundesinstitut für Sportwissenschaft gerade herausgegeben hat. Da geht es um den „Sportverein in der Zivilgesell-schaft“ ebenso wie um „Auswirkungen eines exzentrischen Krafttrainings“ oder um das neugierig machende „Hot-Hand-Phänomen im Sport“, wonach Zuschauer im Sport glauben, dass bei-spielsweise auf einen erfolgreichen Wurf im Basketball gleich danach ein weiterer Treffer desselben Spielers erfolgt. Wenn das alles keinen Praxisbezug hat!

Die Wissenschaft inspiriert und trägt den Sport mit, wie umgekehrt der Sport die Wissenschaft inspiriert.Und: Mehr denn je benötigt der Sport wissenschaftliche Beratung und Begleitung. Das hat DOSB-Präsident Thomas Bach bei der Verleihung des Wissenschaftspreises gesagt. Denn „wissenschaftliche Expertise unterstützt die Zukunftsentwicklung des Sports, erweitert seine Handlungsoptionen und beweist das überragende und gesellschaftspolitisch bedeutsame Leistungsspektrum des Sports“.

Keine Frage: Sport und Wissenschaft haben längst zueinandergefunden.


  • Der DOSB-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Foto: Nils Eden
    Der DOSB-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Foto: Nils Eden

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