Perfekte WM der Schützen mit wenig Medaillen

Der Weltverband ISSF lobte den Deutschen Schützenbund für seine WM-Organisation. Die Medaillenausbeute war bei der Heim-WM für die deutschen Athleten aber eher gering.

Sie gewannen die einzigen deutschen Medaillen: Barbara Lechner (l.) und Sonja Pfeilschifter. Foto: DSB/Schreyer
Sie gewannen die einzigen deutschen Medaillen: Barbara Lechner (l.) und Sonja Pfeilschifter. Foto: DSB/Schreyer

Einzig die Gewehr-Damen holten mit Weltmeisterin Barbara Lechner und der WM-Zweiten Sonja Pfeilschifter in München Medaillen und damit alle vier Plätze für London 2012. "Das Abschneiden bei der Heim-WM war schlecht", sagte Sportdirektor Heiner Gabelmann: "Wir wollten vier Medaillen und haben zwei, wir wollten acht Olympia-Startplätze und haben nur vier. Damit haben wir unsere Ziele verfehlt."

Der OK-Geschäftsführer Jörg Brokamp sieht viele Hausaufgaben auf den Deutschen Schützenbund zukommen. Sportdirektor Gabelmann will Stützpunkte zusammenlegen, um schon im Training für mehr Konkurrenz zu sorgen. Außerdem soll es Veränderungen bei den Bundestrainer-Posten geben. Bereits im Herbst 2011 will der Verband auf die Suche nach Nachfolgern, für die nach den Olympischen Spielen 2012 ausscheidenden Trainer Peter Kraneis und und Wilhelm Metelmann, gehen. Die Arbeit unter Profibedingungen soll die deutschen Schützen für London 2012 wettbewerbsfähig machen, denn in München hatten die "Feierabend-Schützen" keine Chance. DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt kündigte eine "ausführliche Auswertung der nicht zufriedenstellenden Leistungen" an. Gabelmann geht allerdings davon aus, dass keine Finanzmittel gestrichen werden: "Schließlich sollen wir bei Olympia fünf Medaillen gewinnen, davon zwei goldene."

Gute Visitenkarte für Olympiabewerbung 2018

Goldwürdig war indessen die WM-Organisation. "Das war die beste WM, die wir je erlebt haben", rief Gary Anderson, Vizepräsident des Internationalen Schießsport-Verbandes (ISSF), den Aktiven bei der Abschlussfeier zu. Die Spanier werden es in vier Jahren in Granada schwer haben, diese Leistung zu toppen. "Was die Veranstalter hier auf die Beine gestellt haben, war allererstes Niveau, vor allem bei der Vielzahl der Teilnehmer. Da haben wir auch eine gute Visitenkarte für die Münchner Olympia-Bewerbung 2018 abgegeben", sagte Tippelt.

25.000 Tickets wurden für die WM verkauft, die 15 Finals waren sogar komplett ausverkauft, dazu gab es bei der WM mit olympischen Dimensionen (2.500 Sportler) erstmals ein Public Viewing. 120 Medienvertreter berichteten von den Titelkämpfen. Auch die Einschaltquoten von bundesweit über 100.000 Zuschauern bei der Live-Übertragung des deutschen Goldgewinns wurden in der Randsportart gefeiert.


  • Sie gewannen die einzigen deutschen Medaillen: Barbara Lechner (l.) und Sonja Pfeilschifter. Foto: DSB/Schreyer
    Sie gewannen die einzigen deutschen Medaillen: Barbara Lechner (l.) und Sonja Pfeilschifter. Foto: DSB/Schreyer

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