Politik baut weiter auf Integrationskraft des Sports

Das seit vielen Jahren mit Erfolg umgesetzte Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) erhält auch in der Zukunft angemessene finanzielle Unterstützung durch die Politik.

Wettbewerbsfoto „Mein Leben im Verein" des Vereins Judokan Aschaffenburg. Foto: DOSB/JensErbstößer
Wettbewerbsfoto „Mein Leben im Verein" des Vereins Judokan Aschaffenburg. Foto: DOSB/JensErbstößer

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), hat eine entsprechende Fördermittelzusage vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis 2020 erhalten. Die Zuwendungen in diesem Zeitraum werden pro Jahr mehr als 11 Millionen Euro betragen. Der Bewilligungsbescheid gilt vorbehaltlich der Verabschiedung des Bundeshaushaltes.

„Wir danken dem Bundesinnenministerium und dem BAMF für die intensive und fortgesetzte Unterstützung des Bundesprogramms. Wir verstehen sie als Wertschätzung für den organisierten Sport und seine vielfältigen und wichtigen Integrationsleistungen. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Sportvereine hervorragende Arbeit geleistet, als an vielen Stellen unbürokratische Hilfe dringend nötig war. Gleichzeitig fühlen wir uns durch den politischen Rückhalt darin bestärkt, uns weiter in die Diskussionen zur gesellschaftlichen Gestaltung unseres Landes einzubringen“, sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

2019 feiert „Integration durch Sport“ sein Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen. Dem DOSB obliegt die Verantwortung bei der strategischen Programmleitung, den Landessportbünden die Umsetzung; die Ideen und Angebote entstehen in den mittlerweile mehr als 4.000 programmnahen Sportvereinen. Sie haben mithilfe der Bundesförderung in den vergangenen drei Jahrzehnten ein beeindruckendes Spektrum an individuellen Integrationsleistungen für Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt.

Das Angebot der Vereine reicht weit über den Sport hinaus, deckt mittlerweile Hausaufgabenhilfe und Sprachunterricht genauso ab wie die Unterstützung bei Behördengängen oder der Arbeitsplatzsuche. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt laut der wissenschaftlichen Erhebung der Berliner Humboldt-Universität in IdS-geförderten Vereinen rund sechsmal höher als im Bundesdurchschnitt.

Um angesichts der hohen Fördersumme für die nötige Transparenz zu sorgen, hat die beim DOSB angesiedelte Programmleitung einen Verteilerschlüssel für die Landessportbünde erarbeitet und für die Programmabwicklung ein Förderportal für die beteiligten Verbände eingerichtet. Ein Schwerpunkt des anstehenden Förderzyklus wird sein, Menschen mit Migrationshintergrund nicht allein in die Vereine zu führen, sondern sie noch stärker in die Gestaltung des Vereinslebens einzubinden.

Ein zweiter Schwerpunkt wird auf der Kommunikation liegen, um das Programm tiefer in den organisierten Sport, aber auch in die Gesellschaft zu tragen. Vor allem der letzte Aspekt zielt auf ein wichtiges Anliegen des DOSB ab: „Wir müssen eine Kultur befördern, die Integration als normalen Teil des sozialen Engagements begreift und nicht als Ausnahmeleistung Einzelner. Eine größere öffentliche Anerkennung sowie gesetzliche Erleichterungen für das Ehrenamt könnten ein erster Schritt zur Aufwertung sein“, sagte Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung.

Einen ersten Schritt in Richtung Politik hat der DOSB bereits 2017 unternommen und den Mitgliedern des Bundestages das Angebot gemacht, Integration und Sport in der Praxis zu erleben – mit parteiübergreifender Resonanz. Zu den Abgeordneten, die sich vom Engagement der Sportvereine in der Praxis überzeugt haben, zählen unter anderem Stephan Mayer (Mitglied des Sportausschusses, CDU/CSU), Thomas Oppermann (Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion), Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen) und Jan Korte (Die Linke).

(Quelle: DOSB)


  • Wettbewerbsfoto „Mein Leben im Verein" des Vereins Judokan Aschaffenburg. Foto: DOSB/JensErbstößer
    Wettbewerbsfoto „Mein Leben im Verein" des Vereins Judokan Aschaffenburg. Foto: DOSB/JensErbstößer
  • Wettbewerbsbeitrag zu  „Mein Leben im Verein" des FC Blau-Weiß Leipzig. Foto: DOSB/Peter Schön
    Wettbewerbsbeitrag zu „Mein Leben im Verein" des FC Blau-Weiß Leipzig. Foto: DOSB/Peter Schön

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