Qualitätssprung in der Bildungsarbeit im Sport

Um qualitative Verbesserungspotenziale in der verbandlichen Bildungsarbeit ging es beim Treffen der Bildungsverantwortlichen der Sportverbände in Kamen-Kaiserau.

Podiumsdiskussion beim Bildungsforum in Kamen-Kaiserau mit DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper (r.). Foto: DOSB
Podiumsdiskussion beim Bildungsforum in Kamen-Kaiserau mit DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper (r.). Foto: DOSB

Anfang April fand im SportCentrum Kamen-Kaiserau das jährliche Fachforum "Bildung" des Deutschen Olympischen Sportbundes statt. Das 2006 neu gestaltete SportCentrum ist das Zuhause des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen und zeigte sich als geeigneter Veranstaltungsort, weil sie "nicht nur optimale Rahmenbedingungen bieten, sondern zudem als "hauptamtliche Qualifizierer" eigentlich genau das tun, was der DOSB sich von seinen Mitgliedern wünscht: aus-, fort- und weiterbilden. Nicht irgendwie, sondern qualifiziert", sagte der Vizepräsident des westfälischen Fußballverbandes, Manfred Schnieders.

Die Vizepräsidentin des DOSB für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Gudrun Doll-Tepper, begrüßte 66 Bildungsexpertinnen und -experten aus den DOSB-Mitgliedsorganisationen, den DOSB-Akademien, der Bundeswehr und der Bundespolizei: "Wir können sagen, dass wir uns mit der diesjährigen Veranstaltung in Kamen-Kaiserau, die sich nun intensiv um die Umsetzung der 2005 verabschiedeten neuen Rahmenrichtlinien beschäftigt, in einer guten Tradition sehen." Denn bereits zum zweiten Mal bot das SportCentrum den Rahmen für solch eine Veranstaltung; im Mai 1989 war der damalige DSB mit seinen Lehrreferenten vor Ort. Es war die erste große Bildungstagung des DSB, die auch damals schon die qualitativen Verbesserungspotenziale in der verbandlichen Bildungsarbeit thematisierte.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung lag wie in den letzten Jahren in der "Umsetzung der DOSB-Rahmenrichtlinien". Im Fokus stand die Annäherung an die dritte und letzte Phase des Projekts, das Thema Qualitätsmanagement. Darauf aufbauend wurden nun am ersten Tag verschiedene Qualitätsmanagementsysteme in den Blick genommen.

Die Referenten aus unterschiedlichen Organisationen außerhalb des Sports wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Volkshochschule Dortmund oder der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung gaben die Möglichkeit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Zusammenfassend ließ sich in einer Podiumsdiskussion festhalten, dass die Möglichkeiten des Aufbaus eines Qualitätsmanagementsystems zahlreich sind und bei der Auswahl und Umsetzung besonders die Ziele sowie die strukturellen Gegebenheiten einer Organisation berücksichtigt werden müssen.

Der zweite Tag stand den Teilnehmenden zur Verfügung um die aktuellen Themen aus dem Bildungsbereich zu erörtern. Als Methode diente das sogenannte "World Café" – an mehreren Thementischen konnten die Teilnehmer in zwei offenen Diskussionsrunden mit den Vertreterinnen und Vertretern aus den Verbänden und dem DOSB diskutieren. Das Themenspektrum spannte sich von Ausbildungsmaterialien, von der Qualifizierung von Ausbildern, von den Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein, von der Qualitätssicherung in den Landesfachverbänden bis zu den Kooperationsformen. Ebenfalls aktuelle Themen waren die Beschlüsse zur "Prävention sexualisierter Gewalt", die Bildungsberichterstattung und "neue Medien" in der Ausbildung. Die Themenvielfalt und die Diskussionsrunden zeigten den Bedarf am Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Bildungsarbeit.

Abschließend gab Gudrun Doll-Tepper einen Ausblick auf weitere wichtige Themen der Bildung der kommenden Zeit. Sie wies auf die derzeitige Diskussion um Fälle sexuellen Missbrauchs auch in Sportvereinen sowie auf die Bedeutung von Prävention und Intervention hin. Sie forderte eine Kultur des Hinsehens in den Sportorganisationen auf allen Ebenen. Die Sportverbände müssten sich diesem Thema stellen – "und viele tun dies bereits". Gudrun Doll-Tepper wies darauf hin, dass die Rahmenrichtlinien und der Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer hier die Grundlagen für die Aus- und Fortbildung im organisierten Sport bereits beschreiben. Es gelte, diese konsequent umzusetzen.


  • Podiumsdiskussion beim Bildungsforum in Kamen-Kaiserau mit DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper (r.). Foto: DOSB
    Podiumsdiskussion beim Bildungsforum in Kamen-Kaiserau mit DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper (r.). Foto: DOSB

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