Regierung soll bei Doping-Opferfonds konkret werden.

Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, hat vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung in Berlin gemahnt,

die Vergangenheit nicht aus den Köpfen zu verdrängen. Im Deutschlandfunk sagte von Richthofen: "Es lohnt sich, die Erinnerungen wachzuhalten an das unsägliche Gegeneinander von Ost und West und den systematischen Aufbau der Aggressionen, auf der anderen Seite aber auch an die Freude über die deutsche Einheit und das reibungslose Zusammenwachsen."

In der Frage eines Fonds zur Entschädigung von DDR-Dopingopfern forderte der DSB-Chef die Bundesregierung zu konkreten finanziellen Schritten auf. Es habe ihn sehr gefreut, "dass diese Anregung und die Debatte im Bundestag stattgefunden haben, obwohl es nahezu skandalös ist, ein solches Thema um Mitternacht zur Diskussion zu stellen", sagte von Richthofen. "Wichtig ist, dass alle Fraktionen gesagt haben, es muss was geschehen. Nur was geschehen soll, ist nicht gesagt worden."

Heftige Kritik übte der DSB-Präsident an der Vorgehensweise der Stadt Potsdam im Fall des Doping-Arztes Dr. Jochen Neubauer. Obwohl dem Mediziner vor einem Jahr das Recht zur Nutzung städtischer Praxis-Räume entzogen worden war, hat die Stadtverwaltung die Umsetzung dieser Entscheidung noch immer nicht vollzogen. Neubauer war der vorsätzlichen Beihilfe zur Körperverletzung in zehn Fallen angeklagt und hatte einen Strafbefehl über 9.000 Mark angenommen. Der frühere Mediziner beim ASK Potsdam hatte 14 Jahre alten Schwimmerinnen die Einnahme des Sexualhormons Oralturinabol verordnet. "Dieser Fall bedarf eines schleunigen Handelns", kündigte von Richthofen im Deutschlandfunk an.


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