Schützenhilfe für die „Mutmacher“

Die Preisverleihung "Großer Stern des Sports" ist der beglückende Höhepunkt der Beachtung für Sportvereine – und deshalb von unschätzbarem Wert, sagt Autor Markus Böcker.

Die Verleihung "Großer Stern des Sports" steht für das herausragende Engagement der Sportvereine für das soziale Zusammenleben. Foto: wirkhaus
Die Verleihung "Großer Stern des Sports" steht für das herausragende Engagement der Sportvereine für das soziale Zusammenleben. Foto: wirkhaus

Seit elf Jahren werden im größten Breitensport-Wettbewerb der Republik die „Sterne des Sports“ auf lokaler, Länder- und Bundesebene ausgezeichnet. Die Preisverleihungen spiegeln das herausragende Engagement der Sportvereine für das soziale Zusammenleben der Menschen in ihrer Region wider. Traditionell im Januar trifft die „Sterne“ dann in Berlin das Schlaglicht der höchsten politischen Repräsentanten Deutschlands. Bundespräsident und Bundeskanzlerin machen im jährlichen Wechsel den Sportvereinen ihre Aufwartung, um deren außergewöhnliche soziale Aktivitäten zu ehren. 

Veranstaltung von unschätzbarem Wert

10.000 Euro und ein Händedruck vom Bundespräsidenten reichten aber nicht aus, um das Ehrenamt und beispielhafte Vereine in Deutschland langfristig zu unterstützen, war in einem Zeitungskommentar nach der diesjährigen Preisverleihung „Großer Sterns des Sports“ in Gold zu lesen. Der Preis rücke seine Träger nur für einen Tag ins Rampenlicht, so die Kritik. Gewiss, es ist nur dieser einmalige Moment der Ehre, an dem Staatsoberhäupter sich die Zeit nehmen, die ehrenamtliche Arbeit ausgewählter Sportvereine persönlich zu würdigen. Für die ausgezeichneten Vereine ist es aber der beglückende Höhepunkt der Beachtung für all ihre individuellen und kollektiven Anstrengungen für die Gemeinschaft – und deshalb von unschätzbarem Wert.

Joachim Gauck weiß das. Denn es sind die Leistungen der Sportvereine, die unsere Gesellschaft braucht, wie er betonte. „Elemente des Mutmachens“ hat er sie genannt. Das gehöre „so sehr“ dazu, um unsere Kräfte zu entwickeln und Eigenverantwortung zu trainieren. Wir bräuchten diejenigen, die „aus der sitzenden, auf den Bildschirm glotzenden jugendlichen Gesellschaft bewegungsfähige Individuen“ machten.

Einer von Gaucks Vorgängern, der am Samstag verstorbene Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker, hat es einmal so ausgedrückt: „Der Sport ist der stärkste Antrieb für das, was unsere demokratische Gesellschaft vor allem braucht: Nämlich nicht einfach den privaten, kritischen Rückzug, sondern die aktive Bürgerschaft.“

Projekte nur mit öffentlichen Zuwendungen realisierbar

In den Sportvereinen finden wir also die aktiven Bürgerinnen und Bürger, die „Mutmacher“. Allerdings benötigen die selbst Unterstützung. Denn nur mit Zuwendungen der öffentlichen Hand sind häufig Projekte, wie sie die 17 Ausgezeichneten ins Leben gerufen haben, überhaupt realisierbar. Die Sportvereine bringen das Engagement mit, aber die Politik muss die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen. Schützenhilfe muss auch noch von anderer Seite kommen: von den Medien und den Unternehmen.

Der Wettbewerb „Sterne des Sports“ hat mittlerweile ein großes Echo in der Medienlandschaft gefunden, auch durch die Präsenz der „Sterne“ im sogenannten „social net“. In Berlin konnten die Veranstaltungsgäste das live mitgestalten und auf großen Bildschirmen die Twitter- und Facebook-Einträge verfolgen. Für DOSB-Präsident Alfons Hörmann ein Anlass, sachte zu mahnen, einmal darüber nachzudenken, „ob die Begrifflichkeit ,soziale Netzwerke' wirklich für Soziales stehen, und ob Freundschaften im Netz mit denen im Verein auch nur ansatzweise vergleichbar sind“.

Anno Hecker, Sportchef der FAZ, engagiert sich als Jurymitglied beim „Sterne“-Wettbewerb – mit Überzeugung. Denn ihm „gefällt, dass die Sportvereine verstanden haben, sich um die modernen Formen des Sports zu kümmern, z.B. wenn Balance im Spiel ist.“ Das setze Haltung voraus und sei auch eine Tugend für das spätere Leben, sagt der Vater von drei Kindern. Wenn es um Werte wie „Kinder stark machen“ geht, sollte die regelmäßige nachrichtliche Verbreitung der positiven Einflüsse der Sportvereine und des Breitensports Ehrensache sein. 

Preis pro Ehrenamt an BVR-Präsident Uwe Fröhlich

Als „Mutmacher“ können auch die Unternehmen bezeichnet werden, die im Sinne von „ohne Breite keine Spitze“ die Basis in den Vereinen fördern. Vorausgesetzt es sind keine Eintagsfliegen, sondern langfristige, wohl überlegte Partnerschaften. Nicht alleine die finanziellen Zuwendungen zählen bei der Wertsteigerung. Für die „Sterne des Sports“ sind die Volksbanken und Raiffeisenbanken auch deshalb die richtigen Partner, weil sie von Anfang an das bundesweite Auszeichnungssystem mitentwickelt und es zu seiner heutigen Bedeutung haben reifen lassen. Sie werden getragen von 18 Millionen Menschen, die Mitglieder in einer Genossenschaftsbank sind, viele davon Vereinsmitglieder. Das verbindet vor Ort.

Nun ist der Präsident des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin im Beisein der „Sterne“ für das langjährige Engagement der Banken ausgezeichnet worden. Der Preis „Pro Ehrenamt“ des DOSB steht aber auch für Uwe Fröhlichs persönliche Unterstützung. Denn ohne den Rückhalt der Menschen an der Spitze und deren Überzeugung, Gutes für die Gemeinschaft zu tun, wirken „Mutmacher“ oft wie Schützen ohne Pfeile.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Die Verleihung "Großer Stern des Sports" steht für das herausragende Engagement der Sportvereine für das soziale Zusammenleben. Foto: wirkhaus
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