Schulsport stärken!

Zum Schulsport gehören stark ausgebildete und stark engagierte Sportlehrkräfte, sagt Autor Prof. Detlef Kuhlmann.

Zur Stärkung des Schulsports gehören gut ausgebildete Lehrkräfte. Foto: LSB NRW
Zur Stärkung des Schulsports gehören gut ausgebildete Lehrkräfte. Foto: LSB NRW

Es war purer Zufall oder geschicktes Timing: Am vergangenen Freitag just zum Ende der ARD-Themenwoche „Bildung“ präsentierte der Deutsche Sportlehrer-Verband (DSLV) in Hamburg sein neues „Memorandum Schulsport“. Dieses Memorandum war zusammen mit Verantwortlichen aus der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) als Berufsvereinigung aller Sportwissenschaftler*innen und dem Fakultätentag Sportwissenschaft (FSW) als Zusammenschluss aller Einrichtungen auf dem Gebiet der Sportwissenschaft in Deutschland sowie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als aktualisierte Fortschreibung einer älteren Fassung aus dem Jahre 2009 erstellt worden.

Dabei hatte der DSLV in einem Kommentar seines Verbandsorgans „sportunterricht“ schon Anfang November dieses Jahres einen „Lehrernotstand in Deutschland“ ausgerufen. Davon ist längst auch der Schulsport bzw. der Sportunterricht betroffen, zumal dieser für alle Kinder und Jugendlichen Pflichtfach von der ersten bis zur letzten Jahrgangsstufe ist und „mit anspruchsvollen Lehrplänen qualifizierte Lehrkräfte“ in stattlicher Anzahl verlangt. Neuerdings lassen jedoch immer mehr fachfremde Quereinsteiger*innen grüßen. Die Fakultäten und Institute für die hochschulische Ausbildung mit dem (Lehramts-) Fach stoßen längst an ihre Grenzen oder sind vermehrt in außerschulischen Studiengängen für den Sport unterwegs. Wie soll das dann mit dem Schulsport hierzulande weitergehen?

Das „Memorandum Schulsport“ möchte bildungspolitisch gegensteuern und zu allererst die Schüler*innen mit den Möglichkeiten von Bewegung, Spiel und Sport stark machen. Dazu gehören aber dann unausweichlich stark ausgebildete und stark engagierte Sportlehrkräfte – möglichst ein Berufsleben lang: Schulsport stärken! Das gilt gemeinhin als alternativlos. Und so endet das „Memorandum Schulsport“ im vierten Kapitel mit einem „Aufruf zum Handeln – Forderungen“. Diese richten sich demnach auch an die Schulen selbst, wo derzeit (noch) vorhandene Schwächen möglichst dauerhaft in Stärken überführt werden müssen.

Der „Aufruf zum Handeln“ betrifft aber auch die Kultus- und Schulbehörden bzw. Schulträger und Schulverwaltung, die u.a. administrativ sicherstellen müssen, dass der Sportunterricht im vorgesehenen Mindestumfang von drei Wochenstunden lehrplangerecht erteilt wird und die Qualität der Rahmenbedingungen passt, und zwar nicht nur, aber auch, was die Sportstätten anbelangt.

Den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten in Deutschland kommt die Aufgabe zu, alle Sportstudierenden professionell für das Lehramt auszubilden. Quereinsteiger*innen müssen eine kurzfristige Ausnahme bleiben. Und nicht zuletzt sind die Sportorganisationen, respektive die Sportvereine im Lande gefordert als verlässliche Partner und Brückenbauer für den Schulsport vor Ort: vom starken Schulsport hinein in einen starken Vereinssport!

(Autor: Prof. Detlef Kuhlmann) 

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Zur Stärkung des Schulsports gehören gut ausgebildete Lehrkräfte. Foto: LSB NRW
    Schüler*innen sitzen in einer Sporthalle im Kreis, eine Lehrerin steht und erklärt etwas. Foto: LSB NRW

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